Teveren: Auch Teveren hat jetzt einen Dorfladen

Teveren : Auch Teveren hat jetzt einen Dorfladen

Erste Stammkunden hat der neue Dorfladen in Teveren schon, da ist sich Verkäuferin Sarah Königs sicher. „Die Gesichter wiederholen sich“, sagt die 25-Jährige, und die gehörten nicht nur zu älteren Kunden. Auch wenn vor allem diese von der Einkaufsmöglichkeit im Ortskern an der Hochstraße profitieren sollen.

„Der Laden ist wichtig für die ältere Generation, die nicht mehr mobil ist“, sagt Ortsvorsteher Hans Josef Paulus (CDU). Früher habe er öfter Senioren im Auto mitgenommen, die lange auf einen Bus nach Geilenkirchen warten mussten, um dort einzukaufen. „Die Busverbindung ist sehr spärlich“, sagt der 73-Jährige. Nun können sie ihren Einkauf in Teveren zu Fuß erledigen und sind nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Zwei Stufen führen zum Eingang des Dorfladens. Eine Rampe wäre auf der rechten Seite denkbar. Dafür müsste das Schild versetzt werden. Foto: Jessica Küppers

Engpässe in der Nahversorgung durch den demografischen Wandel werden in immer mehr Ortschaften ein Thema. Das beobachtet auch die Wirtschaftsförderin der Stadt Geilenkirchen, Susanne Köppl: „In Geilenkirchen stehen wir zwar noch ganz gut da, aber tendenziell nimmt die Bevölkerung in den Dörfern ab.“ Deshalb sei die Initiative, die Zimmer ergriffen habe, „sehr zu begrüßen“, sagt sie.

Alternativ wäre auch ein genossenschaftliches Modell denkbar, wie es in einigen Dörfern gemacht wird, um die Nahversorgung zu sichern. „Dann sind aber die Menschen gefragt“, sagt Köppl, weil die Umsetzung auf viele Schultern verteilt werden müsse. Oftmals sind in solche Läden auch Cafés oder Poststellen integriert, so dass das Geschäft zu einem Treffpunkt wird, um das Dorfleben auch für junge Familien wieder attraktiver zu machen.

Auch in Teveren mussten in der Vergangenheit einige Geschäfte schließen: Zwei Bäckereien, die Dorfschänke, die Poststelle und ein Friseurladen existieren nicht mehr. Zwei Bauernläden gaben aus Altersgründen auf. Nur eine Bäckerei und eine Metzgerei sind noch übrig geblieben. Daher soll mit dem neuen Dorfladen soll auch ein Zeichen gesetzt werden — für mehr Vereins- und Dorfleben.

150 bis 200 Kunden pro Tag

Seit dem 6. Oktober hat das kleine Geschäft in der ehemaligen Schlecker-Filiale nun geöffnet und bietet für die 2600 Einwohner Artikel des täglichen Bedarfs. Vom Blumenkohl bis zur Klopapierrolle führt der Laden alle Produkte, die man zum Leben braucht. Am ersten Tag waren 150 bis 200 Kunden da. Das soll bald Standard sein, sind sich Paulus und Ladenbetreiber Sergej Zimmer, der bereits einen Dorfladen seit rund zwei Jahren in Immendorf führt, einig.

Einer Meinung sind sie auch, dass sich erst noch richtig herumsprechen muss, dass es das neue Geschäft gibt. „Ich habe ein bisschen mehr erwartet“, sagt Zimmer. Für eine Bilanz sei es aber noch zu früh. Die wollen Paulus und Zimmer frühestens im nächsten Jahr ziehen, „wenn das Weihnachtsgeschäft vorbei ist“.

Dass die ehemalige Schleckerfiliale nun nicht mehr leer steht, freut auch Maria Schmölders, die das Ladenlokal gemeinsam mit ihrem Mann Norbert an Zimmer vermietet hat. Ihre Eltern führten dort selbst jahrelang ein Lebensmittelgeschäft, und der Dorfladen sei für sie daher eine Herzensangelegenheit. „Der Laden ist ein Gewinn für Teveren, weil hier immer ein Geschäft war“, sagt sie.

Die frühere Ladeneinrichtung der Drogeriefiliale hatte sie nach der Pleite im Jahr 2012 nicht veräußert, so dass der Dorfladen schnell eingerichtet werden konnte. Nur Kühltheken für Milchprodukte und Wurstwaren fehlten.

Glücklichweise hatte Zimmer bereits mehrere solcher Theken in Geilenkirchen eingelagert. Ein entsprechender Mietvertrag wurde im Juli unterzeichnet und der Laden innerhalb von sechs Wochen fix und fertig eingerichtet. Für das Personal setzte sich Schmölders persönlich ein.

Auch wenn im Laden bereits alles nach Plan läuft, gibt es noch einiges zu tun. Knackpunkte, die im vergangenen Jahr von Betreiber Zimmer angesprochen wurden, waren fehlende Barrierefreiheit und Parkplätze. Ersteres soll sich bald ändern. „Es gibt zwei Stufen, daran wird noch gearbeitet“, sagt Paulus. Damit der Laden künftig stufenlos erreichbar ist, erwarte er aber auch ein Entgegenkommen der Stadt, um eine Rampe auf dem Bürgersteig installieren zu können.

Was die Parkplatzsituation betrifft, sieht er kein Problem. Bis zu fünf Wagen könnten vor der Türe parken. Weitere Plätze für Kurzparker stünden auf der Hochstraße bereit und das Angebot habe bisher immer ausgereicht, sagt Paulus.

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