30 Modellbauer stellen in Gangelt-Hastenrath aus

Bomber im Blickpunkt : Wenn 30 Modellbauer ihre Flieger ausstellen

Nicht nur Freunde des Plastikmodellbaus kamen bei der Ikarus-Modellbauausstellung in der Bürgerhalle Hastenrath auf ihre Kosten; auch wer Interesse an der Luftfahrtgeschichte hat, war bei dieser Schau genau richtig. Die Ausstellung der rund 30 Modellbauer aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden war in diesem Jahr den verschiedenen Bombertypen der Royal Air Force gewidmet.

An Detailtreue sind die Modelle der Kampfflieger nicht zu überbieten. Auch wenn der Maßstab 1:48 den Bastlern einiges an Fingerfertigkeit abverlangt, scheuen die Profis unter den Modellbauern keine Mühe, um ein Modell anzufertigen, das den mit den Jahren der Beschäftigung mit diesem Hobby gewachsenen Ansprüchen gerecht wird.

Heinz Dieken aus Gangelt organisiert einmal jährlich seit nunmehr 16 Jahren die beliebte Modellbauausstellung in Hastenrath. Jeder Modellbauer ist eingeladen, seine schönsten Stücke mitzubringen und ohne den Leistungsdruck einer Prämierung den Modellbaufreunden zu präsentieren. Heinz Dieken: „Der ursprüngliche Gedanke, der diese Ausstellung ins Leben gerufen hatte, war, den Austausch zwischen den Modellbauern zu fördern.“ Jeder Modellbauer ist schließlich im heimischen Bastelstübchen erst einmal ein Einzelkämpfer, der sich mit viel Geduld und Geschick, Kleber, Lupe und Pinzette seinem neuen Modellbauprojekt nähert.

Die Ergebnisse auf einer Ausstellung zu zeigen und gemeinsam zu fachsimpeln, ist dann eine willkommene Abwechslung. „Je älter der Modellbauer wird, desto größer werden auch die Modelle“, scherzt Heinz Dieken. Ein niederländischer Kollege hatte dieses Mal einen Lancaster-Bomber im Maßstab 1:32 mit zur Schau gebracht. Den zum Bomber gehörigen Tower hatte der zu den Profis in der Szene zu rechnende Modellbauer schon vor längerer Zeit fertiggestellt. Kurz vor Weihnachten war dann endlich der entsprechende Lancaster-Bomber auf den Markt gekommen. Der fertig montierte Bausatz war eines der vielen Schmuckstücke der Ikarus-Modellbauausstellung 2019.

Ein luftfahrtgeschichtlich sehr interessantes Modell war an einem anderen Ausstellertisch zu bewundern, ein sogenanntes Mistel-Flugzeug. Unbemannte Junkers Ju 88 der deutschen Luftwaffe wurden im Zweiten Weltkrieg von einem absprengbaren Jagdflugzeug aus gesteuert. Ein mächtiger Vier-Tonnen-Hohlladungs-Sprengkopf konnte so gegen Kriegsschiffe und Brücken eingesetzt werden. Es soll sogar Pläne gegeben haben, mit diesen Mistel-Flugzeugen sowjetische Staudämme zu zerstören.

Ein Kleindiorama mit einem sogenannten Mistel-Flugzeugpaar war einer der vielen Hingucker der Modellbauausstellung in Hastenrath. Foto: Dettmar Fischer

Das ausgestellte Modell zeigte ein Mispel-Flugzeug der deutschen Luftwaffe in einem Klein-Diorama. Ein amerikanischer Panzer steht vor dem Flugzeug und hindert den Bomber am Aufsteigen. Dessen Pilot sitzt auf der Tragfläche neben der Pilotenkanzel.

Dr. Michael Brodhaecker war aus Lingen angereist und baute an seinem Tisch den Prototypen eines Panzerfahrzeugs zusammen. Brodhaecker ist als Berater für Firmen tätig, die hochwertige Modellbausätze produzieren. Mit 19 Jahren hatte er mit dem Modellbau als entspannendes Hobby während des Studiums begonnen. Heute ist er 55 Jahre alt und nach wie vor ein begeisterterer Modellbauer.

Dr. Michael Brodhaecker demonstrierte die Feinheiten des Profimodellbaus im Rahmen der Ikarus-Ausstellung. Foto: Dettmar Fischer

Er erzählte von einem hyperaktiven Jungen, den er mal auf einer Börse traf und für das Modellbauhobby gewinnen konnte. Dem habe er gleich einige einfachere Modellbaupackungen mitgegeben. Nach einem Jahr seien Mutter und Sohn wieder zur Börse gekommen. Der Junge war dem Hobby treu geblieben und findet für ein paar Stunden Entspannung beim Modellbau.

Auf der Bühne der Bürgerhalle konnten die Royal-Air-Force-Bomber der Ikarus-Freunde bewundert werden. Heinz Dieken hatte zu dieser Präsentation das Modell eines Halifax-Bombers beigesteuert. Ein Jahr lang hatte er an diesem speziellen Vacu-Bausatz gearbeitet. Viel Handarbeit wie etwa umfangreiche Spachtelarbeiten forderte dieses Modell. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mehr von Aachener Nachrichten