Geilenkirchen: 26 Bäume sollen dem neuen Sortplatz weichen

Geilenkirchen : 26 Bäume sollen dem neuen Sortplatz weichen

Friedhelm Rose wohnt direkt am Immendorfer Sportplatz. Von seinem Haus kann er die Spiele von Rhenania Immendorf verfolgen. Wenn auf dem Rasen mal nichts los ist, genießt er den Blick auf alten Baumbestand, der die hintere Seite des Sportplatzes begrenzt. Dort stehen in Reihe 21 Bäume, 50 Jahre alte Ahornbäume, Eichen und vor allem Linden.

Nun sollen die Bäume weg, wie Friedhelm Rose in der Fraktionssitzung der Bürgerliste erfahren hatte, die im Vorfeld der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Stadt Geilenkirchen stattgefunden hatte. Insgesamt handelt es sich wohl um 26 Bäume, die der Erweiterung des Immendorfer Sportplatzes zum Opfer fallen sollen. Friedhelm Rose macht klar, dass er gegenüber dieser Zeitung als Anwohner seinem Unmut über diese Naturzerstörung Luft macht und nicht als Vertreter der Bürgerliste.

Gero Ronneberger, der ebenfalls zur Bürgerliste gehört, steht beim Ortstermin an der Seite von Friedhelm Rose. Beide Männer schauen etwas ratlos in die Baumwipfel und verstehen nicht so recht, wie man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, diese alten Bäume zu fällen.

Gleich hinter der Baumreihe verläuft der Naturlehrpfad, den Immendorfer Bürger mit viel Eigenleistung angelegt haben und mit Stolz gerade erst bei der Begehung der Landeskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ präsentiert haben. Der Lehrpfad vermittelt dem Spaziergänger viel Wissenswertes über Flora und Fauna. Kleine Bäumchen entlang des Pfades werden mit Schautafeln erläutert. Ein bisschen absurd wirkt es da schon, dass auf der einen Seite die Natur gepflegt und gehegt wird und auf der anderen Seite alter Baumbestand gefällt werden soll.

Friedhelm Rose hat beim Ortstermin einen Plan der neuen Sportanlage in der Hand. Der ursprüngliche Rasenplatz, der derzeit parallel zur Flovericher Straße, an der Rose sein Haus hat, verläuft, soll nach der neuen Planung um 90 Grad gedreht werden. Die ganze Sportanlage soll eine Erweiterung erfahren.

Erhöhte Kosten

Gut und schön, sagt Rose, aber warum könne man die noch hinzu kommenden Flächen nicht so gestalten, dass die Bäume in die Platzanlage integriert werden. Auch wegen der um 40 Prozent erhöhten Kosten der neuen Planung gegenüber der alten hatte der Bauausschuss, wie berichtet, noch keine Abstimmung über die Neuanlage des Immendorfer Sportplatzes, die den Einstieg in das Entwicklungs- und Sanierungskonzept für alle städtischen Sportanlagen darstellt, vorgenommen.

Der Rat der Stadt Geilenkirchen wird sich des Themas annehmen. Friedhelm Rose sagt, er habe auf seine Frage im Bauausschuss, wie viele Bäume gefällt werden müssen, die Antwort 26 erhalten. Rose geht mit seinem Hund an der einen und dem Plan in der anderen Hand noch einmal die Baumreihe ab und zählt durch. Er kommt auf 21 Bäume in der Reihe; dann müssen wohl fünf weitere dran glauben, vielleicht hinten am Seiteneingang.

Die neue Planung, so Rose, sei, wie im Ausschuss gesagt worden sei, nötig geworden, wegen des Emissionsschutzes. Rose sieht das anders: „Ich habe mich bisher noch nicht von den Geräuschen hier belästigt gefühlt. Das ist doch Leben.“

Friedhelm Rose verlässt den Sportplatz nach dem Presse-Ortstermin über den Seiteneingang und geht über den Naturlehrpfad nach Hause. In 40 bis 50 Jahren werden die Bäumchen an diesem Pfad auch so groß sein wie die am Sportplatz.