Gemeindefest in Röhe: Von Nuggetsuche bis Bogenschießen

Gemeindefest in Röhe : Von Nuggetsuche bis Bogenschießen

Vor 41 Jahren brannte die Röher Kirche und mit vereinten Kräften sowie bedingungslosem Zusammenhalt konnte nur ein Jahr später wieder ein Gottesdienst in St. Antonius stattfinden. Wenn die Röher etwas wollen, dann schaffen sie das in der Regel halt auch, weshalb es kein Wunder ist, dass seit vier Jahrzehnten das Gemeindefest Besucher von Nah und Fern auf den Festplatz zwischen Pfarrkirche und Jugendhaus lockt.

Passend zum Jubiläum sorgte wie bereits im vergangenen Jahr eine beeindruckende Fotoausstellung für den historischen Rahmen, dieses Mal allerdings mit sprichwörtlich erbaulichen Bildern von der Wiederrichtung des ausgebrannten Gotteshauses.

Klaus Fehr und seine Arbeitsgruppen hatten wiederholt Wochen lang Bildmaterial zusammengetragen, um den Röher Gemeindefestbesuchern ein Stück Heimatsgeschichte zu präsentieren, über die sich nicht nur Diakon Günter Schiffeler begeistert zeigte. Leider sollte die interessante Ausstellung ausschließlich während des Gemeindefestes in der Röher Kirche zu betrachten sein und wurde danach wieder abgebaut.

Die Begeisterung sollte nicht abreißen, denn wer den Weg zum Festplatz einschlug, traf am vergangenen Wochenende auf eine kulinarische Meile, in der auch endlich wieder die original Röher Reibekuchen, immer noch nach dem Rezept von vor 40 Jahren, das Wasser im Munde zusammen laufen ließen.

Berühmt ist das Röher Gemeindefest auch für sein großes, nicht alltägliches Spieleangebot für Kinder. Die Goldwaschanlage des Ferienwerks kam da ja schon eher als Klassiker daher, erfreute sich aber genau wie Hüpfburg, Glücksrad und die Wurfbude ungebrochener Beliebtheit bei den kleinen Gemeindefestbesuchern.

Wer es etwas sportlicher mochte, der konnte erstmalig den Bogen spannen und sich im Schießen üben, dank der Röher Pfadfinder, die sich um diese neue Attraktion gekümmert hatten.

Neben ihrem unbedingten Willen zeichnet die Röher ebenfalls aus, dass sie gerne neue Wege gehen. So verzichteten die Organisatoren dieses Mal komplett auf ein musikalisches Rahmenprogramm, der Geselligkeit sollte dies keinen Abbruch tun. Und wer Trommelwirbel hören wollte, der fühlte sich bei der reich bestückten Tombola — der Eschweiler Geschäftswelt sei Dank — auch gut aufgehoben.

So zauberte Pfarrbüroleiterin Luzia Oellig mit ihrem bewährten, tatkräftigen Team erneut ein abwechslungsreiches und gemütliches Gemeindefest aus dem Organisationshut, dessen Einnahmen für den Erhalt des Jugendhauses bestimmt sind, das seit jeher als Gemeindezentrum von Kita, Grundschule und anderen Gruppen genutzt wird und auch in Zukunft werden soll. Hier gilt es den Verfall des Gebäudes zu bekämpfen, ein Kampf, der mindestens so viel Ausdauer und Kraft erfordert wie der gegen den Kirchenbrand vor vier Jahrzehnten.

(vr)