Kreis Heinsberg: Beginnt in der Region Heinsberg ein neues Internet-Zeit­alter?

Kreis Heinsberg: Beginnt in der Region Heinsberg ein neues Internet-Zeit­alter?

Beginnt schon bald in der Region ein neues Internet-Zeit­alter? Mit einem Investment von rund 150 Millionen Euro will das Unternehmen Deutsche Glasfaser den Kreis Heinsberg - in mehreren Ausbaustufen - bis zum Jahr 2015 flächendeckend mit einem neuen Hochleistungs-Glasfaserkabel versorgen.

Dieser Ausbau der Breitbandversorgung soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres beginnen. In der ­ersten Phase sind Hetzerath / Schwanenberg, Baal, Rath-Anhoven, Gangelt, Haaren, Unterbruch / Kempen, Immendorf / Waurichen / Prummern / Beeck sowie die Gemeinde Selfkant an der Reihe. Allerdings nur, wenn sich in den jeweiligen Ausbaugebieten mindestens 40 Prozent der Haushalte dafür entscheiden, das neue Glasfasernetz zu nutzen und einen Vertrag mit einem der teilnehmenden Anbieter von Internet, HD TV und Telefonie über Glasfaser abzuschließen.

„Wir bauen ein offenes Netz, wir sind nicht die Serviceprovider”, so Marco Westenberg von der Deutschen Glasfaser. Nach seinen Angaben werden die eigene Tochtergesellschaft Flink sowie NEW und NetAachen beim Start dabei sein. Er zeigte sich aber davon überzeugt, dass weitere folgen werden, zum Beispiel die Deutsche Telekom. Die Frage sei nicht ob, sondern wann...

„Sobald wir die 40 Prozent Teilnehmer in einem Ausbaugebiet erreicht haben, legen wir das Glasfasernetz für das gesamte Ausbaugebiet”, so Westenberg. Im Aktionszeitraum werde die Deutsche Glasfaser die Haushaltsanschlüsse kostenlos vornehmen; nachträglich sollen sie für 300 Euro gelegt werden. ­Einnehmen werde die Deutsche Glasfaser vor allem Gebühren von Providern für Netznutzung.

Von Glasfasern mit nahezu unbegrenzten Kapazitäten und digitalen Informationen, die in Lichtgeschwindigkeit durch die Netze rasen, war am Mittwochnachmittag bei der Pressekonferenz im Heinsberger Kreishaus die Rede. Die Deutsche Glasfaser will ein komplett neues Netzwerk mit neuem Glasfaserkabel und neuen Verteilstationen aufbauen. Und jeder Haushalt soll eine eigene Glasfaserverbindung erhalten. 114 000 könnten es am Ende sein. Eine „Mega-Operation” mit 320 Millionen Metern Glasfaser, wie es hieß.

„Das Angebot der Deutschen Glasfaser gibt uns die einmalige Chance, den Kreis Heinsberg nachhaltig zukunftssicher zu machen”, erklärte Dr. Joachim Steiner, Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Denn: „Nur mit den Vorteilen des neuen Glasfasernetzes werden Menschen langfristig und gerne im Kreisgebiet wohnen und bleibt der Kreis Heinsberg ein interessanter Standort für Unternehmen.” Und er fügte hinzu: „Die Bevölkerung wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie dieses Angebot nicht annehmen würde.”

Die Bürgermeister würden das Projekt unterstützen, „weil wir eine einmalige Chance sehen, unsere Städte und Gemeinden zukunftssicher zu positionieren”, sagte Peter Jansen aus Erkelenz als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister, der darauf verwies, dass all dies dank des privatwirtschaftlichen Investors keine Steuergelder kosten werde. Viele Bürger und Unternehmen, die sich über unzureichende Anbindung ans Internet und über langsame Kommunikation beschwert hätten, könnten nun auf höchstem Niveau zufriedengestellt werden.

Anfang November will die Deutsche Glasfaser auf die Haushalte in den ersten ins Auge gefassten Ausbaugebieten zugehen und danach gemeinsam mit den Providern vor allem für eines sorgen: für viele Informationen.

Erfahrung in den Niederlanden

Die Deutsche Glasfaser verlegt neue Glasfasernetze in Deutschland und schließt Haushalte und Unternehmen daran an. Das Unternehmen bringt mehr als zehn Jahre Erfahrung aus den Niederlanden mit, wo sie bereits über eine Million Anschlüsse realisiert hat. In Deutschland wurde 2011 ein Pilotprojekt im Kreis Borken gestartet.