Fördergelder des Landes NRW: Wenig Aufwand bringt für Röhe 2000 Euro

Fördergelder des Landes NRW : Wenig Aufwand bringt für Röhe 2000 Euro

Klaus Fehr saß nicht lange vor seinem PC, nur gefühlt eine gute Stunde. Das ist wahrlich nicht viel Zeit, wenn man bedenkt, dass die Interessengemeinschaft (IG) Röhe seitdem um 2000 Euro reicher ist. Fehr ist deren Vorsitzender. Das Geld bekommt die IG über das sogenannte Heimatförderprogramm des Landes NRW ausgezahlt.

Davon schaffen die Röher einen Beamer, einen Laptop und eine Leinwand an, die sich die 21 Vereine und Institutionen der IG ausleihen können. „Außerdem wollen wir unser Heft ,Röhe. Ein Ort stellt sich vor’“ nach 20 Jahren wieder neu auflegen“, sagt Klaus Fehr.

Mit geschenktem Geld lässt sich einiges Gutes für einen Ort anstellen, findet Klaus Fehr, und deswegen will die IG anderen Vereinen und Gemeinschaften ein Beispiel sein. Weil es so einfach sei, gefördert zu werden. Der „Heimatscheck“ steht seit August 2018 zur Verfügung, diese Art der Förderung geht also in ihr zweites Jahr.

Ein anderes Beispiel: Die Dorfchronik „800 Jahre Hehlrath“ hat sich die dortige Gemeinschaft anlässlich ihrer großen Feier in diesem Jahr ebenfalls über den „Heimatscheck“ erstellen lassen.

„Wir geben Impulse“

Klaus Fehr hat sich bei der Beantragung bei der Städteregion Aachen Unterstützung geholt, in Person von Andrea Drossard. Sie sagt, dass sich bislang etwa 20 Anträge in der Städteregion mit ihrer Hilfe erstellt worden seien – alle positiv beschieden. „Wir haben aber nicht von allen Anträgen Kenntnis, weil Vereine sie auch ohne unsere Beratung beantragen können“, sagt Drossard. „Wir geben gerne Impulse, wenn es darum geht, was mit dem Förderinstrument alles möglich ist.“ Über alle Anträge aus Eschweiler weiß zwar die Bezirksregierung Köln Bescheid, aus Datenschutzgründen möchte sie aber auf Anfrage keine Informationen über
Antragsteller, -inhalt oder Anzahl der Eingänge herausgeben.

Mit einer Informationsveranstaltung (siehe Infobox) möchte die Städteregion das Heimatförderprogramm, das aus insgesamt fünf Fördertöpfen besteht, bekannter machen. Insbesondere der besagte „Heimatscheck“ berge großes Potenzial, findet Andrea Drossard. „Es ist ein niederschwelliges Angebot, das bedarfsgerecht auf die jeweiligen Dorfgemeinschaften zugeschnitten werden kann.“ Voraussetzungen: Die beantragten Projekte sollen zur Förderung der Lebensqualität beitragen, die Identität im und für den Ort stärken. Kurzum: für mehr Heimatgefühl und Zusammenhalt sorgen. „Der Begriff Heimat ist zwar noch konservativ belegt und wirkt antiquiert, aber in unserer heutigen globalisierten Welt sorgt Heimat für ein persönliches Umfeld, das jeder braucht“, sagt Andrea Drossard.

Aus ihrer Erfahrung kann sie auch einige Beispiele nennen, wie der „Heimatscheck“ in der Städteregion schon genutzt worden ist. In Aachen-Orsbach zum Beispiel haben Vereine mit dem Geld einen mobilen Backofen angeschafft, den sie je nach Festanlass ausleihen können. In Baesweiler-Beggendorf hat die Dorfgemeinschaft sich ein Backhaus selbst gebaut und das Inventar über die Fördermittel finanziert. Mit einem anderen bewilligten Antrag haben die Beggendorfer ihren Dorfrundgang verschönert. Das heißt: Sitzbänke installiert und Infotafeln aufgestellt, die erklären, was Spaziergänger auf dem Rundgang so alles sehen. Ein ähnliches Projekt wird im Monschauer Stadtteil Konzen umgesetzt: Der dortige Eifelverein baut mit den 2000 Euro den Kaiser-Karl-Weg aus und wird sämtliche Informationen auf der entsprechenden Internetseite mit Teilen der Förderung auf Englisch und Niederländisch übersetzen lassen.

Firmen werben kostenlos

Andrea Drossard nennt auch ein Beispiel aus dem Kreis Euskirchen: An einer Schule ist ein Lernort geschaffen worden, der sich mit regionalen Produkten und Umweltschutz befasst. Das Fördergeld wurde in ein Insektenhotel, eine Saftpresse, eine Honigschleuder und den Raum investiert.

Zurück zur IG Röhe: Die will nach Aussagen des Vorsitzenden Klaus Fehr die Neuauflage des Dorfheftes 500 Mal drucken lassen. Das hat vor allem für mehr als 50 Röher Unternehmen einen Vorteil: Sie können im neuesten Heft dank der Förderung kostenlos werben. „Nicht jeder Röher weiß, was es in dem Ort alles gibt. Mit dem Heft hat jeder – gerade Neubürger – für alles einen Ansprechpartner. Auch für die Vereine, die sich nach 20 Jahren neu präsentieren können“, betont Klaus Fehr.