Eschweiler: Weniger Chaos: Elternhaltestelle an der Eduard-Mörike-Schule eingeweiht

Eschweiler : Weniger Chaos: Elternhaltestelle an der Eduard-Mörike-Schule eingeweiht

Ein typischer Wintermorgen. Es ist kalt, nass und noch dunkel draußen, als die Schulglocke der Eduard-Mörike-Schule läutet. Es ist genau das Wetter, bei dem sich viele Eltern entscheiden, ihrem Kind den Schulweg durch Regen und Dunkelheit zu ersparen.

Kurzerhand werden die Kinder ins Auto gepackt und bis vor die Eingangstür der Schule gefahren. Das Ergebnis: Verkehrschaos in den Zufahrtsstraßen, Kinder, die zwischen parkenden und fahrenden Autos versuchen die Straße zu überqueren. Kurz gesagt: eine gefährliche Situation, die sich jeden Morgen vor vielen Schulen in Eschweiler abspielt. „Inzwischen fahren die Eltern ja fast mit dem SUV bis ins Klassenzimmer. Dem wollen wir entgegenwirken“, erklärte der Pressesprecher der Stadt Eschweiler, René Costantini.

Wenige hundert Meter Fußweg

Genau dieses Problem soll nun mithilfe sogenannter Elternhaltestellen gelöst werden, die die Stadt bereits an einigen Schulen eingerichtet hat.

Seit Dienstag verfügt auch die Katholische Grundschule Eduard-Mörike-Schule an der Ecke Gartenstraße/Pfarrer-Appelrath-Straße über eine solche Haltestelle. Dort können Eltern ihre Kinder nur wenige hundert Meter von ihrer Schule absetzen. Über die Fahrradstraße erreichen die Kinder dann zu Fuß und ohne Gefahr den Hintereingang ihrer Schule.

„Die Situation hier morgens war gefährlich, häufig lassen die Eltern die Kinder sogar zur Straße hin aussteigen“, erklärte Schulleiterin Sabine Allelein den Grund für die Elternhaltestelle.

Die Eltern der knapp 200 Kinder der Eduard-Mörike-Schule werden nun per Brief über die neue Haltemöglichkeit informiert. Schulleiterin Allelein ist sich aber sich, dass es effektiver sein wird, die Kinder für das Projekt mit ins Boot zu holen. „Der Weg von der Elternhaltestelle zur Schule ist derselbe, den die Kinder auch zur Sporthalle laufen. Auf dem Weg zum Sportunterricht erzählen die Lehrer den Kindern von der neuen Haltemöglichkeit für ihre Eltern“, sagte Schulleiterin Allelein.

Die Initiative für das Projekt kam von der Stadt Eschweiler. „Die Stadt verspricht sich von dem Projekt, das Verkehrschaos rund um die Schulen morgens und nachmittags entwirren zu können“, sagte Costantini bei der Einweihung der Elternhaltestelle. „Oberstes Ziel ist es, einen sicheren Schulweg für die Kinder zu garantieren, sie zu schützen und die Eltern für das Problem zu sensibilisieren“, fügte er hinzu.

Das Konzept scheint so erfolgreich, dass die Stadt auch an der Katholischen Grundschule Barbaraschule in Stich und an der Katholischen Grundschule Kinzweiler in Hehlrath weitere Haltestellen für die Eltern einführen will.

Beschwerden beim Ordnungsamt

Auch Michael Effenberg vom Ordnungsamt der Stadt erlebt die Verkehrsprobleme rund um die Schulen der Stadt. Der Kommunale Ordnungsdienst führt, ebenso wie die Polizei, stichpunktartige Kontrollen zu den Stoßzeiten an den Schulen durch. Für regelmäßige Kontrollen an jeder Schule fehle aber das Personal.

„Eltern, die ihre Kinder zu Fuß zur Schule bringen, beschweren sich über den allmorgendlichen Spießrutenlauf“, sagte Effenberg. „Sie wollen die Kinder deshalb nicht alleine zur Schule gehen lassen. Zum Schutz der Kinder versuchen auch sie dann mit dem Auto direkt vor der Schule zu halten und tragen zum Problem bei“, fügte er hinzu.

An einigen Schulstandorten würden sich zudem auch Anwohner beim Ordnungsamt über das Verkehrschaos morgens und nachmittags beschweren.

Die Elternhaltestellen sind daher eine einfache und effiziente Lösung, die zudem kostengünstig ist. An der Eduard-Mörike-Schule mussten vom Ordnungsamt nur die beiden Schilder aufgestellt werden. „Die Kosten dafür belaufen sich auf deutlich weniger als 1000 Euro“, sagte Pressesprecher Costantini.

Die Verkehrssituation rund um die Schulen habe sich in den vergangenen Jahren besonders zugespitzt, da waren sich Schulleiterin Sabine Allelein und Pressesprecher René Costantini einig. „Damals war es ganz normal, dass Kinder zu Fuß zur Grundschule gegangen sind, wenn die Entfernung nicht zu groß war“, sagte Allelein.

„Schließlich war es auch uncool, von seinen Eltern bis vor die Schule gebracht zu werden.“ Sie hoffe, dass die Kinder es nun auch wieder „cool“ finden, die letzten Hundert Meter mit Freunden und Klassenkameraden zu bestreiten, statt mit ihren Eltern.

(at)
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