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THW-Jugend in Hellenthal unterwegs

Einsatz in Hellenthal : „Glück auf“ für die THW-Jugend Eschweiler

Das neue Jahr begann für die Jugendgruppe des THW-Ortsverbandes Eschweiler mit der jährlichen Sicherheitsunterweisung durch ihre Jugendbetreuerin Laura Saro, die gleichzeitig die Funktion des Sicherheitsbeauftragten im Ortsverband innehat.

Neben den gesetzlichen Vorschriften zur Unfallverhütung wurden auch THW-interne Regelungen und Verhaltensweisen bei Ausbildungen, Übungen und Einsätzen ins Gedächtnis gerufen. „Jugendgruppe und Einsätze“? – in vielen Bereichen sind die Sicherheitsaspekte für die Jugendlichen die gleichen wie die der aktiven Helfer des Technischen Zugs. Und so war dieser Dienst so angelegt, dass ebenfalls aktive Helfer, die an ihrem eigenen Zugdienst zu diesem Thema beruflich verhindert waren, an diesem Tag den Teil ihre Einsatzbefähigung nachholen konnten.

Kurz vor Mittag endete die interessant gestaltete Unterweisung und die Eschweiler Jugendlichen machten sich gemeinsam mit der Jugendgruppe des Nachbarortsverbandes Stolberg auf den Weg in die Eifel nach Hellenthal. Dort hatte man im vergangenen Jahr während eines Bezirkswochenendes im Ortsteil Rescheid ein Besucherbergwerk entdeckt und einen gemeinsamen Besuch vereinbart. Am Bergwerk angekommen, wurde zunächst die Mittagsverpflegung eingenommen. Der Feldkoch des OV Eschweiler, Ernst Spaltner, hatte diese vorbereitet.

Nach dieser Stärkung begann die spannende Tour durch das Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“. Bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist die Bleierzgewinnung in Rescheid bekannt und in verschiedenen Teilabschnitten und Ausbaustufen wurde der Bergbau bis 1920 betrieben. Zur Deckung des erhöhten Bedarfs der Rüstungsindustrie erfolgte noch einmal zwischen 1936 und 1940 eine kurzzeitige Reaktivierung, doch die Aufgabe war dann endgültig.

Nach der Verfüllung des Mundloches und der meisten Wetterschächte Ende der 60er Jahre geriet das Bergwerk in Vergessenheit. Auf Initiative des Heimatvereins Rescheid, in dessen Trägerschaft auch heute das Besucherbergwerk liegt, konnte am 3. Oktober 1993 die offizielle Eröffnung gefeiert werden. Heutzutage können etwa 900 Meter des fast 2,5 Kilometer langen „Tiefen Stollens“ im Rahmen einer geführten Tour von den Besuchern erkundet werden.

Ausgestattet, wie THW’ler nun mal sind, mit Einsatzanzug, Helm, Handschuhe und Taschenlampe, ging es an der „ Kaue“, wo normalerweise die Besucher „bergmännisch“ ausgerüstet werden, vorbei in den „Tiefen Stollen“. Dieser war im Jahre 1907 mit einer elektrischen Grubenbahn versehen worden und diente neben dem Erztransport der Entwässerung. Gleise und Bahn sind jedoch nicht mehr vorhanden.

Zum Teil duckend, unter tropfenden Spalten im Gestein hindurch, ging es vorbei an einigen Infopunkten. In abzweigenden Strecken des 16. Jahrhunderts konnte man den damals üblichen Stollenquerschnitt von nur 90 Zentimetern Höhe und 50 Zentimetern Breite bewundern, hergestellt von Hand mit Hammer und Meißel. Bei diesen Ausmaßen wurde es auch den Jugendlichen klar, warum viele Sagen und Legenden von arbeitenden Zwergen in den Bergwerken berichten.

Vorbei an sogenannten „Lichtlöchern“, die der Bewetterung (Belüftung) dienten, konnte man auch an den glatten Steinwänden zeitgenössische Graffiti bewundern. In über 150 Zeichnungen und Signaturen wurde die damalige Arbeitswelt von den Bergleuten mühsam eingeritzt. Dies ist einmalig für ein europäisches Besucherbergwerk. Nach rund zwei Stunden erreichte man wieder das Tageslicht und die Jugendlichen sowie ihre Betreuer bedankten sich herzlich für die interessante Führung.

Gegen 17.30 Uhr erreichte die Gruppe dann wieder Eschweiler und der erste Dienst im neuen Jahr war leider bereits zu Ende, doch weitere interessante Termine werden folgen.