Dritte Eschweiler Städtepartnerschaft: Von Anfang an unter guten Freunden

Dritte Eschweiler Städtepartnerschaft : Von Anfang an unter guten Freunden

Was Anfang April in der Oberpfalz seinen Anfang genommen hatte, das wurde am Wochenende in Eschweiler vollendet. In einem lockeren, aber würdevollen Festakt unterzeichneten die Repräsentanten von Eschweiler und Sulzbach-Rosenberg die Urkunden, die die beiden Kommunen zu Partnerstädten machen.

Im Beisein von nahezu 200 Gästen aus Vereinen, Institutionen und Organisationen legten die Bürgermeister Rudi Bertram und Michael Göth offiziell den Grundstein für eine Partnerschaft, von der beide Städte sich weit mehr erhoffen als gelegentliche Besuche der Verwaltungschefs.

Dass die Menschen aus den beiden Städten mit ähnlicher Verhangenheit (Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie, Maxhütte, Strukturwandel) sich verstehen, das hat sich bereits in den zurückliegenden Jahrzehnten bewiesen, in denen Eschweilers Narrenzunft und Sulzbachs Knappnesia nach dem Maxhütte-Aus enge freundschaftliche Kontakte gepflegt haben.

Und das zeigte sich auch bereits am Freitagabend, als die Sulzbach-Rosenberger Delegation am Blausteinsee mit ihren Eschweiler Gastgebern einen geselligen Abend verbrachte. Das Gefühl, unter Freunden zu sein, bestimmte das gesamte Wochenende, zu dem auch zahlreiche Vertreter aus Eschweilers französischen und englischen Partnerstädten, Wattrelos und Reigate & Banstead, angereist waren.

„In einer Zeit, in der die Welt durch neue Technologien immer schnelllebiger wird, sind kommunale Partnerschaften mehr denn je ein unverzichtbares Instrument der Zussammenarbeit in Europa, weltweit, aber auch in Deutschland“, betonte Bürgermeister Rudi Bertram in seiner Ansprache beim Festakt. „Besonders in diesen schwierigen Zeiten, in denen Populisten auf dem Vormarsch sind und versuchen, auf schwierige und komplexe Fragen einfache Antworten zu finden, ist es umso wichtiger, näher zusammrenzurücken. Unsere Partnerschaften sind die Zellen, die Europa lebendig machen und den Kern europäischer und innerdeutscher Integration bilden.“

Mehr als ein Schild

Städtepartnerschaften, so betonte Bertram, seien mehr als das Schild am Ortseingang. „Unser aller Ziel muss sein, die in den Partnerschaftsurkunden festgehaltenen Vorhaben (Austausche auf vielen Ebenen, nicht zuletzt seitens der Schulen) weiterhin mit Leben zu erfüllen. Hier sind auch der Bund und die Länder gefragt, Städtepartnerschaften intensiver zu fördern!“

Sein Amtskollege Michael Göth stellte den Indestädtern, Wattrelosern und Reigate & Bansteadern Eschweilers neue Partnerstadt kurz vor, die stolz darauf sein kann, nach dem Aus der Maxhütte den Kraftakt Strukturwandel  bewältigt und den Verlust Tausender von Arbeitsplätzen kompensiert zu haben. Heute beträgt die Arbeitslosenquote in der Hochschulstadt Sulzbach-Rosenberg gerade einmal 2,3 Prozent. Als Gastgeschenk hatte Göth  ein Gemälde des renommierten Künstlers und Sulzbach-Rosenberger Ehrenbürgers Hans Wuttig mitgebracht: Titel: „Neuer Blick auf die alte Maxhütte“.

Ohne sie wäre die Städtepartnerschaft wohl kaum zustande gekommen: Narrenzünftler Stefan Lenzen (links) und Manfred Enders (Mitte) vom Verband der ostbayerischen Faschingsgesellschaften mit rund 100 Vereinen und 6000 Aktiven verbindet eine jahrzehntelange, enge Freundschaft. Foto: Rudolf Müller

Glückwünsche zur neuen Partnerschaft gab es auch von Hartmut Fröhlich, dem Vorsitzenden des Eschweiler Partnerschaftsvereins, der früheren Bürgermeisterin von Reigate & Banstead, Penelope Horsfall, und von Wattrelos’ Stellvertretender Bürgermeisterin Catherine Osson (siehe Lokal-Innenteil). Musikalisch hervoragend gestaltet wurde der Festakt vom Lehrer-Ensemble der Sulzbach-Rosenberger Sing- und Musikschule unter Leitung von Steffen Weber.

Und dann ging es auf Wunsch der Sulzbach-Rosenberger Gäste gemeinsam mit den Besuchern aus Wattrelos und Reigate & Banstead ab in Eschweilers Osten: Während eine Gruppe das Kraftwerk Weisweiler besichtigte, erkundete die andere mit einem Geländebus des RWE den Tagebau Inden, ehe auf dem Marktplatz mit Oberpfälzer Bier sowie rheinischen und Pfälzer Spezialitäten gefeiert wurde. Gefeiert wurde auch am Abend: beim Pfarrfest in Hastenrath.

Der Sonntagmorgen gehörte dann einer Stadtführung mit Simon Küpper, ehe die Gäste nach dem Abschiedsempfang im Rathaus die Heimreise antraten. In zwei Wochen gibt’s für viele ein Wiedersehen: beim Altstadtfest in Sulzbach-Rosenberg.

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