Theaterstück am Städtischen Gymnasium

Preisgekröntes Theaterstück : „An der Arche um Acht“

Eis und Schnee, Schnee und Eis und wieder Eis und Schnee: Das Leben in der Antarktis ist für die drei Pinguine (Caterina Schäfer, Johannes Schöneberger, Franziska Schneider) alles andere als aufregend.

Aus lauter Langeweile könnte man zur Abwechslung den gerade zufällig vorbeifliegenden Schmetterling „abmurksen“. Aber: „Du sollst nicht töten!“ lautet eines von Gottes Geboten. Doch wer ist eigentlich Gott? Gesehen hat ihn bisher keiner der drei Pinguine.

Und überhaupt: „Wenn es ihn gibt, dann ist er mit uns recht eigenartig umgegangen. Wir sind Vögel und riechen nach Fisch“, schüttelt das Trio seine Köpfe. Als sich dann aber einer der Pinguine versehentlich auf den Schmetterling setzt und glaubt, ein Mörder zu sein, ist die Verzweiflung groß. Schließlich kommen nur die „Guten“ in den Himmel. „Doch ich bin ein schlechter Pinguin“, erklärt der vermeintliche Täter, von den Vorwürfen seiner Freunde verletzt, trotzig. „Ich brauche keinen Gott. Und ich brauche auch keine Freunde“, zieht er von dannen.

Als wenig später eine Taube (Yvonne Hofmann) die beiden anderen Pinguine aufsucht und ihnen eröffnet, Gott habe genug von den Menschen und Tieren, die immerzu stritten, und beabsichtige, eine Sintflut zu schicken, ist das Entsetzen groß. Nur für zwei Exemplare jeder Art sei auf dem von Noah (Marvin Moers) gebauten Schiff, Arche genannt, Platz vorhanden. „An der Arche um Acht“, besteht die Taube auf Pünktlichkeit. Doch was soll mit Pinguin Nummer drei geschehen? Die Beiden können ihren Freund unter keinen Umständen im Stich lassen. Sie schmuggeln ihn in einem Koffer an Bord...

Vor wenigen Tagen feierte das von einem Ensemble der Theaterschule Aachen unter der Regie von Roman Kohnle präsentierte preisgekrönte Theaterstück „An der Arche um Acht“ des Autors Ulrich Hub im Aachener Ludwig-Forum Premiere. Am Donnerstagvormittag gastierten die Schauspieler nun auf der Bühne der Aula des Städtischen Gymnasiums, um Schülern der fünften und sechsten Jahrgangsstufe sowie zweier internationaler Förderklassen das humorvolle, kurzweilige und auch von Musik geprägte Werk vorzustellen, das kindgerecht ein Thema behandelt, das größer kaum sein könnte: Gott oder „Wo kommen wir eigentlich her?“

Sieht und hört Gott alles, was wir tun, und bestraft jeden Fehler streng? Müssen wir vor ihm Angst haben? Oder trägt er gar menschliche Züge, in dem er eingesteht, „mit der Sintflut einen Fehler begangen zu haben, den er nie mehr wiederholen wird“, wie Noah letztlich der Taube, den drei Pinguinen und allen übrigen Tieren offenbart.

Als es nach beinahe unzähligen Tagen endlich aufhört zu regnen, verlassen diese die Arche und erblicken einen Regenbogen. Noch auf dem Schiff hatte die Taube eine Stimme gehört, die aus dem „von Anfang an höchstverdächtigen Koffer“ zu ihr spricht. Gott habe sich entschlossen, „in Zukunft die Menschen und Tiere so zu akzeptieren, wie sie sind“. Jeder solle für sich entscheiden, ob es Gott gebe oder nicht. „Liebe zählt nur, wenn sie freiwillig geschenkt wird!“, so die Stimme. Schließlich spricht ein Pinguin einen bemerkenswerten Gedanken aus: „Vielleicht ist ein bisschen Gott ja in jedem von uns?“

Begeisterter Applaus der Schüler belohnte das Darstellerquintett und Regisseur Roman Kohnle, denen es gelungen war, den jungen Zusehern und -hörern die Faszination und die Magie des Theaters vor Augen zu führen. Wobei auf und vor der Bühne deutlich wurde, das kein Thema „zu groß“ für junge Menschen ist, wenn es altersgerecht aufbereitet wird.

(ran)