Eschweiler-Bergrath: Von der Gründerfahne der Bergrather Schützen ist bloß noch ein Fragment übrig

Eschweiler-Bergrath : Von der Gründerfahne der Bergrather Schützen ist bloß noch ein Fragment übrig

Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Eschweiler-Bergrath feiert ihr „150-jähriges Gründungsfest“. Erstaunlich und historisch gesehen sehr bedeutend kann die Bergrather St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in ihrer 150-jährigen Vereinsgeschichte auf umfangreiche Unterlagen und Fotos aus der Gründerzeit zurückgreifen.

Sehr wertvoll ist das Gründungsmitglieds-Buch der Schützenbruderschaft von 1868, in das 189 namentlich benannte Bergrather Männer sich eintrugen. Die ersten tragenden Funktionen galten Wilhelm-Heinrich Koch als ersten Präsidenten, Kaspar Zander als Kassierer sowie Wilhelm Josef Pütz als Schriftführer. Der erste Schützenkönig wurde Kaspar Cremer.

Die Gründerfahne mit dem heiligen Hubertus, der als Schutzpatron der Bruderschaft fungiert, ist heute nur noch ein Fragment und wurde auf einem Netz für die Nachwelt gesichert.

Umso größer ist die Wertschätzung für die fast vollständig erhaltene Königssilberkette, die trotz der beiden Weltkriege durch vor-ausschauende Schützenbrüder rechtzeitig gesichert werden konnte. Bis heute ist sie in einem sehr guten Zustand.

Über die Geschichte der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft, die übrigens als Gesellschaft gegründet wurde, ist bekannt, dass Bergrath seinerzeit keine eigenständige Pfarre war und somit zur Hauptpfarre St. Peter und Paul gehörte. Dies änderte sich mit der Gründung eines Rektorats unter dem ersten Pfarrer Peter Kleinermanns um 1896. Aus der Gesellschaft wurde eine Bruderschaft.

1200 Einwohner, 200 Mitglieder

Da Bergrath im Gründungsjahr zur Hauptpfarre St. Peter und Paul gehörte, wurde im dortigen Sonntagsblatt „Zum Besten des Hospitals“ vom damaligen Chronisten, Kaplan und Pfarrverwalter Leopold Neuhöfer, mit der Ausgabe Nr. 33 am 16. August 1868 folgender Nachtragsbericht zum 1. Schützenfest veröffentlicht:

„Vor kurzem hat sich in Bergrath unter dem Namen des heiligen Hubertus eine selbständige Schützengesellschaft gebildet, welche bereits über 200 Mitglieder zählt, eine auffallend große Zahl für ein Dorf mit 1200 Seelen, und am vorigen Sonntag und Montag ihr erstes Schützenfest feierte.“

Über die Historie der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Bergrath, die auf eine eineinhalb Jahrhunderte lange Tradition zurückblicken kann, wurde in dem 2016 veröffentlichten Heimatbuch „Bergrather Geschichte und Geschichten“ ebenso umfangreich wie über die Dorfentwicklung berichtet.

„Denn“, so betonen die Schützen, „Geschichte bedeutet, die Vergangenheit zu kennen und die Gegenwart zu verstehen, um die Zukunft zu gestalten. Dazu tritt die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Bergrath gemeinschaftlich an, um das vor uns liegende Jahrzehnt in der Vereinsgeschichte mit Leben zu erfüllen.“