Beigeordneter Markus Mönter verlässt Geilenkirchen

Abschied : Der Technische Beigeordnete Markus Mönter verlässt Geilenkirchen

Der Technische Beigeordnete Markus Mönter verlässt Geilenkirchen. Der Rat der Stadt Dülmen hat den 45-Jährigen am Donnerstagabend einstimmig zum Stadtbaurat gewählt. Die Stelle muss nun ausgeschrieben werden.

Der Technische Beigeordnete Markus Mönter verlässt Geilenkirchen. Der Rat der Stadt Dülmen hat den 45-Jährigen am Donnerstagabend einstimmig zum Stadtbaurat gewählt. Der Stadtbaurat der mittleren kreisangehörigen Stadt Dülmen mit rund 47.000 Einwohnern im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld zwischen Münster und dem Ruhrgebiet ist dem Amt des Technischen Beigeordneten gleichzusetzen. Markus Mönter hat sich unter zwölf Bewerbern durchgesetzt. „Es ist schön, wenn man sich in einem solchen Auswahlverfahren beweisen kann“, sagt er. Die Stelle war von der Stadt Dülmen ausgeschrieben worden, weil der amtierende Stadtbaurat Clemens Leushacke in den Ruhestand geht. Mönter wird Geilenkirchen voraussichtlich Ende des Jahres oder Anfang des neuen Jahres verlassen. „Es muss noch eine Abstimmung zwischen den beiden Bürgermeistern geben“, erklärt er.

Neue Herausforderungen

Mönter freut sich auf neue Aufgaben und neue Herausforderungen in einer neuen Stadt. Während Mönter in Geilenkirchen derzeit 110 Mitarbeiter führt, wird er in Dülmen Chef von 150 Angestellten und Beamten. Sein Dezernat sei in Dülmen ähnlich zugeschnitten wie in Geilenkirchen, große Projekte seien in Arbeit: In Rathausnähe werde ein intergeneratives Zentrum als Haus für alle gebaut, ab dem kommenden Jahr werde der Bahnhofsbereich groß umgestaltet. „In den ersten Monaten werde ich mir erst einmal ein umfassendes Bild machen und die Situation und Entwicklung der Stadt kennenlernen. Es müssen auch etliche Bebauungspläne betreut werden.“

Markus Mönter, der an der RWTH Aachen Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Umwelttechnik studiert und das Studium als Diplom-Ingenieur abgeschlossen hat, ist seit dem Jahr 2013 Technischer Beigeordneter der Stadt Geilenkirchen. Im Februar 2013 hatte ihn der Stadtrat als Nachfolger von Hans Hausmann gewählt. Das war in einer Zeit, in der Thomas Fiedler Bürgermeister war und die CDU bereits die absolute Mehrheit verloren hatte. Demnach hatten auch andere Fraktionen für Mönter gestimmt.

Kritische Stimmen

Im Laufe der Jahre aber wurden die kritischen Stimmen in der Politik immer lauter, besonders Grünen-Partei- und Fraktionschef Jürgen Benden drosch so manches Mal auf ihn ein.

In Mönters Zuständigkeitsbereich habe sich eine Eigendynamik entwickelt, die oft unabgesprochen mit der Politik und anderen Fachämtern ablief, schimpfte Benden noch im vergangenen Dezember. Nachdem Mitarbeiter des Bauhofes bei Pflegemaßnahmen einen Teich im Wohngebiet Tripser Wäldchen zerstört hatten, erstatteten die Grünen sogar Anzeige gegen Mönter. Was Mönters Stimmungsbarometer sicherlich auch nicht ansteigen ließ, ist die Tatsache, dass Bürgermeister Georg Schmitz zeitweise darüber nachgedacht hat, das Amt Stadtbetrieb aus Mönters Dezernat herauszulösen und seinem eigenen Verantwortungsbereich zuzuordnen.

Da allerdings hatte die Politik Schmitz einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Vor der entscheidenden Sitzung hatten die Fraktionen Schmitz klar zu verstehen geben, dass sie einer erheblichen Verkleinerung des Dezernates von Mönter nicht zustimmen werden. Doch all diese Dinge seien nicht der Grund dafür, dass er Geilenkirchen nun den Rücken zuwendet, versichert Mönter. „Viele Dinge, die in meinen Aufgabenbereich fallen, werden natürlich kontrovers diskutiert und politisch begleitet. Dass man es dann nicht allen recht machen kann, liegt in der Natur der Sache. Und dass man sich streitet, gehört dazu. Ich gehe nicht wegen der Politik weg, sondern weil ich neue Entwicklungsperspektiven suche“, sagt Mönter.

Er gehe nicht leichten Herzens, sagt der Beigeordnete weiter. Schließlich habe er sich in Geilenkirchen gut eingelebt. In den Kirchengemeinden St. Marien und St. Johann ist er als Lektor bekannt, im Jungen Chor Hünshoven lässt er seine Stimme erklingen, und mit seinen Kegelbrüdern wirft er auch gerne in die Vollen. Sein Dezernat will er geordnet hinterlassen: „Wir sind natürlich in einigen Projekten mitten drin. Aber es gibt eine eingespielte und gute Mannschaft, die in einer Übergangsphase die Aufgaben weiterführen wird. Ich will alle Projekte auf einen Stand bringen, dass sie nicht leiden und übergabereif sind“, versichert er.

„Jeder ist zu ersetzen“

Bürgermeister Georg Schmitz bedauert den Weggang von Mönter: „Schade, ich hätte gerne mit ihm weitergearbeitet, aber ich kann ihn verstehen. Meiner Meinung nach fühlt er sich nach den Angriffen in Geilenkirchen nicht mehr wohl. Man hört aus der Politik, dass er nicht mehr so favorisiert wird. Die CDU hatte ihn geholt, bei anderen Fraktionen ist er in der Beliebtheitsskala offensichtlich nicht so angekommen.“ Seine Idee, den Stadtbetrieb aus Mönters Dezernat herauszulösen, könne nicht die Ursache für Mönters Entscheidung sein: „Darüber habe ich lediglich einmal nachgedacht, die Idee aber nach zwei Tagen verworfen, weil der Stadtbetrieb ein technisches Amt ist.“ Obwohl ihm der Weggang von Mönter im Herzen weh tue, sagt Schmitz: „Jeder ist zu ersetzen. Es wird nur einen Zeitraum geben, bis der oder die Neue sich eingearbeitet hat. Einen Stillstand wird es in der Stadt nicht geben, aber eine Übergangsphase.“

In der nächsten Woche werde der Verwaltungsvorstand entscheiden, wer Mönters Aufgaben kommissarisch wahrnehme. Denn laut Gemeindeordnung muss die Stelle öffentlich ausgeschrieben werden. „Diese Ausschreibung sollte geeignete Bedienstete der Stadt nicht daran hindern, sich zu bewerben. Wir haben fähige Leute im Rathaus, und die Besoldung A 15 könnte ein Anreiz sein. Aber das muss der Stadtrat entscheiden.“

SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann sieht das anders: „Gewinnbringend wäre es, wenn der neue Beigeordnete nicht aus dem eigenen Haus käme, sondern frischen Wind von außen bringt“, sagt er. Er gesteht aber auch: „Hätte ich diese Qualifikation, würde ich mich trotzdem nicht in Geilenkirchen bewerben, weil ständig das Damoklesschwert einer Anzeige über einem Beigeordneten schwebt.“ Er bedauere, dass die Vermutung nahe liege, dass sich Mönter nach der Anzeige der Grünen nicht mehr wohl gefühlt und sich deshalb wegbeworben habe. „Die Anzeige war nicht nachvollziehbar, die Grünen geben keine Ruhe. Ich kann Mönter verstehen“, sagt Grundmann. Allerdings werde es nun schwer, die Stelle neu zu besetzen. „Jeder andere Bewerber wird sich überlegen, ob er in eine Stadt geht, in der er von der Politik möglicherweise angezeigt wird.“

CDU-Fraktionschef Max Weiler erklärt lediglich: „Wir können aus menschlicher Sicht seine Beweggründe verstehen und wünschen ihm alles Gute.“ Grünen Fraktionschef Jürgen Benden meint dazu: „Reisende sollte man nicht aufhalten. Markus Mönter hat für sich entschieden, dass er der Stadt Geilenkirchen den Rücken kehren möchte und einen Neustart sucht. Die Politik sollte schlau genug sein, auch einen Neustart zu wagen und nicht nach hinten, sondern nach vorne schauen und eine fachlich versierte Person suchen, die vielleicht besser zur Geilenkirchener Mentalität passt.“