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Erster digitaler Jugenddienst: THW-Jugend bleibt auf Abstand und doch „zusammen“

Erster digitaler Jugenddienst : THW-Jugend bleibt auf Abstand und doch „zusammen“

Mit dem ersten virtuellen Jugenddienst reagierte das Technische Hilfswerk Eschweiler auf die Corona-Krise. Per WhatsApp lösten die Jugendlichen eine Aufgabe — und blieben so „zusammen“ und doch auf Abstand.

Gerade noch befanden sich die Jugendlichen im THW-Ortsverband Eschweiler in der Vorbereitung zum Leistungsabzeichen, dann hieß es plötzlich „Dienstverbot“ — zunächst bis zum 19. April. Schon seit dem Moment der „Schließung der Schulen und Eingrenzung der sozialen Kontakte“ haben Ortsjugendleiter Ernst Spaltner und Jugendbetreuerin Laura Saro sich Gedanken gemacht, wie man die THW-Jugend in dieser Zeit „zusammen“ und doch auf Abstand halten kann. Über die sozialen Netzwerke erreichten Eschweiler viele Beispiele anderer Ortsverbände, die ähnlich dachten und auch gute Ideen entwickelten.

Nach einigen Überlegungen orientierte man sich an einem Beispiel des THW-Ortsverbandes Ludwigshafen, der mit seiner Idee die Grundlage zum ersten virtuellen Jugenddienst der THW-Jugend Eschweiler legte. Anfang April fand dieser dann über Whatsapp statt. Als Aufgabe hatten die Jugendbetreuer den Bau eines sogenannten Knotenbrettes ausgewählt. Auf diesem Brett werden die wichtigsten Stiche und Bunde des Technischen Hilfswerkes angebracht. So wurden Aufgaben des geplanten Leistungsabzeichens im Miniaturformat abgefragt.

Jedem der 21 Jugendlichen wurde am Vorabend des Jugenddienstes eine Materialtüte an die Haustüre gestellt, die folgenden Inhalt hatte: zwei kleine Kanthölzer, acht dünne Rundhölzer, 23 Seile in verschiedenen Längen und eine Tube Leim. Dafür waren vom Ortsjugendleiter und der Jugendbetreuerin in Summe 12,6 Meter Kantholz (5x40 Millimeter) und 39,48 Meter Rundholz (10 Millimeter) auf Länge zu sägen sowie die Schnittkanten zu brechen. 192 Meter dünnes Kunststoffseil wurde in 483 Stücke verschiedener Längen geschnitten und alle Seilenden waren zu verschweißen.

Pünktlich zum Dienstbeginn um 19 Uhr starteten die Jugendbetreuer den Whatsapp-Chat: Mit Erklärvideos und Bildern wurde den Jugendlichen Schritt für Schritt der Bau des Knotenbrettes erläutert. Einfacher und doppelter Hinterstich, Sackstich, Doppelstich und Hinterstich mit Halbschlag waren anzufertigen und auf den Kant- und Rundhölzern zu befestigen. Diese Stiche stellen einen Teil der Aufgaben beim Thema „Stiche und Bunde im THW“ dar und sind wichtig für die tägliche Arbeit innerhalb von Übungen und Einsätzen.

Besonders erwähnenswert ist eine zweite Whatsapp-Gruppe die sich gründete: die der Eltern. Dort wurden ebenfalls fleißig Zwischenstände ihrer Kinder gepostet und positive Rückmeldungen zum Engagement der Jugendbetreuer gegeben. So wurde aus dem Jugenddienst ein Familienevent für alle.

Kurz vor 22 Uhr kamen die letzten Bilder und der erste virtuelle Jugenddienst des THW-Ortsverbandes konnte zufrieden beendet werden. Voller Stolz meldeten die Jugendbetreuer ihrem Ortsbeauftragten Arnold Willecke und seinem Stellvertreter Guido Masmeier direkt im Anschluss den Erfolg des Projektes und warnten vor: Die Jugendgruppe wird so weitermachen. Alle sind nun gespannt, was sich der Ortsjugendleiter Ernst Spaltner und die Jugendbetreuerin Laura Saro einfallen lassen.