Eschweiler: Überschäumend wie Schaumwein: „Come to the Cabaret”

Eschweiler: Überschäumend wie Schaumwein: „Come to the Cabaret”

Mit zwei ausverkauften Abenden unter dem Motto „Come to the Cabaret” begeisterten die Schüler des Städtischen Gymnasiums ihr Publikum in der ausverkauften Aula. „In die einen Cabarets geht man um dessentwillen, was auf der Bühne geboten wird. In die anderen, um zu sehen, was auf dem Parkett sich tummelt”, beschrieb der Kölner Autor Kurt Morick in den 20er Jahren das Berliner Nachtleben.

Die beiden Abende unter dem Motto „Come to the Cabaret”, im Städtischen Gymnasium gehörten eindeutig zur ersten Kategorie.

Was da auf der Bühne geboten wurde, war den rauschenden Applaus, der aus dem Parkett kam, mehr als wert. Über hundert Schüler boten ein buntes Programm voll mit „Musik, Tanz, Unterhaltung und Flair”. Cabaret eben. Das Publikum saß nicht in Stuhlreihen, sondern an Tischen, fleißige junge Servicekräfte servierten Getränke, und zum Knabbern gab es zwischendurch auch mal Nüsschen. Die Saalmitte war Tanzfläche, und als das Eis am Beginn des ersten Abends so gar nicht brechen wollte, sprintete der Conferencier, Musiklehrer Peter Schulz, zum Kühlschrank am Ende der Aula, kehrte mit einer Flasche Sekt zurück auf die Bühne und sicherte sie („Vielleicht sind Sie ja käuflich...”) dem ersten Paar zu, das sich auf die Tanzfläche wagt. Gelächter und Jubel im Saal - und tatsächlich wurde getanzt. Zumindest ab und zu.

Peter Schulz (Klavier) und Annette Zumbroich (Chorleitung) führten gut gelaunt, locker und humorvoll durch das Programm. Gute Laune strahlten auch die Mädchen und Jungen auf der Bühne aus. Die Chor-Arbeitsgemeinschaft der Klassen 5 und 6 eröffneten als „Lucky Singers” den Abend, natürlich mit „Willkommen, bienvenue, welcome” aus dem Musical „Cabaret”. Mit Musical- und Schlagermelodien, Tanzmusik und Tanzvorführungen ging es dann auch weiter in dem mehr als zweistündigen Programm, in immer neuen Kostümen, in einfallsreichen Szenen und Choreografien. So schlichen zum Beispiel beim „Kriminaltango” die beiden Solistinnen, die Gesichter hinter durchlöcherten Zeitungen verborgen, als Detektive durch den Saal.

Die „Buggiebugs”, das ist die Chor-AG der Jahrgangsstufen 7 bis 13, kamen mal im Stil der Flower-Power-Zeit, mal ganz großstädtisch das Weltgeschehen diskutierend bei „New York, New York” auf die Bühne. Die Singklassen 6a und 6d traten als „Good Cops and bad Gangstas” auf, mit Liedern wie „Kriminaltango” und „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett”, passend dazu sang Jonas Naeven den Mackie-Messer-Song aus der Dreigroschenoper. Eindrucks- und stimmungsvoll auch die Schulband mit Mitgliedern der Orchester-Arbeitsgemeinschaft. Sie spielte im Big-Band-Sound mitreißende Stücke wie „Aux Champs Elysee” und „Tequila”.

Zur Cabaret-Stimmung gehört Tanz - die Besucher hielten sich da eher zurück, dafür boten aber die Schülerinnen tolle Auftritte. Die Tanz-AG, trainiert von Christiane Backes, trat als „Flowerpowergirls” auf, zu einem Stück aus dem Musical „Hairspray”. Ebenso hinreißend die Gruppe „Black and White”, das sind die Mädchen des Gymnastikkurses der Stufe 12. Ihr Tanz wurde von Rosemarie Brauers einstudiert.

Besonders reichen Beifall ernteten die Solisten des Abends. Das war zum einen Multitalent Jonas Nobis, der erst als Sänger begeisterte, dann als Musiker mit eindringlichen Trompetensoli. Sängerin Katrin Vogel interpretierte, nur von Peter Schulz am Klavier begleitet, mal fast flüsternd leise, mal mit kräftig-warmer Stimme „May be this time” aus dem Film „Cabaret” - ein besonders eindrucksvoller Auftritt. Eine Uraufführung, so versicherten die Moderatorinnen Julia und Kathrin Brocker, war das Lied „Wenn du lächelst”. Tabea Naeven, Schülerin des „Städtischen”, hat es selbst geschrieben, und sie begleitete sich dabei auch selbst am Klavier. Mit Alina Rittmeyer im Duett sang sie später das stimmungsvolle „Dream a little dream of me”, auch dafür gab es rauschenden Applaus.

„Einen Applaus für unsere tollen Schüler!” verlangte (und bekam) Schulleiter Dr. Friedhelm Mersch, als er zum Abschluss des Abends mit Blumen auf die Bühne eilte. Gemeinsam mit den dankbaren Besuchern freute er sich, welche mitreißende Stimmung und welche herausragenden Leistungen die Schüler des Städtischen Gymnasiums geboten hatten.

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