Geilenkirchen: Aus Abfallprodukten entstehen wahre Kunstwerke

Geilenkirchen: Aus Abfallprodukten entstehen wahre Kunstwerke

Unter dem Titel „Naturphänomene“ präsentieren Schüler des 10er-Kunstkurses der Städtischen Realschule Geilenkirchen im „Kaffee Art“ die von ihnen geschaffenen Kunstwerke. „Ich wünsche mir hier einen Ort der Begegnung für Kunst und Kultur“, hatte Kunstlehrerin Dr. Christiane Lork bei der ersten Ausstellungseröffnung im Jahre 2013 gesagt. Nun ist es bereits die dritte Ausstellung in den von Licht durchfluteten Räumen

Die 18 Jungen und Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren haben sich vor mehr als drei Jahren für das Wahlpflichtfach Kunst entschieden, und zum Ende ihrer Realschulzeit stellen sie noch bis Ende Januar 2015 die Ergebnisse ihrer Schaffenskraft vor.

Von Georg Schmitz Geilenkirchen. Unter dem Titel „Naturphänomene“ präsentieren Schülerinnen und Schüler des 10er Kunstkurses der städtischen Realschule Geilenkirchen im „Kaffee Art“ die von ihnen geschaffenen Kunstwerke. Ich wünsche mir hier einen Ort

Dr. Christiane Lork hat während dieser Zeit das Interesse für Kunst in den Jugendlichen geweckt und ihnen über den dreieinhalbjährigen Zeitraum viele Techniken und die Theorie vermittelt. „Ich danke diesem tollen und konstruktiven Kurs, mit dem ich so lange zusammen arbeiten durfte“, sagte die Kunstlehrerin bei der Vernissage. Lork und Schulleiter Peter Pauli dankten dem Ehepaar Josie und Franz Hermanns dafür, dass sie es ermöglichen, die Kunst der Schüler in die Öffentlichkeit zu tragen. „Kunst polarisiert und soll zum Nachdenken anregen. Man muss die Bilder wirken lassen“, sagte Christiane Lork.

Die ausgestellten 31 Werke seien während des Unterrichts und bei zwei zusätzlichen Projekttagen entstanden. Es handele sich um ungegenständliche Malerei, bei der die Schülerinnen und Schüler nicht geplant, sondern intuitiv vorgegangen sind. Themenschwerpunkt war die ungegenständliche Darstellung von Naturphänomenen. „Es entstanden Bilder zu Themen wie Himmel, Erde, Feuer, Wasser oder Kosmos“, nannte Lork Beispiele. Bei den Kunstwerken seien nicht nur Farbe und Duktus zum Einsatz gekommen, auch Sand, Papier und Jutestoff hätten die jungen Künstler eingearbeitet. Diese Materialien hätten oft schon nach dem Ersten Weltkrieg, so bei Werken von Kurt Schwitters, Verwendung gefunden. Der damals bekannte Künstler habe aus der Not eine Tugend gemacht und Abfallprodukte wie alte Zeitungen, Eintrittskarten, Zugtickets, Kinokarten oder Sackstoff in seine Materialbilder eingearbeitet. „Die ungegenständliche Malerei an sich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg populär“, schaute die Kunstlehrerin auf die Anfänge.

Deutsche informelle Künstler hätten damals diese neue Formsprache entwickelt. Die Realschülerinnen und -schüler hätten sich der ungegenständlichen Malerei angenommen und dabei seien tolle Bilder entstanden. Diese drückten auch eine momentane Gefühlssituation aus.

Künstlerische Schaffensphasen seien durch Reflexionen unterbrochen worden. Lork: „Es wurden der Entwicklungsstand des Bildes thematisiert und Verbesserungsvorschläge formuliert.“ Sie habe selten gesehen, dass ein Kurs so viel Spaß hatte. „Ihr könnt stolz auf eure Werke sein“, lobte sie abschließend die Teilnehmer des Kurses: Maverick Arnold, Jana Frintrop, Mike Ryan Tingga, Philipp Wullen, Martina Palermo, Ines Galic, Gina Offergeld, Jannik Vossen, Christoph Pätsch, Constanze Plum, Stefan Meier, Sarina Wittke, Marie Michèle Kochs, Monique Hocks, Mirco Kranitz, Anais Krickel, Selina Catrimbski und Sascha Peitz freuten sich über so viel Lob an diesem Tag.

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