Eschweiler: Trommeln, Trachten, Tänze: Togo

Eschweiler: Trommeln, Trachten, Tänze: Togo

Trommeln, Trachten, Tänze - Exil-Togolesen aus Deutschland und den Nachbarländern feierten am Samstag ihren internationalen Kulturtag „Kamaka” nach 2008 zum zweiten Mal in Eschweiler. Zu dem bunten Fest war auch die Bevölkerung in die Festhalle Kinzweiler eingeladen.

Isso Iratéi, König des togolesischen Bezirks Assoli, und der Eschweiler Bürgermeister Rudi Bertram würdigten Völkerfreundschaft und Integration. Zur Integration gehöre auch, so versicherten sie, die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen und die Kultur der Freunde kennen zu lernen.

In Westeuropa leben viele tausend Menschen, die aus dem westafrikanischen Togo stammen. In Deutschland kümmert sich der in Eschweiler ansässige Verein Kézébidi e. V. um das Bewahren von Kultur und Traditionen. Er unterstützt auch soziale Projekte im Heimatland. Denn Togo, das bis 1914 deutsche und später bis 1960 französische Kolonie war, ist ein armes Land. Kézébidi organisierte am Samstag zum zweiten Mal den Kulturtag, und Vorsitzender Abbass Issifou strahlte: Der Andrang war riesengroß. Über 400 Togolesen waren angereist. Tanzgruppen aus Holland, Belgien und Deutschland zeigen Tänze aus den Regionen des afrikanischen Landes, begleitet von virtuoser Trommelmusik.

Ein ausgelassenes, fröhliches Fest, hinter dem viel organisatorischer Aufwand steckte. So hatten die Frauen der im Verein organisierten Familien traditionelle Speisen gekocht, und alle Gäste durften zulangen. Es gab unter anderem Watshi, ein würziges Gericht aus Reis und Bohnen, Dafaduka, ein köstliches Reisgericht mit Gemüse und Hühnerschenkeln, Kon (in Maisblättern gegarte Maisklöße) und Abolo, das sind Klöße aus Mais- und Reismehl. Abbass Issifou, der Vorsitzende des Vereins Kézébidi, ist ein Multitalent.

Er führte als Moderator durch das Programm, begrüßte die Fest- und Ehrengäste, stand als Trommler auf der Tanzfläche, übersetzte die Ansprachen vom Französischen ins Deutsche (und auch anders herum), fand zwischendurch auch noch Zeit für ein Fernseh-Interview und strahle dabei pausenlos gute Laune aus.

Ganz in Weiß

Rauschenden Beifall gab es im Saal der Festhalle, als zwei Personen für ihre Verdienste um Integration und deutsch-togolesische Freundschaft geehrt wurden: Helga Grimmer von der Arbeiterwohlfahrt und Bürgermeister Rudi Bertram. Es war eine überraschende und ungewöhnliche Ehrung. Der Verein hatte togolesische Trachten für Grimmer und Bertram anfertigen lassen. „Handgefertigt in der Gegend, aus der ich stamme”, lachte Abbass Issifou. Das Gewand für den Bürgermeister war ganz in Weiß - so ehrt man in Togo nur ganz besonders gute Freunde. Anprobe war direkt auf der Bühne der Festhalle.

Ein weiterer Vertreter der Stadt brauchte sich nicht eigens umzuziehen - der Integrationsbeauftragte Jürgen Rombach saß bereits seit der Eröffnung des Kulturtreffens in togolesischer Bekleidung auf der Bühne, als habe er nie etwas anderes getragen. Und dann tanzten Bürgermeister Bertram, Helga Grimmer und Jürgen Rombach mit Vertretern des Kulturvereins einen togolesischen Kriegertanz - ein ritualisiertes Gefecht, bei dem Hölzer gegeneinander geschlagen werden. Der Beifall war enorm.