Wunschzettel-Aktion: Rentnerin Karin Heckenbach hilft im Haus Regina

„Ja, das ist meine Familie!“ : Sie packt da an, wo Hilfe gebraucht wird

Karin Heckenbach kann es nicht lassen. Obwohl sie schon seit einigen Jahren „in Rente“ ist, packt sie im Haus Regina da mit an, wo gerade Hilfe gebraucht wird.

Die 73-Jährige lebt im Haus Regina in Kinzweiler, dass in diesem Jahr Wunschpartner unserer Weihnachtsaktion Wunschzettel ist. Seit drei Jahren ist sie Bewohnerin der Senioreneinrichtung und könnte sich eigentlich nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Pustekuchen! Karin Heckenbach war 40 Jahre als Stationshelferin im Haus Regina beschäftigt und kann einfach nicht tatenlos zuschauen, wenn andere arbeiten. „Ich mache das so gerne“, betont sie inbrünstig. „Ich habe früher alles gemacht, Essen verteilt, Betten gemacht, Geschirr gespült, mit den Bewohnern ein Schwätzchen gehalten – was man halt so macht als Stationshelferin, da kann man nicht von heute auf morgen einfach aufhören!“

„Ja, das stimmt, Karin ist überall dort, wo Not am Mann ist und sie hilft, wo sie kann“, lobt Petra Lo Cicero vom Sozialen Dienst. „Wenn viel zu tun ist, räumt sie das Geschirr ab und bringt es in die Küche, sie räumt die Spülmaschine ein und aus und hilft auch bei der Essensverteilung mit!“ Das Personal aus dem Haus Regina schätzt die muntere und stets freundliche Seniorin sehr. Zum Dank für so viel Einsatz gibt es zum Geburtstag und zu Weihnachten immer ein Geschenk für Karin. „Sie freut sich immer so sehr darüber und bedankt sich mehrfach dafür!“, lächelt Petra Lo Cicero, und nimmt die Seniorin liebevoll in den Arm.

Und wenn die 73-Jährige dann mal nicht auf Station unterwegs ist, dann greift sie zur Mundharmonika und musiziert. Mal für sich alleine, aber auch gerne mal für die anderen Bewohner und fürs Pflegepersonal. „Besonders an Karneval, an St. Martin und Weihnachten freuen sich die Menschen hier im Haus, wenn ich die passenden Lieder spiele“, berichtet sie mit glänzenden Augen.

Der Jungbrunnen von Karin Heckenbach ist also die Musik. Für das Seelenheil sorgt „ihre Familie“: „Das Pflegepersonal und auch die anderen Mitarbeiter sind hier einmalig. Sie sind immer für einen da, haben immer ein offenes Ohr“, schwärmt die Seniorin, die keine Angehörigen mehr hat, die sich um sie kümmern. „Als mein Fernseher kaputt gegangen ist, haben sie zusammengelegt und mir ein neues Gerät gekauft“, erzählt sie gerührt. „Ja, das ist meine Familie“, sagt sie im Brustton der Überzeugung. „Ich bin glücklich hier!“ Das läge zuletzt nicht daran, dass man sie immer gerne mit einbeziehe. Früher, als noch mehrere Generationen unter einem Dach lebten, habe die Oma ja auch noch immer im Haushalt mitgeholfen…

Langeweile kann also nicht aufkommen, auch nicht im Rentenalter. Nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ ist Karin Heckenbach nur selten in ihrem Zimmer anzutreffen. „So lange ich mich gut fühle, helfe ich mit!“ Das Mundharmonika-Spielen beherrscht die 73-Jährige übrigens aus dem „Eff Eff“, wie wir uns bei einer kleinen „Kostprobe“ überzeugen durften.

Der Jungbrunnen von Karin Heckenbach ist die Musik. Die 73-Jährige spielt leidenschaftlich gerne Mundharmonika. Foto: Irmgard Röhseler
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