Eschweiler: „Voyage-Surprise“: Werke von Gerlinde Zantis im Talbahnhof

Eschweiler: „Voyage-Surprise“: Werke von Gerlinde Zantis im Talbahnhof

Alle Kunstfreunde Eschweilers und der Umgebung hatten sich versammelt, um einer Ausstellung der besonderen Art beizuwohnen. Am Sonntag, 17. Februar, fand um 11 Uhr im Talbahnhof die Vernissage der Künstlerin Gerlinde Zantis unter dem Titel „Voyage-Surprise“ statt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Wolfgang Becker, der in seiner Eröffnungsrede die Künstlerin samt ihrer Werke lobte und den Gästen gleichzeitig die Besonderheit der Landschaftsmalerei näher brachte.

Typisch für die an diesem Tag gefeierte Künstlerin seien „Landschaften der Stille“, so Wolfgang Becker, da Gerlinde Zantis in ihren Werken viel Wert auf unpersönliche Anonymität lege; Menschen oder auch Tiere werden nicht dargestellt, sondern nur die Natur in ihrer Stille und Idylle. „Das Dargestellte wirkt, als stamme es von einem anderen Planeten, mit der Überschrift „Bitte nicht stören“.“, versucht Prof. Dr. Wolfgang Becker dieses Phänomen zu erklären.

Die Landschaftsmalerei entsteht daher auch nicht im Atelier, sondern draußen, in der Natur selbst. Die Stille sei dabei das Instrument, um sich selbst zu suchen und zu finden, so zum Beispiel auch bei dem berühmten Konzert 4:33 von John Cage. Insgesamt kann Prof. Dr. Wolfgang Becker nur positive Worte für die Künstlerin finden: „Sie reist zu Orten und schafft es jedes Mal, mit ihren Darstellungen auch von unattraktiveren Gegenden die Menschen zum Staunen zu bringen.“

Und auch Gerlinde Zantis kann zufrieden sein: so viele Besucher wie an diesem Morgen sind nämlich selten. Zahlreiche Gäste tummeln sich durch die Ausstellungsräume und bestaunen die Kunstwerke und gratulieren, denn der heutige Tag ist ein ganz Besonderer für die Künstlerin: Sie feiert ihren 50. Geburtstag. „Trotz meiner langjährigen Erfahrung als Künstlerin ist diese Ausstellung natürlich doch etwas Besonderes.“, strahlt sie.

Der Titel der Ausstellung „Voyage Surprise“ (übersetzt: „Fahrt ins Blaue“) ist jedoch eine Persiflage, denn: keines der Werke zeigt einen blauen Himmel, da Gerlinde Zantis meist Nachts, am liebsten während des Vollmonds, die Landschaft und ihre Atmosphäre einfängt. Am liebsten reist sie dafür nach Südfrankreich.

Gerlinde Zantis lebt und arbeitet seit dem Jahr 2000 in Aachen und in Friedrichshafen. Sie absolvierte ein Architekturstudium an der Fachhochschule in Aachen und erhielt ein Stipendium fürs Heinrich-Böll-Cottage in Achill Island, Irland. 1990 wurde ihr der Förderpreis des Rheinischen Kunstvereins verliehen, 1995 der Förderpreis der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen.

(jlm)
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