Eschweiler: Viele Eltern haben Verständnis für Streik

Eschweiler: Viele Eltern haben Verständnis für Streik

Trillerpfeifen in die Hand gedrückt zu bekommen, war für die Erzieherinnen aus den kommunalen Kindergärten in Eschweiler am Freitagmorgen eine ungewohnte Erfahrung. Damit sollten sie bei der Demo in Aachen möglichst lautstark ihrem Unmut über Arbeitsbedingungen und Bezahlung Luft machen.

Vor der Abfahrt zur Kundgebung wurden sie von der Gewerkschaft mit allen notwendigen Streik-Utensilien ausgestattet: den Verdi-„Lätzchen”, roten Kappen und besagten Trillerpfeifen (an denen später sicher auch das ein oder andere Kind seine Freude haben dürfte).

Zustimmung oder Kopfschütteln: Auf die Arbeitsniederlegung des Kita-Personals haben die Eltern ganz unterschiedlich reagiert. „Auf der einen Seite sind Eltern sehr verständnisvoll”, berichtet beispielsweise Gabi Baumann von der BKJ-Einrichtung Alte Rodung. „Auf der anderen Seite ist es schwierig für sie, die Zeit zu überbrücken.”

Dabei werden die Eltern in Eschweiler aber nicht völlig allein gelassen. In Abstimmung mit Verdi wurden Notfallgruppen in der BKJ-Einrichtung am Hastenrather Weg und in Weisweiler Auf dem Driesch eingerichtet. Darüber seien die Eltern auch informiert worden, erklärt Monika Gier vom BKJ-Personalrat, die in der „Rappelkiste” in Hastenrath arbeitet. „Viele Eltern hatten Verständnis”, berichtet auch sie. Besonders berührt hat sie die Frage einer Mutter: „Können wir irgendetwas tun, um Sie zu unterstützen?” Allerdings: „Einige waren auch sehr erbost. Die Reaktionen waren wirklich sehr gemischt.”