Geilenkirchen: Andrang auf Nachmittagsbetreuung: Kinder werden abgewiesen

Geilenkirchen: Andrang auf Nachmittagsbetreuung: Kinder werden abgewiesen

Vor zehn Jahren wurde die offene Ganztagsschule im Primarbereich als familien- und bildungspolitisches Programm der Landesregierung eingeführt. In Geilenkirchen war man zunächst zurückhaltend. Startete man zum Schuljahr 2007/2008 an der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen mit 25 Kindern in den Ganztagsbetrieb, so waren es ein Jahr später schon 33.

Aktuell sind es 63 Mädchen und Jungen, die sich über die Angebote am Nachmittag freuen, obwohl in dieser Schule eigentlich nur 50 Plätze zur Verfügung stehen. Doch im kommenden Schuljahr müssen definitiv Kinder abgelehnt werden. Denn jetzt schon liegen 79 Anmeldungen in der GGS vor. Und erfahrungsgemäß, so versichern Schulleiterin Annette Maxheim und die für den Ganztagsbetrieb zuständige Koordinatorin Kerstin Soudani vom Kooperationspartner Malteser Werke, kommen noch Anmeldungen hinzu von Familien, deren Lebenssituation sich kurzfristig geändert hat oder die neu hinzugezogen sind.

„Wir sehen einen großen Bedarf an Nachmittagsbetreuung, weil immer mehr Familien auf zwei Einkommen angewiesen sind. Außerdem gibt es nicht mehr die klassischen Familienstrukturen“, erklärt Annette Maxheim. Und Kerstin Soudani hat festgestellt: „Das Mehrgenerationenleben findet nicht mehr statt. Deshalb ist eine verlässliche Betreuung notwendig.“

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlichen auch andere Zahlen: In der KGS sind für 85 Plätze 95 Anmeldungen eingegangen, in der GGS Gillrath wollen 38 Eltern einen der 25 Plätze, und in der KGS Teveren sind es jetzt schon 30 Anmeldungen für 25 Plätze. Tendenz steigend.

Die Situation ist auch den Verantwortlichen der Stadt bewusst. Bürgermeister Thomas Fiedler: „Die gesellschaftliche Realität wandelt sich. Deshalb sind wir in Gesprächen mit den Schulleitern und werden sie intensivieren. Wir müssen aber auch auf die Kosten schauen.“ Genau da liegt das Problem.

Wie Beigeordneter Herbert Brunen erklärt, habe die Stadt in den vergangenen Jahren schon einiges getan, so dass der Eigenanteil in diesem Jahr bei 20.000 Euro liege. Die offene Ganztagsschule sei eine freiwillige Aufgabe. „Da wir uns bisher in der vorläufigen Haushaltsführung befunden haben, durften wir nicht mehr Geld ausgeben. Jetzt haben wir zwar einen genehmigten Haushalt, dürfen aber laut Bezirksregierung nicht mehr in die Ganztagsbetreuung investieren. Wir müssen nun prüfen, ob wir 2014 die Plätze aufstocken können.“

BU: Die Kinder in der GGS Geilenkirchen haben in der Nachmittagsbetreuung viel Spaß. Der Andrang wird immer größer, die Plätze reichen nicht mehr aus. Foto. Udo Stüßer

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