Geilenkirchen: 800 Tonnen Salz: Bestens gerüstet!

Geilenkirchen: 800 Tonnen Salz: Bestens gerüstet!

Im vergangenen Winter wurde der nationale Notstand ausgerufen: Das Salz wurde knapp, der Preis schnellte auf 220 Euro je Tonne, Lieferverträge konnten nicht mehr eingehalten werden. Zum Schluss gab es gar kein Salz mehr.

Die Stadt Geilenkirchen ist für den kommenden Winter gerüstet. Während sich die Geilenkirchener im Sommer über Sonnenschein freuten und sich in den Freibädern der Region vergnügten, saßen Bürgermeister Thomas Fiedler und Friedhelm Kamps, Mitarbeiter in der Kämmerei, schwitzend in ihren Büros und machten sich Gedanken über den Winter.

„Wir wollten einen so großen Vorrat, dass keine Engpässe entstehen, und nicht wieder in die Preisfalle tappen. Wir wollen nicht in die Situation kommen, Salz zu explodierenden Preisen nachkaufen zu müssen”, erklärt Thomas Fiedler.

Doch erst einmal musste man sich mit der Frage beschäftigen, wo die Salzvorräte gelagert werden sollen. „Salz muss streufähig bleiben und vor dem Verklumpen bewahrt werden. Der Bau einer neuen Halle zur Lagerung des Salzes wäre eine Lösung gewesen”, erklärt Fiedler erste Überlegungen, die aber schnell verworfen wurden. „Baut oder mietet man eine Halle und es kommt ein milder Winter, haben wir hohe Lagerungskosten”, wissen Fiedler und Kamps. Außerdem müsse das Salz von der Lagerhalle zu den auf dem Bauhof stehenden Salzsilos transportiert werden, da die Streufahrzeuge über das Silo befüllt werden.

Man kam zu dem Entschluss, ein drittes, kleines Silo anzuschaffen. Zum Preis von 20.000 Euro wird es im Januar geliefert. Während in den beiden großen Silos jetzt schon insgesamt 180 Tonnen Salz lagern, wird das neue, kleine Silo im Januar mit weiteren 35 Tonnen befüllt. „Der Bau oder die Anmietung einer Halle hätte zu einem logistischen Problem geführt, und die dadurch entstehenden Kosten hätten sich in den Gebührenrechnungen der Bürger niedergeschlagen”, erklärt Fiedler.

Vor dem Winter ist der Salzvorrat der Stadt Geilenkirchen mehr als doppelt so groß wie in den vergangenen Jahren. „Und da wir mit allen Kommunen im Kreis Heinsberg gemeinsam eingekauft haben, zahlten wir für die Tonne nur 65 Euro, für die Lieferung im Januar werden es dann 20 Euro mehr sein”, freut sich Fiedler über den niedrigen Preis. Bei Schnee und Eis rechnet man mit einem Verbrauch von zehn Tonnen Salz am Tag. „Wenn es ganz heftig wird, können es auch schon einmal 20 Tonnen sein”, weiß Fiedler.

Friedhelm Kamps weiß mit Sicherheit, dass in diesem Winter keine Engpässe entstehen können. „600 weitere Tonnen Salz liegen bei Bedarf für die Stadt Geilenkirchen beim Lieferanten bereit. Und kommt ein milder Winter, können wir von diesem Liefervertrag zurücktreten. Nur eine ganz geringe Gebühr für die Lagerung müssen wir dann zahlen.” Fiedler blickt mit Optimismus auf den nächsten Winter: „Wir können notfalls jetzt schon 780 Tonnen Salz auf die Straße werfen.”

Fiedler und Kamps haben noch die Kritik mancher Bürger im Ohr, die sich im vergangenen Winter beschwert haben, ihre Straße werde nicht geräumt. Dabei verweisen sie auf den von der Politik beschlossenen Streuplan: Bevorzugt geräumt werden Hauptstraßen, Gefahrenpunkt wie beispielsweise der Mausberg, Kreisverkehre, Schulwege, vom Öffentlichen Personennahverkehr genutzte Straßen, Bushaltestellen, Kreuzungen und Steigungen. „Reine Anliegerstraßen werden nicht geräumt.

Wo der Winterdienst nicht durch städtische Fahrzeuge verrichtet wird, sollten die Bürger den Schnee auf der Straße liegen lassen. Nur die Gehwege sind zu räumen. Und noch eines stellt Fiedler klar: Wo kein Räumdienst fährt, muss der Bürger auch keine Gebühren zahlen. Für Fiedler steht vor Einbruch des Winters jedenfalls fest: „Wir sind gewappnet.”

50 Euro weniger Gebühren im Jahr

Die Gebühren für den Winterdienst werden im nächsten Jahr steigen.

Gesenkt werden im Gegenzug die Gebühren für die Müllentsorgung und Abwasserbeseitigung.

Bürgermeister Thomas Fiedler hat ausgerechnet: Ein Vier-Personen-Haushalt mit Einfamilienhaus muss im nächsten Jahr durchschnittlich rund 50 Euro weniger Gebühren zahlen.