Lokaler Teilhabekreis: Barrierefreiheit und Respekt werden vermisst

Lokaler Teilhabekreis: Barrierefreiheit und Respekt werden vermisst

Das Projekt zur Etablierung flächendeckender Teilhabekreise im Kreis Heinsberg hat zwar noch keinen einprägsamen Namen gefunden, doch es schreitet voran — jetzt mit einer Bürgerversammlung im Mehrgenerationenhaus in Übach-Palenberg. Projektträger sind der Caritasverband für die Region Heinsberg, KoKoBe Kreis Heinsberg und ViaNobis — Die Eingliederungshilfe.

Die Aktion Mensch fördert das Projekt, das nach der Einrichtung von Lokalen Teilhabekreisen in Geilenkirchen (2010), Hückelhoven (2011), Erkelenz und Heinsberg (2012) sowie Gangelt (2014) auch in den Kommunen Selfkant, Waldfeucht, Wassenberg, Wegberg und Übach-Palenberg Lokale Teilhabekreise etablieren möchte.

Martina Alba vom Caritasverband Heinsberg leitet das Projekt und war erfreut, interessierte Menschen zur Bürgerversammlung im Mehrgenerationenhaus begrüßen zu können. Alba: „Wir haben ganz viele neue Gesichter aus Übach-Palenberg kennengelernt.“ Die Mehrheit der Besucher habe zwar zuvor noch nicht viel von den Lokalen Teilhabekreisen gehört, sei aber nach der Informationsveranstaltung sehr interessiert daran, auch in Übach-Palenberg einen solchen Kreis zu bekommen. Menschen mit und ohne Behinderung sollen über Lokale Teilhabekreise die Möglichkeit erhalten, etwas in der Stadt zu verändern, damit jeder am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich in der Gemeinschaft wohlfühlen kann. Zwei Themen wurden bei der Bürgerversammlung von den Besuchern in den Vordergrund gerückt. Zum einen ist es die Barrierefreiheit, die teilweise vermisst wird, zum anderen ein Mangel an Respekt.

Die Behindertenbeauftragte der Stadt Hückelhoven, Silke Betz, berichtete von ihren Erfahrungen mit der Arbeit eines Lokalen Teilhabekreises. Betz besucht regelmäßig die viermal jährlich stattfindenden Sitzungen des Hückelhovener Teilhabekreises und hat dessen Arbeit schätzen gelernt. Sie überbrachte den Teilnehmern der Bürgerversammlung auch ein Grußwort des Hückelhovener Bürgermeisters Bernd Jansen. Jansen ließ ausrichten: „Wir als Stadt Hückelhoven sehen den Lokalen Teilhabekreis als Bereicherung und wollen auf die konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr verzichten.“

Das Besondere an den Lokalen Teilhabekreisen ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung sich gemeinsam für ein Ziel engagieren. Auch die Bürgerversammlung sei, so Martina Alba, maßgeblich auch von Menschen mit einer Behinderung mit vorbereitet worden. Die Vorstellung der Arbeitsweise eines Lokalen Teilhabekreises, der Austausch untereinander und die Erfahrungen von Menschen, die bereits in einem Lokalen Teilhabekreis mitarbeiten, gestalteten das Programm der Bürgerversammlung. Positive und negative Erfahrungen im Alltagsleben in der Stadt Übach-Palenberg konnten die Teilnehmer direkt auf die Papiertischdecken schreiben, um ein Handlungskonzept für einen Übach-Palenberger Teilhabekreis entwickeln zu können. Die Teilnahme an Sport- und Freizeitangeboten wurde aufgeführt und der Wunsch, dass Menschen ohne Behinderung Menschen mit Behinderung etwas mehr Respekt entgegenbringen.

Martina Alba geht davon aus, dass Anfang 2019 eine Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Lokalen Teilhabekreises in Übach-Palenberg stattfinden wird. Auch die Stadt Übach-Palenberg soll mit ins Boot geholt werden.

(defi)
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