Eschweiler: The Hookers verpassen den Zuhörern Gänsehaut

Eschweiler: The Hookers verpassen den Zuhörern Gänsehaut

Sänger Hubert Clemes hat nicht nur eine atemberaubende Stimme, die auch in jeder Bluesbar im amerikanischen Süden den Leuten eine gehörige Gänsehaut verpassen würde, sondern spielt dazu auch noch begnadet Mundharmonika.

Mundharmonika - da werden sich die meisten Jugendlichen heutzutage denken: „Das ist doch diese Blechding, auf dem die Cowboys ab und zu in den alten Westernfilmen mal einen schiefen Ton zustande bringen.” Doch in den Händen von Hubert Clemens wird die „Blues Harp” auch heute noch zum vollwertigen Instrument eines Boogie- und Blues-Trios, wie den Hookers aus Aachen.

Zum vierten Mal

Am Freitag spielten die Musiker schon zum vierten Mal im Eschweiler Culture Café. In seiner intimen Atmosphäre konnte sich keiner der Zuschauer der Wirkung der handgemachten Musik entziehen. Von der ersten Sekunde an erfüllte Clemens geniale Bluesstimme jeden Winkel des Raumes und auch Walter Jenniches am Klavier und Jochen Solbach am Kontrabass bewiesen, dass es keiner aufwändigen Computer-Produktion bedarf, um gute Musik zu machen.

In dem Mix aus mehr als einem halben Jahrhundert Blues- sowie RhythmnBlues-Geschichte, den die Drei in ihrem Programm präsentieren, fliegen Walter Jenniches Hände geradezu über die schwarzen und weißen Tasten seines Pianos.

Mit Stücken von Blues-Songwriterlegenden von T-Bone Walker und Willi DeVille spielen „The Hookers” auch keine leicht bekömmlichen und altbekannte Hits aus der Mitte des vergangenen Jahrhundert, sondern erdigen ehrlichen Blues für Liebhaber des Genres.

Songs vom „Boss”

Songs von Elvis Presley oder dem „Boss” Bruce Springsteen schaffen es genauso in die Setlist des Trios wie einige eigene Stücke. Bei dem Song „Go Down” könnte man der Stimme von Hubert Clemens nähere Verwandtschaft mit einem Reibeisen nachsagen, allerdings einem, das die Töne trifft und rau und gefühlvoll gleichzeitig sein kann.

Dazu groovt der Kontrabass von Jochen Solbach, was da Zeug hält, und gibt den gezupften Pulsschlag der Musik ab. Wenn Solbach zum Bogen greift und seinen Kontrabass streicht, dann ersetzt er leicht auch mal ein Orchester, denn sein Bassspiel wirkt im proppenvollen Culture Café viel intensiver, als es ein Streichquartett in einer riesigen Konzerthalle sein könnte.

Allein aufgrund der heißen Temperaturen im Konzertraum mussten die „The Hookers” ein paar kleine Pausen zum Abkühlen einschieben, denn ansonsten hätten sie bestimmt auch ohne Pause bis tief in die Nacht hinein gespielt - das begeisterte Publikum hätte am Freitagabend im Culture Café sicherlich auch daran seine wahre Freude gehabt.