Eschweiler: Vom „Uferlos” bleibt nur ein Haufen Schutt

Eschweiler: Vom „Uferlos” bleibt nur ein Haufen Schutt

Das Uferlos liegt im wahrsten Sinne des Wortes in Schutt und Asche. In der Nacht zum Mittwoch wurde das beliebte Café an der Uferstraße ein Raub der Flammen. Die Brandursache ist noch unbekannt - die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Als der Mitarbeiter am Dienstagabend gegen 24 Uhr die Bierhähne abdrehte, war noch alles in Ordnung. Auch eine Stunde später, als ein Anwohner sein Auto in der Nähe des Café Uferlos parkte, schien noch alles friedlich an der Uferstraße.

Die Ruhe fand kurz vor drei Uhr ein jähes Ende. Ein Anwohner von der Indestraße hatte einen Feuerschein ausgemacht und vermutete einen brennenden Container an der Uferstraße.

Als die ersten Feuerwehrleute am Einsatzort eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus dem Uferlos. Die Männer forderten sofort Verstärkung an und begannen mit den Löscharbeiten.

Feuerwehrchef und Stadtbrandinspektor Harald Pütz erkannte sofort den Ernst der Lage und löste Gesamtwehrlarm aus. Zudem bat er um Hilfe bei den benachbarten Feuerwehren aus Stolberg, Würselen und Düren.

Keine Verletzten

Und während mehrere Trupps unter Atemschutz in das mittlerweile lodernd brennende Lokal vorstießen, evakuierte die Wehr das links vom Uferlos angrenzende Haus, im dem eine Familie und eine ältere Frau schliefen. Das Gebäude rechts neben dem Uferlos ist unbewohnt. Im Uferlos selbst befanden sich keine Personen mehr. Verletzt wurde also niemand.

Mittlerweile kämpften 89 Einsatzkräfte mit den zerstörerischen Flammen, die sich gnadenlos durch Decken und Wänden fraßen und auf die Nachbarhäuser überzugreifen drohten. Dabei konnten die Männer, die unter schwersten Bedingungen und intensivem Atemschutz im Schankraum und im Saalanbau versuchten, den Brand unter Kontrolle zu bekommen, kaum etwas sehen. Das Uferlos war schwarz vor Rauch und heiß wie die Hölle. Unermüdlich kämpften die Retter gegen das Feuer und konnten die Flammen schließlich ersticken und ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser verhindern. Jedenfalls im vorderen Schankraum-Bereich. In der Decke des Saalanbaus glimmten immer wieder Brandnester auf. Die Feuerwehr öffnete das Dach an mehreren Stellen, um die Gefahrenquellen zu beseitigen. Noch während die Feuerwehr im hinteren Bereich arbeitete, fingen vier Mitarbeiter der Kriminalpolizei und ein Spürhund mit den Ermittlungen zur Brandursache an.

Hieß es gegen Nachmittag zunächst noch, der Sachschaden belaufe sich auf 500.000 Euro, so korrigierten Feuerwehr und Polizei die Summe gegen 15 Uhr auf eine Million Euro Sachschaden.

„Für die Bürger hat keine Gefahr bestanden”, bestätigte Stadtbrandinspektor Harald Pütz auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Rauch ist direkt senkrecht nach oben abgezogen und hat sich erst in der Höhe waagerecht verteilt. Die Anwohner der angrenzenden Josefstraße wurden allerdings vorsorglich dazu aufgefordert, ihre Fenster zu schließen!”

Während des Einsatzes wurden zeitweise die Neustraße, die Uferstraße und die Hompeschstraße für den Verkehr gesperrt.

Ära Uferlos soll weitergehen

Das vernichtende Feuer hat nicht nur für einen riesigen finanziellen Schaden gesorgt, sondern auch Menschen arbeitslos gemacht. Und: das Café Uferlos war bis Mitte November komplett mit Veranstaltungen ausgebucht. Die Gäste müssen sich nun schnellstens auf die Suche nach einem neuen Veranstaltungsort machen.

Auf die Frage, ob die Ära Uferlos nun beendet sei, antworteten Hausbesitzer Stephan Lehnen und sein Vater Wilhelm Lehnen mit einem klaren Nein.

„Es wird zwar eine Weile dauern, vielleicht sogar bis zu einem Jahr. Man kann das jetzt noch nicht genau sagen. Aber eines ist gewiss: Das Uferlos soll auf jeden Fall wieder aufgebaut werden.”

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