Aachen/Eschweiler: Wahnvorstellung lässt den Täter zum Messer greifen

Aachen/Eschweiler: Wahnvorstellung lässt den Täter zum Messer greifen

Bei der Messerattacke eines mutmaßlich psychisch kranken Mannes im griechischen Imbiss „Taverne Korinth” kam am 29. Januar für einen 45-Jährigen jede Hilfe zu spät. Er starb noch am Tatort.

Laut dem Gutachten des Rechtsmediziners Karl-Heinz Schiwy-Bochat im so genannten Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Aachen hätte der Mann jedoch eine Überlebenschance gehabt, wenn ärztliche Hilfe früher eingesetzt hätte.

Todesursächliche Verletzungen seien gravierende und tiefe Schnitte am Hals gewesen, die zu einem hohen Blutverlust geführt hätten, aber auch zu einer Einatmung von Blut, an der der Mann erstickt sei. An den Händen der Leiche fand der Rechtsmediziner typische Abwehrverletzungen.

Ebensolche wiesen auch die Hände eines 39-Jährigen auf, der die Messerattacke mit erheblichen Gesichtsverletzungen überlebt hatte. Die Halsverletzungen hingegen, die der Beschuldigte nach der Tat aufwies, könnte sich der 55-Jährige nach Einschätzung des Sachverständigen auch selbst zugefügt haben.

Auslöser der Tat war laut Antragsschrift der Staatsanwaltschaft eine krankhafte Wahnvorstellung beim Beschuldigten. Der psychiatrischen Sachverständigen Konstanze Jankowski gegenüber hatte er erklärt, seine beiden Begleiter hätten ihn beim gemeinsamen Essen in dem Imbiss erpresst, bedroht und mit einem Messer verletzt.

Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Der Beschuldigte selbst schweigt vor Gericht. Am nächsten Verhandlungstag soll ein ihn behandelnder Arzt gehört werden. Der Beschuldigte ist derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus in Essen untergebracht.

Das Verfahren geht am Freitag unter anderem mit der Erstattung des psychiatrischen Gutachtens und den Plädoyers weiter.

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