Ausstellung im St. Elisabeth Krankenhaus in Geilenkirchen

Schau „Naturrauschen“ : Kunst als Hilfe zur Wiedergenesung

Die Gruppe „KiK – Kunst im Krankenhaus“ lädt im Geilenkirchener St. Elisabeth Krankenhaus zur Ausstellung „Naturrauschen“ ein. Die Idee dahinter ist, das kulturelle Veranstaltungen zur Genesung beitragen sollen.

Zu ihrer 72. Ausstellung im Geilenkirchener St. Elisabeth Krankenhaus lud kürzlich die Gruppe „KiK – Kunst im Krankenhaus“ ein. Ihr Ziel ist, den Patienten während ihres Aufenthaltes kulturelle Veranstaltungen anzubieten, die zur Genesung beitragen. Gegründet im Jahr 2000, engagieren sich unter der Leitung von Seelsorger Meinolf Schrage ehrenamtlich Heinz-Leo Gerads, Hedi Heinrichs, Eva-Maria Kozikowski und Friedhelm Pils.

„Naturrauschen“ heißt die derzeitige Ausstellung der Goldschmiedemeisterin und Schmuckdesignerin Beate Wimmer mit 16 ausgewählten Fotografien, die alle auch zu kaufen sind. Bei der Vernissage erklärte Meinolf Schrage, „Rauschen“ sei in der Physik eine Störgröße, und „Natur“ bezeichne das vom Menschen nicht Geschaffene oder einen Teil der Wirklichkeit, der mit einem nicht natürlichen Bereich, wie dem Göttlichen oder Geistigen, kontrastiert werde. Dementsprechend würden die verfremdeten und dennoch natürlichen Werke der Künstlerin dazu einladen, vielleicht sogar einen göttlichen oder geistigen Aspekt zu entdecken.

Beate Wimmer verriet zunächst, „warum die Bilder so hoch hängen“, was viele Gäste gefragt hatten. „Ganz einfach – damit man nicht mit der Schulter daran stößt, wenn man vorbeigeht, denn die Ausstellung ist ja in einem Durchgangsraum platziert!“ Sie erläuterte, alle Fotos seien ohne Stativ, frei aus der Hand, mit einer Kleinbildkamera geschossen worden – „in Bewegung und mit idealem Licht“.

Eine Aufwärtsbewegung

Nichts sei am Computer nachbearbeitet, versicherte die Künstlerin. Mit der Kamera vollführe sie beim Aufnehmen eine Aufwärtsbewegung, was bewirke, dass das Ergebnis „wie gemalt“ aussehe. Auf einem Bild beispielsweise wirkt der untere Teil wie Wasser oder Nebel, doch es ist Schnee. Ein anderes sieht teils aus wie in Rot getaucht – was jedoch herbstlich verfärbte Buchenblätter sind. Zudem lässt die hochwertige Acrylobond-Verarbeitungstechnik ihre Werke besonders gut zur Geltung kommen – die Farben sind brillant und durch das rahmenlose Acrylglas bekommen die Bilder eine sichtbare Leichtigkeit.

„Unendlich viele Fotos“ habe sie gemacht, erzählte Beate Wimmer, doch die meisten davon verworfen. Viel Geduld und viele Wanderungen durch die Natur seien nötig gewesen, „um diese hier zu bekommen“, ließ sie wissen. Alle seien in unserer Region aufgenommen – im Dreiländer-Eck, im Aachener Wald, teils auch im belgischen Kelmis und nahe Valkenburg in den Niederlanden.

Seit mehr als 20 Jahren fotografiere sie, erklärte die Künstlerin, intensiv jedoch erst, seit es die digitale Fotografie gebe. Als Ausgleich für die konzentrierte Arbeit in ihrer Aachener Goldschmiede „Schmelzpunkt“, die sie seit 23 Jahren in der Jakobstraße 37 betreibe, und wo sie auch ihre Kreationen verkaufe, bedeute das Fotografieren für sie pure Entspannung. Immer mit dabei bei den Wanderungen ist ihr Mann Udo Radermacher, der, wie er zugibt, manchmal ungeduldig wird, „wenn meine Frau oft stehenbleibt, und es mir im Winter kalt wird“.

Beate Wimmer verfremdet ihre Fotografien durch gezielte Bewegung. Foto: Renate Kolodzey

Auch Krankenhausdirektor Roland Brudermanns und Pflegedienstleiter Carsten Konstanty waren von Beate Wimmers Werken begeistert und freuten sich, „dass das Krankenhaus nicht nur als ‚Gesundheitsfabrik‘ gesehen wird, sondern auch als Ort der Kunst!“. Ebenso zollte Künstler Joep Albertz aus Geilenkirchen seiner ‚Kollegin‘ Respekt, und weitere Gäste meinten: „Die Kontraste ergänzen sich waage- und senkrecht – das wirkt sehr stimmungsvoll!“

Die Ausstellung ist bis zum 14. Januar täglich im Lichthof der Stationen B3/C3 auf der 3. Etage des St. Elisabeth Krankenhauses in Geilenkirchen, Martin-Heyden-Straße 32, zu sehen. Weitere Informationen zu der Ausstellung und eine
Online-Galerie gibt es im Internet unter

www.schmelzpunkt.de/naturrauschen

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