Übach-Palenberg: Bei Kaffee und Kuchen wächst das Ehrenamt

Übach-Palenberg: Bei Kaffee und Kuchen wächst das Ehrenamt

Dies wird kein gewöhnliches Wochenende für Monika Ehmig. Schließlich ist dick und fett in ihrem Terminkalender an diesem Wochenende das Wort „Fünfkampf“ zu lesen. Und es meint nicht den üblichen Wochenend-Spagat zwischen Hausputz, Einkauf, Familie, Hobby und Sport, sondern ein jährlich wiederkehrendes Ereignis, das ihre Freizeitgestaltung schon lange prägt.

Vor 32 Jahren brachen sie und ihre meist weiblichen Mitstreiterinnen erstmals zum heute sehr etablierten und beliebten „Internationalen Schwimmer-Fünfkampf“ der Schwimmabteilung des VfR Übach-Palenberg auf. Monika und ihr Mann Manfred waren schon immer bei den Schwimmern engagiert, so war sie viele Jahre Geschäftsführerin, ihr Mann ist immer noch als Vorsitzender der „Chef“ der Truppe.

Sie ist eine der Schaltstellen bei der Versorgung der Schwimmer: VfR-Urgestein Monika Ehmig.

Damals schon packte Monika Ehmig an, sagte spontan „Ja“, als es darum ging, die zum Event gehörende Cafeteria mit zu organisieren. „Wir machen das komplett als Team“, stellt sie klar, „ohne die anderen geht es nicht“. Und dass sie die Organisation des Events auf der Seite der Versorgung mit Leckereien, handfesten Snacks und Getränken fest in ihrer zarten Hand hält, davon will sie eigentlich nichts wissen.

„Es gibt keinen Oberguru“, sagt sie mit einem breiten Grinsen, aber jeder merkt sofort, dass Monika hier die Schaltstelle ist. Während wir es uns auf einer alten und knautschigen braunen Couch im Aufenthaltsraum des „Ü-Bades“ von Übach-Palenberg gemütlich machen, rauschen immer wieder fleißige Freiwillige herein, um Monika Ehmig etwas zu fragen oder zu melden. Und so haben wir für dieses Gespräch nur wenig Zeit, doch wird klar, wie in nur wenigen Minuten die Geschichte von über 30 Jahren sehr lebendig werden kann.

„Ich habe damals von meiner Schwiegermutter eine Liste bekommen, auf der genau steht, was ich für wie viele Gäste brauche“, erinnert sich die Powerfrau gerne. „Ich weiß genau, was ich für 340 Menschen brauche oder auch für 380“, sagt sie. So erledigt sie gemeinsam mit ihrem Mann auch gerne die kleineren Einkaufschargen, die vor dem Event immer mal wieder nötig werden. Die großen Pakete erledigt sie gemeinsam mit anderen Helfern und mit dem vereinseigenen Bulli.

„Da passen die Getränkekisten viel besser rein“, erklärt sie lächelnd. Sechs Kilogramm Kaffee, also rund 160 Tassen pro Kilo, kommen da ebenso zusammen wie über 40 Kuchen und Torten, die von den Schwimmern selbst gespendet werden. 30 Helfer stehen bereit, um Brötchen zu belegen, Würstchen und Frikadellen bereitzuhalten oder auch Muffins zu verteilen.

„Wir haben eine Frau, die ist Amerikanerin und verziert ihr Gebäck immer ganz toll“, freut sich Monika Ehmig über die Unterstützung, „da ist zum Beispiel auch schon einmal mit Zuckerguss das VfR-Schwimmer-Logo zu sehen“. Liebe zum Detail, aber natürlich auch der Blick für das große Ganze gehören hier zum ehrenamtlichen Einsatz einfach dazu. Doch nicht nur mit dem Pfiff zum ersten Anschwimmen stehen die Damen parat.

„Du musst ja nicht nur das Equipment besorgen, sondern auch aufbauen, später und zwischendurch spülen, sowie abbauen“, weiß Monika Ehmig. Aber alles geht hier Hand in Hand, die zwischendurch angeforderten 30 Schinkenwurstbrötchen sind schnell geschmiert und noch bevor Monika Ehmig sich verabschieden kann, steht schon die nächste Fuhre Kaffee an.

Da kann auch der nur leicht bekleidete Herr auf einem Kalender etwas älteren Datums noch so schmachtend herüber blicken: Monikas Augen gehören an diesem Wochenende ganz und gar dem Wohl der Schwimmer.