Geilenkirchen-Würm: Badewannenrennen: Wildwasserspaß an der Wurm

Geilenkirchen-Würm: Badewannenrennen: Wildwasserspaß an der Wurm

Der „Tag X“ rückt näher für die Karnevalsgesellschaft „Würmer Wenk“, denn am Samstag, 13. Juli, stürzen sich wieder mutige Badewannen-Kapitäne in die unberechenbaren Fluten der Wurm. Viele sind beim Badewannenrennen von Beginn an dabei, aber alljährlich trauen sich auch neue Teams das Spektakel zu.

Zu den Neulingen zählen bei der 14. Ausgabe des „Wildwasser-Events“ sechs „gestandene Männer“ des Kriminalkommissariats 33 vom Polizeipräsidium Aachen. Franz Arentz, Stefan Engels, Hermann „Jimmy“ Galinski, Horst „Hotte“ Gonnermann, Robert Savelsberg und Hans Schmitz entsprechen nicht dem Bild eines typischen Beamten, der seine Zeit auf dem Bürostuhl verbringt. Im Gegenteil, die Männer entpuppen sich als wagemutige Zeitgenossen, denen kein Risiko zu groß ist und die keiner Gefahr aus dem Weg gehen. „Die halbe Behörde vom Polizeipräsidium wird zuschauen“, ist sich Arentz sicher.

Badewanne schmackhaft machen

Der Kriminalhauptkommissar wohnt seit 13 Jahren in Würm und deshalb ist ihm das Badewannenrennen ein Begriff. Seinen Kumpels musste er „die Badewanne“ bei einer Dienstbesprechung erst schmackhaft machen, denn die hatten bis dato noch nicht viel von dem Rennen vernommen. Doch alle zeigten sich schnell begeistert und machen mit. „Der Kommissar schwimmt um“, lächelt Arentz verschmitzt.

Nun musste noch ein Motto für die umtriebige Kommissarstruppe her, und das ist eigentlich das Gegenteil von dem, was jeder erwarten würde. „Mouhlenshöher Junge Aachen“ nennt sich das Kripo-Team und Eingeweihte wissen, dass damit die Justizvollzugsanstalt in der Kaiserstadt gemeint ist. Dementsprechend wird das Sextett auch gekleidet sein: In historischer Knastkleidung mit horizontalen schwarz-weißen Streifen!

„Wir wollen nicht gewinnen, wir wollen Spaß haben und ankommen“, sagt Franz Arentz, während er eine von insgesamt 213 Schrauben an dem aus Holzbrettern bestehenden Unterbau des „Bootes“ befestigt. Unter der 2,50 mal 2,50 großen „Karosserie“ werden zwei lange Glasfaserrohre mit Lochbandeisen festgezurrt, weitere 20 PVC-Fässer sollen später für den notwendigen Auftrieb und die Stabilisierung sorgen. Wenn das Untergestellt fertig ist, kommt die Badewanne umgekehrt oben drauf — die Männer sitzen also nicht in, sondern auf der Wanne.

Der zehnjährige Nicolas, Sohn von „El Commandante“ Horst Gonnermann, begutachtet an diesem Tag das Werk seines Vaters und scheint mit den Anfängen schon mal zufrieden zu sein. Auch die beiden anderen Söhne sehen gespannt dem großen Ereignis entgegen. Noch ist nicht zu vermuten, dass das Gefährt der „Mouhlenshöher Junge“ in wenigen Tagen die Wurm herunter schippern wird. Es müssen noch etliche Modifikationen vorgenommen werden. „Ohne Probleme kann jeder“, verweist Gonnermann auf die Bauweise von Teams, die beispielsweise einfach nur Surfbretter unter der Wanne fixieren.

Die vier an diesem Tag anwesenden „Wurmbezwinger“ tüfteln im Moment akribisch die Sitzplatzverteilung aus und wandern von einer Ecke des Quadrats in die andere. Sie beziehen bei ihren Berechnungen das Gewicht eines jeden Teilnehmers ein, um eine Rechts- oder Linkslastigkeit des „Schiffes“ zu vermeiden. Die Männer haben davon gehört, dass die Teams während der Fahrt des Öfteren von „Randfiguren“ mit viel Wasser aus Spritzpistolen oder gar Eimern versorgt werden. „Wir haben da was im Kopf“, schmunzelt Arentz in Bezug auf die Verteidigungsstrategie.

„Seitensprünge“ ins Wurmwasser

Franz Arentz Ehefrau Gitta unterstützt die „Seitensprünge“ ins Wurmwasser ihres Mannes mit Wohlwollen und betrachtet das Spektakel als Freizeitbeschäftigung. Arentz ist Mitglied des „Würmer Wenk“ und somit karnevalsfest. Er und sein Team können es kaum abwarten und freuen sich riesig auf das Badewannenrennen am Samstag, 13. Juli ab 15 Uhr und anschließendem Burgfest. Start zwischen Müllendorf und Kleinsiersdorf.