Markus Krebs in der Festhalle: Ungezwungen und unpolitisch – fast

Markus Krebs in der Festhalle : Ungezwungen und unpolitisch – fast

„Pass auf... kennste den?!“ Ihn kennen wohl mittlerweile viele. Nach drei Solo-Programmen liefert Markus Krebs nun den vierten humoristischen Streich und spielt bis zum Jahresende rund 80 Shows im ganzen Land, ehe es im kommenden Jahr weitergeht.

Beinahe schon zur Tradition geworden ist es in Eschweiler, dass Comedians und Kabarettisten ihren Tour-Auftakt hier begehen, so auch Krebs, der in der Festhalle Weisweiler vor mehreren hundert Zuschauern nicht mehr brauchte als einen Stehtisch, einen Barhocker und eine Flasche Bier.

Doch auch diese drei Requisiten schienen bei dem über zweistündigen Programm so gut wie überflüssig, machte Krebs dieses Mal kaum von ihnen Gebrauch. Irgendwo zwischen Kneipen-Kumpel und Witze-Papst legte er sich mit seinem Ruhrpott-Charme ins Zeug, um mit einer Mischung aus Flachwitzen, kalauernden Wortschöpfungen und intelligenter Komik Pointe auf Pointe folgen zu lassen.

Einzigartig ist der Langhaarige in der Comedy-Szene nicht nur wegen seiner Sonnenbrille und der schwarzen Wollmütze, sondern vor allem für die Eigenart, Gag um Gag aneinanderzureihen. Was dabei klingt wie eine dröge Witzestunde, hat sich etabliert und die Reaktion des Publikums gab ihm auch in Weisweiler Recht: Die Lachmuskeln waren von Beginn an aktiviert, Atempausen waren rar und Lachkrämpfe bahnten sich ihren Weg.

Eine Neuerung war die Interaktion mit den Menschen vor und hinter der Bühne. Krebs wagte einerseits den Gang in die Menge, um Rätsel zu lösen. Andererseits lieferte er sich ein Wortduell mit seinen Tour-Begleitungen, die ebenfalls nicht genug bekamen und sich den ein oder anderen Scherz erlaubten.

Ansonsten sinnierte Krebs gewohnt über auffällige Persönlichkeiten in seinem Umfeld. Ob Kneipe, Urlaubshotel oder Nachbarschaft, keiner blieb verschont. Am Ende seines Programms – und auch das ist Usus – folgten seine Charts der besten Witze. Das Jahr für Jahr aktualisierte Ranking wartete mit neuem Klamauk, aber auch mit den zeitlosen Besten auf.

Selbsterklärend will der „Mann hinter dem Bauch“ keine Botschaften mit auf dem Weg geben, unpolitisch und ungezwungen. Doch dann überkam es ihn doch, wie er gestand und er positionierte sich gegen das Extreme. Es folgte ein Beifall, der an einem Abend voller ausgelassener Lacher, einen anderen Klang der Zustimmung mit sich brachte. Und am Ende konnten jene, die nur für ihn gekommen waren, sogar einen Blick auf seine volle Haarpracht erhaschen, als Krebs mit seiner Mütze eine Hülle fallen ließ.

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