Gangelt: Alte Spuren einer Familie

Gangelt: Alte Spuren einer Familie

Die Geschichte hat einige traurige Komponenten. Sie erzählt von der Hoffnung auf Annäherung und davon, wie ein wenig Hilfsbereitschaft einen Gangelter zum Regisseur all dessen werden ließ. Im Sommer war es, als der Amerikaner Walter Leopold mit einigen Begleitern nach Gangelt kam, um sich auf die Suche nach der Historie seines jüdischen Vaters zu machen.

Das gestaltete sich sehr schwierig, denn die Besucher hatten kaum Ortskenntnis, waren mit nicht mehr aktuellen Adressen unterwegs und wussten nicht mehr so recht weiter. Bis ihnen Jo Gielen begegnete.

Walter Leopolds Eltern, Hugo und Frances, mussten während der Judenverfolgung ihre Kinder Walter und Harry bei verschiedenen Menschen in den Niederlanden verstecken. Beide kehrten körperlich unversehrt zu den Eltern zurück. „So kamen wir zurück in die freie Welt”, schrieb Frances Leopold in dem Buch „Das Auge des Hurrikans”, das die Geschichte der Vertreibung, der Flucht und das Leben der Familie im Untergrund schildert.

Walter Leopold war diese Geschichte zum einen zu abstrakt, zum andern fehlten ihm Hinweise auf die unbeschwerte Zeit, bevor das Grauen begann. „Ich wusste noch immer nicht viel mehr darüber, wo ich eigentlich her kam.”

Jo Gielen hatte zu diesem Treffen neben Gästeführerin Dorothee Fernholz als Kennerin der Gangelter Geschichte auch den Historiker Horst Seferens eingeladen, der sich intensiv mit der Geschichte der Gangelter Juden beschäftigt hat.

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