Geilenkirchen/Herzogenrath: Brandstiftung in Kirchen: Täter weiter auf freiem Fuß

Geilenkirchen/Herzogenrath: Brandstiftung in Kirchen: Täter weiter auf freiem Fuß

Im Zuge der den Ermittlungen zu den drei Fällen von Brandstiftung in Geilenkirchener Kirchen hat die Polizei noch keinen entscheidenden Hinweis erhalten. „Wir tappen im Dunkeln, das muss man leider wirklich so sagen“, teilt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Es gelte daher weiterhin die Bitte seiner Kollegen, womöglich noch nicht gemeldete Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Offiziell eingestellt seien die Ermittlungen zwar nicht. „Aber was sich bearbeiten ließ, haben wir erledigt.“

Die Brandstiftungen hatten Ende März und Anfang April in rascher Abfolge St. Marien im Zentrum von Geilenkirchen, St. Johann Baptist in Hünshoven und schließlich St. Josef in Bauchem getroffen. Jedes Mal musste die Feuerwehr damals ausrücken, weil Feuer in den Gotteshäusern gemeldet wurden. Am mit Abstand stärksten betroffen war St. Marien, wo der Beichtstuhl in Flammen stand.

Bittere Prognose

Ein Jahr lang müsse die Kirche wohl geschlossen bleiben, lautete damals schon die bittere Prognose von Pfarrer Peter Frisch, bei mehreren Hunderttausend Euro liege der Schaden. Und tatsächlich weist heute noch ein Schild an den Türen darauf hin, dass Gottesdienste nicht stattfinden können. Glimpflich waren hingegen die Brandstiftungen in Hünshoven und in Bauchem ausgegangen.

Kurz nach den drei Bränden in Geilenkirchen hatte es in Herzogenrath einen vierten Fall gegeben. Betroffen war dort die Neuapostolische Kirche im Stadtteil Kohlscheid. Kurze Zeit nach dem Vorfall fiel der Verdacht auf eine Person aus dem Umfeld der Kirche, wie die Aachener Polizeisprecherin Sandra Schmitz mitteilt. Der Fall wurde daraufhin an die Staatsanwaltschaft übergeben. Diese jedoch hat das Ermittlungsverfahren gegen besagte Person mittlerweile eingestellt. Der Grund: nicht hinreichender Tatverdacht, wie Sprecher Jost Schützeberg mitteilt.

Auch die Vermutung, es könnte in Herzogenrath und in Geilenkirchen derselbe Täter gezündelt haben, ließ sich laut Sandra Schmitz nicht erhärten. „Dafür haben wir keine Anhaltspunkte gefunden.“ Der Schaden in Kohlscheid habe bei 100.000 Euro gelegen. Nach allem, was man weiß, besteht zwischen den drei Fällen in Geilenkirchen und dem einen Fall in Kohlscheid also doch kein Zusammenhang.

(jpm)
Mehr von Aachener Nachrichten