Aachen/ Eschweiler: Technisches Hilfswerk probt den Ernstfall

Aachen/ Eschweiler : Technisches Hilfswerk probt den Ernstfall

Zum Ende des Jahres 2017 beauftragte der Aachener THW-Ortsbeauftragte Albert Willekens die THW-Kollegen des befreundeten Ortsverbandes Eschweiler mit der Planung einer auch für ihn überraschenden Alarmübung innerhalb der nächsten Monate. Gerne kam der Ortsverband Eschweiler diesem Wunsch nach und der erfahrene Übungsplaner Erwin Emmerich nahm sich dieser Aufgabe an.

Mit der Suche nach einem geeigneten Übungsgelände für die fiktive Lage zur Beschäftigung zweier Technischer Züge mit den Fachgruppen Elektroversorgung und Ortung gingen die nächsten Monate rasch ins Land. Fündig wurde Organisator Erwin Emmerich, der Helfer für die Öffentlichkeitsarbeit des THW-Ortsverbandes Eschweiler, im Kreis Düren bei einem ehemaligen Tanklager des belgischen Militärs. Nach weiteren Wochen intensiver Vorbereitung startete am Freitag, 25. Mai, unter der Einbindung auch der Eschweiler THW-Helfer die heiße Phase der Übung.

Schwieriger Einsatz: Auch auf dem Dach dieser ehemaligen Fahrzeughalle wurde der Ernstfalle geprobt. Foto: Erwin Emmerich

Als Lage bei dieser Alarmübung war vorgesehen, dass sich der Technische Zug des Ortsverbandes Eschweiler mit seiner Räumgruppe bereits im Einsatz befand, aber auf Grund der Einsatzanforderung dringend Unterstützung der Aachener Kameraden benötigte. So wollte man nicht nur den internen Alarmierungsablauf innerhalb des THW Aachen, sondern auch direkt die Zusammenarbeit dann dreier Technischer Züge mit ihren unterschiedlichen Fachgruppen erproben und unter Zuhilfenahme von insgesamt fünf Beobachtern entsprechend begleiten. Soweit die Planung.

Gegen 18 Uhr informierte Übungsleiter Erwin Emmerich die 20 Helfer des OV Eschweiler über die Übungslage. Auf dem Gelände des ehemaligen Tanklagers wurden Jugendliche, gespielt von drei Mitgliedern der THW-Jugend Eschweiler, vermisst und der Ortsverband Eschweiler wurde mit deren Suche beauftragt. Bedingt durch vorhandene, teilzusammengebrochene Gebäude wurde der Baufachberater des OV Aachen kurz nach der Einweisung über die Leitstelle Aachen per Melder alarmiert. So sollte der Aachener Ortsbeauftragte, der in Personalunion auch dieses Amt ausübt, bereits früh von seinem Ortsverband getrennt werden.

Beim Blick über das weitläufige Übungsgelände wurde dem Eschweiler Zugführer schnell klar, dass er zur Unterstützung die beiden Technischen Züge aus Aachen mit ihren Fachgruppen benötigen würde. Diese wurden ebenfalls umgehend per Melder alarmiert. Ausgestattet mit einem Aachener Unterkunftsschlüssel erwarteten zwei Übungsbeobachter die eintreffenden Helfer in der Aachener Unterkunft und sie konnten sich ein genaues Bild der dortigen Abläufe machen. Im Eingangsbereich des Übungsgeländes installierte währenddessen der Eschweiler Zugtrupp einen Meldekopf und führte von seinem Mannschaftstransportwagen aus während der gesamten Übung die eintreffenden und agierenden Teileinheiten.

Während im Gelände einige Eschweiler Helfer ihre Arbeit begannen, wartete man im zerstörten Gebäudekomplex noch auf die Unterstützung des Baufachberaters. So startete der Bau eines neun Meter langen Steges über ein offenes Gewässer, das Abpumpen eines wassergefüllten Schachtes sowie das gezielte Anheben schwerer Betondachelemente. Nach dem Eintreffen des Baufachberaters legte dieser umgehend die erforderlichen Abstützmaßnahmen fest und kurz darauf trafen auch bereits erste Teileinheiten des OV Aachen im Übungsgelände ein. Rasch wurden die noch offenen Arbeitsbereiche sowie die erforderlichen Unterstützungen zwischen den verantwortlichen Zug- und Gruppenführern abgestimmt und alle geplanten Arbeiten gingen dann zügig voran.

Die 17 zusätzlichen Aachener Kräfte übernahmen neben den Abstützarbeiten und der Installation von Beleuchtung an allen Übungsstellen auch die technische Ortung eines noch vermissten Jugendlichen auf dem Flachdach einer hohen, ehemaligen Fahrzeughalle. Mit der Arbeitsbühne des Eschweiler Teleskopstaplers konnte dann die rasche Rettung erfolgen. Nach der Beendigung aller Rückbaumaßnahmen bedankten sich beide Ortsbeauftragten bei ihren Helfern für die gezeigten Leistungen sowie für die hervorragende Planung der Alarmübung. Gegen 23.15 Uhr konnte die Übung beendet werden und man begab sich auf den Heimweg in die jeweiligen Unterkünfte. Für die folgenden Wochen sind nun noch Einzelgespräche mit den Ortsverbänden und den eingesetzten Beobachtern über die beobachteten Abläufe sowie mögliche Verbesserungen geplant.