Gesundheit: Urologen rufen Jungen ab 9 Jahren zur HPV-Impfung auf

Gesundheit : Urologen rufen Jungen ab 9 Jahren zur HPV-Impfung auf

Gewappnet sein vor dem ersten Mal: Urologen rufen Jungen ab 9 Jahren zur HPV-Impfung auf.

Das ist eine gute Nachricht: „Wir schützen vor Krebs mit Impfungen!“, sagt Prof. Dr. Joachim Steffens und strahlt. Der Chefarzt der Urologie und Kinderurologie im St.-Antonius-Hospital ist buchstäblich heilfroh über die Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen für die sogenannte HPV-Impfung für Jungen. Zu dieser Impfung gegen die Humane Papillomviren rät der Urologe dringend an. „Nur wenn auch die Jungs sich impfen lassen, bekommen wir die HPV-Infektionen in den Griff“, sagt Steffens.

Humane Papillomviren (HPV) sind Erreger der häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen und werden über Haut- und Schleimhautkontakt übertragen. Kondome bieten keinen ausreichenden Schutz. Einige der über 200 verschiedenen HPV-Typen verursachen bei Mädchen und Jungs gleichermaßen gutartige, aber hoch ansteckende Warzen im Anogenitalbreich. Hochrisikotypen können bösartige Zellveränderungen auslösen. Dazu gehören Karzinome des Gebärmutterhalses, der Schamlippen und Scheide, des Penis, des Darmausgangs
sowie im Mund- und Rachenraum.

Als Neunfachimpfstoff verabreicht, kann die Impfung bei beiden Geschlechtern mehr als 90 Prozent der Genitalwarzen sowie der HPV-bedingten Krebsarten und deren Vorstufen verhindern. Eine frühe Impfung erzeugt die beste Immunantwort und sollte optimalerweise vor Aufnahme sexueller Aktivitäten erfolgen. Aber auch nach ersten Sexualerfahrungen kann die Impfung noch von Nutzen sein.

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