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Sportfreunde Hehlrath: U10-Jugendfußballturnier zugunsten der Ukraine-Hilfe in Eschweiler

Sportfreunde Hehlrath : U10-Jugendfußballturnier zugunsten der Ukraine-Hilfe in Eschweiler

Hochkarätiger Jugendfußball beim U10-Turnier der Sportfreunde Hehlrath mit namhaften Teams. Die Einnahmen des Rheinland/Euregio-Cups 2022 gehen an die Ukraine-Hilfe des Europavereins GPB, der eng mit dem Hilfswerk Malteser International zusammenarbeitet.

Um kurz vor elf Uhr hatten am Samstagvormittag deutsche und belgische Nachwuchskicker auf dem Sportplatz „Am Maxweiher“ in Hehlrath Aufstellung genommen, um gemeinsam mit den zahlreichen Zuschauern der Nationalhymne der Ukraine zu lauschen. Untrügliches Zeichen, dass in diesen Tagen auch ein (hochkarätig besetztes) Jugendfußballturnier unter Vorzeichen steht, die vor rund zehn Wochen noch undenkbar schienen. Und so erinnerten auch die Grußworte von Schirmherr Stephan Löhmann, 1. stellvertretender Bürgermeister der Stadt Eschweiler, von Turnierinitiator Christian Haake, U10-Jugendtrainer der Sportfreunde Hehlrath, und GPB-Präsident Peter Schöner an die Geschehnisse in der vom Krieg heimgesuchten Ukraine, bevor die Bundestagsabgeordnete Claudia Moll und der Sportfreunde-Vorsitzende Guido Esser das ursprüngliche Motto des Rheinland/Euregio-Cups 2022 in den Vordergrund stellten.

„Jetzt rollt der Ball“, so ihre Aufforderung an die jungen Ballkünstler von unter anderem Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und Kickers Stuttgart, die sich dies nicht zweimal sagen ließen. Die Gäste von Sporting Charleroi und KAS Eupen aus der belgischen Nachbarschaft verliehen dem Turnier darüber hinaus internationalen Flair. Und die Gastgeber der Sportfreunde Hehlrath ließen nicht nur mit dem Führungstreffer gegen Borussia Dortmund aufhorchen und zeigten starke Leistungen gegen große Namen. Über die unterschiedlichen Aspekte des Turniers äußerten sich Christian Haake, Guido Esser und Peter Schöner.

Große Namen des Fußballs bei einem im besten Sinne des Wortes Dorfverein zu Gast. Wie schafft man es, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf nach Hehlrath zu locken?

Christian Haake: Durch viel Arbeit und Hartnäckigkeit. Eigentlich gab es die ersten Gedanken, dieses Turnier auszurichten, schon im Jahr 2019. Dann hat uns die Coronavirus-Pandemie immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vor rund einem Dreivierteljahr haben wir uns dann entschlossen, das Projekt anzugehen. Ich habe die Vereine gezielt angeschrieben. Durch unsere U9-Turniere, bei denen vor rund zehn Jahren ja auch regelmäßig so renommierte Vereine wie Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und KRC Genk mit von der Partie waren, haben die Sportfreunde Hehlrath hier und da noch einen Fuß in der Tür. Und natürlich haben wir in unserer Region das Glück, dass sich einige bedeutende Namen des deutschen Fußballs in der Nachbarschaft befinden und einen überschaubaren Weg nach Eschweiler haben. Als dann der erste „Große“ seine Zusage gegeben hatte, trat ein Domino-Effekt ein.

Bei den Stuttgarter Kickers kann man nicht von unmittelbarer Nachbarschaft sprechen. Trotzdem sind die Jugendfußballer aus dem „Ländle“ vor Ort. Wie kam es dazu?

Christian Haake: Der Kontakt kam über einen Bekannten aus Düsseldorf zustande, der Verbindungen zu den Kickers hat. Die Jungs reisten mit ihren Trainern und Betreuern bereits am Freitag per Zug an. Wir haben sie am Bahnhof abgeholt, dann gemeinsam ein erstes Training auf unserer Anlage „Am Maxweiher“ absolviert, bevor ein Grillabend folgte. Anschließend haben die Kickers bei den Familien unserer Spieler übernachtet. Einige Eltern aus Stuttgart waren ebenso vor Ort, haben sich aber eigene Schlafgelegenheiten organisiert.

Als die Planungen für das Turnier in Gang kamen, war die Welt noch eine andere. Der Erlös des Turniers kommt der Ukraine-Hilfe des Europavereins GPB zugute. Ihre Gedanken dazu und was genau wird getan?

Christian Haake: Vor einigen Wochen waren auf unserer Anlage Jugendfußballer aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu Gast, die in ihrer Heimat für Kooperationsvereine von Dynamo Kiew spielen und derzeit in der Sportschule Hennef untergebracht sind. Das war sehr bewegend und emotional. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war für uns klar, dass wir auch mit unserem Jugendturnier helfen möchten. Unser Anliegen ist schlicht und einfach, die Menschen in der Ukraine durch den Erlös dieses Turniers ein klein wenig zu unterstützen. Auch die teilnehmenden Vereine unterstützen uns und stellen Präsente zur Verfügung, die versteigert werden.

Wie kam der Kontakt zum Europaverein GPB zustande?

Guido Esser: Während der Friedenskundgebung auf dem Marktplatz wenige Tage nach Beginn des Kriegs habe ich den GPB-Präsidenten Peter Schöner getroffen und wir sind ins Gespräch gekommen. Da eine Eigenart von mir ist, relativ schnell Nägel mit Köpfen zu machen, dauerte es nicht lange, bis wir uns einig waren, in Sachen des Rheinland/Euregio-Cups 2022 zusammenzuarbeiten.

Ein weiteres Zeichen der Solidarität. Ein Hoffnungsschimmer für die Verantwortlichen der GPB, die enge Kontakte in die Ukraine, aber durchaus auch nach Russland unterhielten?

Peter Schöner: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber momentan ist einfach Unterstützung der Ukrainer angesagt. Vor allem den Kindern, den Frauen und den alten Menschen, die in jedem Krieg die Hauptleidtragenden sind, muss geholfen werden. Wir versuchen dies über unsere Verbindung zu den Maltesern. Der GPB-Vizepräsident Jürgen Werner ist Leiter der Malteser in der Diözese Aachen. Auch in der Ukraine gibt es die Malteser, die immer noch vor Ort sind. Über die Malteser International werden wir ständig über die Situation in der Ukraine auf dem Laufenden gehalten. Durch die Kooperation haben wir die Gewissheit, dass die Spenden 1:1 ankommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sportfreunde Hehlrath gehen gegen den BVB in Führung