Eschweiler: Volkslauf: Die LSG freut sich auf rund 900 Läufer

Eschweiler: Volkslauf: Die LSG freut sich auf rund 900 Läufer

Kaum ein sportliches Event ist traditionsreicher als er, der Eschweiler Volkslauf. In die 48. Runde geht er am 18. März, wenn sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Laufen und Walking körperlich messen. Highlights werden in bewährter Form vor allem der Halbmarathon und der Lauf über 10.000 Meter.

Die LSG, Leichtathletik- und Sportgemeinschaft Eschweiler, freut sich bereits jetzt auf das sportliche Großereignis mit bis zu 900 Teilnehmern. Gewachsene Strukturen helfen, so sind sich Hans-Günter Hirsch und Manfred Beitzel, Vorsitzender und sportlicher Leiter der LSG, einig. Seit ihr Verein vor 28 Jahren den Volkslauf verantwortet überreicht bekam, hat sich vieles verändert, doch das sportliche und indestädtische Großereignis behauptete sich. Zum 48. Mal nun geht der Internationale Volkslauf nicht nur sprichwörtlich in die Runde, wenn begeisterte Läufer am 18. März ihr Schuhwerk anlegen. Kontinuität ist bei den Sportlern gefragt, Verlässlichkeit wird aber ebenfalls weiterhin bei den Strecken erprobt.

Die Kinder machen den Anfang

Um kurz vor zehn geht es am Sonntagmorgen für die Kleinsten in die Startlöcher. 300 Meter laufen die Kinder unter acht Jahre, anschließend folgt der Peter-Dederichs-Lauf über 10.000 Meter für alle zwischen 20 und 75 Jahren. Spazieren können die, die es ruhiger mögen, allerdings ebenso über 10 Kilometer.

Die Kinder- und Jugendläufe, Erstere über 300 und 600 Meter im Alter von acht bis 16 Jahren, Letztere über vier Kilometer für die Sportler zwischen 16 und 20 Jahren, starten kurz danach. Bevor es dann höchst schweißtreibend wird, startet der Jedermannlauf für alle Erwachsenen über vier Kilometer. Die längste und sportlichste Runde erstreckt sich schließlich beim VR-Bank-Halbmarathon bei 21 Kilometern, hier können die 20- bis 75-Jährigen teilnehmen.

Alle Läufe starten am Waldstadion, wobei der Halbmarathon als Längster von ihnen durch den Stadtwald, über den Donnerberg, vorbei an Hastenrath und durch Bergrath und wieder zurück zum Stadion verläuft. Sechs der sieben Läufe werden jeweils von unterschiedlichen Sponsoren unterstützt, vor allem die VR-Bank machte deutlich, dass ihr der Volkslauf als regionales Highlight am Herzen liegt und somit gemäß indestädtischer Identifizierung sich über Jahrzehnte als „förderungsfähig“ erweise.

Viele helfende Hände

Zu den langen Traditionen des Volkslaufs gehöre aber nicht nur die Sponsorenschaft und der Streckenverlauf, sondern auch die Organisation an sich ist laut der LSG gewährleistet. Die vielen helfenden Hände, unter anderem die Turnabteilung, Feuerwehr und Hilfskräfte wie Johanniter sind vorbereitet, ein rund großzügiges Frühstück im Januar motivierte.

Beitzel als sportlicher Leiter der LSG betont, dass der Boden durch die aktuelle Witterungslage gut zu Belaufen sei, er hoffe auf keine weiteren Stürme wie vor einigen Wochen, als Bäume im Wald Wege versperrten. Mittlerweile sind diese allerdings beiseite gelegt. Anspruch hat Beitzel an die höheren Kräfte, allerdings auch den Teilnehmern wird mit einem abwechslungsreichen Streckenprofil und der Überwindung von 130 Höhenmetern einiges abverlangt.

Sein Kollege, Vorsitzender Hirsch, blickte zum aktuellen Zeitpunkt auf eine Teilnehmerzahl von rund 200 „Volksläufern“, die sich erfahrungsgemäß in den letzten Tagen vor dem Wettkampf drastisch erhöhen wird. So erwartet die LSG auch in diesem Jahr, mit Einschränkungen der grassierenden Grippewelle, rund 900 Sportler, davon 200 Kinder und Jugendliche.

Getränke und Speisen werden den Teilnehmern und zahlreichen Zuschauern am Veranstaltungstag gereicht, aber das ist nicht der einzige Lohn. Pokale und Medaillen locken neben dem sportlichen Ergebnis der erreichten Zeiten. Ebenso in diesem Jahr wird die Medaille mit einer indestädtischen Berühmtheit bestückt. Helene Nickel ist eine der wenigen prominenteren Frauen in Eschweilers Historie und diejenige, über die Stadtarchivar Horst Schmidt zu berichten wusste.

Doch wer ist Helene Nickel? Stets mit dem Stadtteil Röhe verbunden, starb Nickel Ende des 19. Jahrhunderts mit nur 46 Jahren, nachdem sie lange Zeit mit ihrer Mutter im elterlichen Haus, vermutlich ein ehemaliges Bauernhaus, gelebt hatte. Vermögend war die protestantische Familie, so dass Testamentsvollstrecker Johann Werden nach Nickels letztem Wille entschied und so vor allem karikative Einrichtungen in Eschweiler entstanden, allen voran das Helene-Nickel-Stift in Röhe. Die Medaille des 48. Volkslaufes wird also ihr Antlitz tragen.

Internationalität erwarten die Organisatoren erneut, denn erfahrungsgemäß beteiligen sich aus den Benelux-Staaten Sportler und hin und wieder hat es auch weiter entfernte europäische Nationalitäten nach Eschweiler gezogen. Zudem ist der Volkslauf, der unter der Schirmherrschaft von Städteregionsrat Helmut Etschenberg steht, der Fünfte von fast 40 bei der Serie um den Rur-Eifel-Volkslauf-Cup 2018.

(mah)