Wenn ein Tor fällt, wird es gefährlich: Wer haftet, wenn ein Trainingstor umkippt und ein Kind verletzt?

Wenn ein Tor fällt, wird es gefährlich : Wer haftet, wenn ein Trainingstor umkippt und ein Kind verletzt?

Tragbare Fußballtore sind beliebt, besonders für das Jugendtraining. Sie sind leicht und können schnell umgestellt werden. Rund 40 solcher Tore gibt es bei den zehn Eschweiler Fußballvereinen. Das Problem: Wenn ein solches Tor nicht gesichert ist, kann es umkippen und die kleinen Fußballer treffen. Wer haftet dann – die Stadt Eschweiler? Der Verein? Der Trainer?

Der Sportausschuss des Eschweiler Stadtrats war sich nun einig: Umkippsicherungen müssen her, und zwar möglichst schnell.

 Dass Tore umfallen und Kinder verletzten, passiert immer wieder, es gab sogar Todesfälle. Im Januar dieses Jahres hatte der Fußballverband Mittelrhein deshalb alle Vereine über die Rechtslage informiert und auf die Notwendigkeit von Kippsicherungen hingewiesen. Geschehen ist wenig, aber immerhin wurde Anfang Mai die Stadtverwaltung informiert.

Rechtslage ist eindeutig

Die Rechtslage ist eindeutig. Nach einer DIN-Norm müssen mobile Fußballtore so gesichert werden, dass sie erst bei einem sehr hohen, genau definierten Druck umfallen. Der jeweilige Trainer ist dafür verantwortlich, dass diese Kippsicherung auch angebracht wird. Falls er das versäumt, muss er bei einem Unfall finanziell haften und kann auch wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung angeklagt werden.

 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Tore so zu sichern, dass sie nicht umkippen. Beliebt sind Verankerungen im Boden, praktisch sind aber auch Kontergewichte. Dabei handelt es sich meist um Röhren, die mit Sand gefüllt und dann am hinteren Bodenrohr des Tors angebracht werden. Gewicht je nach Torgröße: 100 bis 200 Kilo.

400 bis 500 Euro kosten solche Sicherungen pro Tor. Wer muss die jetzt anschaffen – die Stadt oder die Vereine?

 Im Sportausschuss hieß es, dass für diese Kippsicherungen derjenige verantwortlich ist, der die Tore angeschafft hat. An diesem Punkt wird es schwierig. Denn von den rund 40 tragbaren Fußballtoren in Eschweiler wurden einige von den Vereinen selber, andere von der Stadt angeschafft, und weil das manchmal viele Jahre her ist, lässt sich das schwerlich genau nachweisen. Deshalb wurde im Ausschuss angeregt, diese Kippsicherungen nicht nur mit 30 Prozent zu bezuschussen, sondern einfach komplett zu finanzieren. Beschlossen wurde das aber noch nicht.

 Welcher Verein hat wie viele dieser Tore? Die Stadt hat alle Fußballvereine per E-Mail angeschrieben und um genaue Beschreibung der Tore gebeten. „Sieben Vertreter der Fußballvereine kamen der Aufforderung teilweise unvollständig nach, von drei Vereinen gab es keine Rückmeldung“, gab die Verwaltung Auskunft. Diese sieben Vereine meldeten 33 transportable Tore, von denen nur wenige eine Sicherung durch Bodenanker haben. Bei 21 Toren ist eine direkte Bodenverankerung nicht möglich. Bei den drei Vereinen, die sich nicht gemeldet haben, wird die Zahl der Tore auf zusammen sechs geschätzt.

Kommunikation mangelhaft

Auf das Desinteresse einiger Vereine reagierten die Sportpolitiker mit Unmut. Zumal die mangelhafte Kommunikation zwischen Sportvereinen und der Stadt in der gleichen Sitzung schon einmal Thema war (sie Bericht unten).

 Bei der Ausstattung mit Kippsicherungen will die Stadt jetzt aufs Tempo drücken. Noch im Juli, so versicherte Petra Seeger als Leiterin des Sportamtes, sollen alle Plätze kontrolliert werden. Und mit einem Beschluss, wie die Kippsicherungen finanziert werden, will der Ausschuss auch nicht bis zu seiner nächsten Sitzung warten, sondern schon im früher terminierten Planungsausschuss Nägel mit Köpfen machen. Beziehungsweise Tore mit Kontergewichten.

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