Zwischen Politik und Psychiatrie: Turid Müller singt als „Teilzeitrebellin“ im Talbahnhof

Zwischen Politik und Psychiatrie : Turid Müller singt als „Teilzeitrebellin“ im Talbahnhof

Worunter leidet die Teilzeitrebellin? Unter Haltung! Turid Müller singt am Freitag, 17. Mai, 20 Uhr, im Talbahnhof von der täglichen Grätsche zwischen Ideal und Wirklichkeit, über Politik und Gesellschaft und vom Wertechaos, dem niemand entkommt. Nicht mal sie selbst.

Zwischendurch plaudert die Schauspielerin und Diplompsychologin aus dem Nähkästchen ihrer Karriere. Von der bühnentherapeutischen Couch aus spießt die lächelnde Blondine treffsicher auf, was wir nur allzu gern unter den Teppich unserer eigenen Prinzipien kehren. Dabei schürft sie tief, aber nie unter der Gürtellinie. Sie greift Themen auf zwischen Rechtsruck und Werbefernsehen, Burnout und Demenz, Kapitalismus und Feminismus. Worte und Noten ihrer Lieder stammen aus eigener, akribisch angespitzter Feder.

Nicht wegzudenken hierbei: Stephan Sieveking, der Mann an den Tasten. Leise und lakonisch, höflich und hinterlistig.

 Die Teilzeitrebellin lässt die Besucher ohne Sicherheiten zurück. Aber mit einem frischen Blickwinkel auf die Frage: „Ist das noch Psychiatrie oder schon Politik?“

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