SV St. Jöris gewinnt den Blausteinsee-Cup

Fußball : St. Jöris gewinnt den Blausteinsee-Cup

Unverhoffte Chancen konsequent zu nutzen, ist immer ein Erfolgsrezept. Nicht zuletzt im Fußball. Per Losentscheid zog der SV St. Jöris am Donnerstagabend in das Halbfinale des 23. Blausteinsee-Cups des FC Rhenania Lohn ein. Drei Tage später holte sich der indestädtische A-Ligist den Turniersieg.

Und tat dies mit Siegen über die beiden Landesligisten Germania Teveren und Kohlscheider BC auf bemerkenswerte Art und Weise. Grundlage war eine starke Defensivleistung, an der die gesamte Mannschaft des SV St. Jöris in beiden Spielen beteiligt war. Aus dieser Sicherheit heraus startete der Gastgeber der heute beginnenden Stadtmeisterschaft aber auch immer wieder offensive Aktionen und erwies sich darüber hinaus enorm konsequent im Ausnutzen gegnerischer Fehler.

Der Erfolg des SV St. Jöris bedeutete übrigens den dritten indestädtischen Turniersieg in Folge beim von dieser Zeitung präsentierten Traditionsturnier in Eschweilers Norden. Vor zwei Jahren hatten sich die Gastgeber von Rhenania Lohn in die Siegerliste eingetragen. Zwölf Monate später triumphierte Fortuna Weisweiler.

Finale: Kohlscheider BC - SV St. Jöris 0:2 (0:0)

Die Zuschauer sahen zahlreiche Parallelen im Vergleich zum Halbfinalsieg des SV über Teveren kaum 24 Stunden zuvor. Die St. Jöriser störten die KBC-Spieler früh und erstickten so zahlreiche Angriffsversuche des Landesliga-Aufsteigers bereits im Keim. Je länger die Partie dauerte, desto sicherer wurden die Aktionen des A-Ligisten, während beim KBC immer größere Zweifel Einzug hielten. In der 66. Minute ergriff St. Jöris dann seine Chance, als KBC-Torhüter Moritz Bürger einen Ball zum zweiten Mal aufnahm.

Den fälligen indirekten Freistoß im Kohlscheider Strafraum verwandelte Maik Engelhardt, indem er einen KBC-Akteur in der Mauer anschoss. Der abgefälschte Ball fand den Weg ins KBC-Tor. Der SV St. Jöris führte mit 1:0. Wenig später zwang Michael Gillessen mit einem fulminanten Schuss Moritz Bürger zu einer Glanzparade.

Auf der anderen Seite zeichnete sich auch SV-Keeper Manfred Wangnick in der Schlussphase mit einigen Rettungsaktionen aus. Die Entscheidung fiel schließlich in der 87. Minute: Nach einem Kohlscheider Fehlpass lief Neuzugang Daniel Nett alleine auf das KBC-Tor zu und versenkte den Ball zum 2:0. Der Rest war Jubel und die Pokalübergabe durch Rhenania-Geschäftsführer Nicolas Mürkens an SV-Spielführer Christian Bittins.

Spiel um Platz 3: SV Roland Millich - Germania Teveren 1:10 (1:5)

Das Ergebnis spricht Bände: Der Landesligist schoss sich den Frust der Halbfinalniederlage von der Seele, der A-Ligist aus Heinsberg, der als einzige Mannschaft des Turniers vier Siege in der Vor- und Zwischenrunde gefeiert hatte, musste dies ausbaden.

1. Halbfinale: SV Roland Millich - Kohlscheider BC 1:3 (0:2)

Vier Spiele, vier Siege, 10:0 Tore. Die Bilanz, die der SV Roland Millich aus der Vor- und der Zwischenrunde mit in das Halbfinale des Blausteinsee-Cups brachte, konnte sich mehr als sehen lassen. Gegen den Landesliga-Aufsteiger geriet der Heinsberger A-Ligist allerdings schon nach neun Minuten in Rückstand. Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Peter Kieven verdoppelte der Favorit seinen Vorsprung. Als Yannick Wersich dann in Minute 52 aber auf 1:2 verkürzte, kehrte die Spannung zurück. Diese konnte Millich bis zur 82. Minute aufrechthalten, dann verwandelte Felix Haupts einen Foulelfmeter zum entscheidenden 3:1 für den KBC.

2. Halbfinale: Germania Teveren - SV St. Jöris 0:1 (0:0)

Bei zunächst strömendem Regen entwickelte sich von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, in dem der Zwei-Klassen-Unterschied zwischen Landesligist Teveren und dem indestädtischen A-Ligisten nicht zu Tage trat. Die Germanen erspielten sich zwar ein leichtes optisches Übergewicht, doch der SV, der als Einheit verteidigte, jedoch auch immer wieder offensive Akzente setzte, geriet nicht unter anhaltenden Druck. Mit zunehmender Spieldauer gelang es der Mannschaft des Trainer-Duos Wilfried Lisowski und Sanjin Talic viel mehr, den Spielern aus Teveren „auf die Nerven“ zu gehen. Immer häufiger waren Kommentare der Unzufriedenheit von den Landesliga-Akteuren zu hören. Diese fanden ihren Höhepunkt in der 72. Minute: Durch konsequentes Stören erzwang der SV einen Ballverlust des Gegners tief in dessen Spielhälfte.

Ein schneller Pass in die Tiefe auf Tobias Wirtz, der die Aktion mit einem platzierten Flachschuss in das rechte Eck des Germania-Tores konsequent abschloss, und St. Jöris führte mit 1:0. Acht Minuten später hatte der Außenseiter dann auch noch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als ein Teverener Angreifer aus spitzem Winkel den Innenpfosten traf. Der zurückspringende Ball landete in den fangbereiten Armen von SV-Torhüter Manfred Wangnick. Zwar verlagerte sich das Spielgeschehen in den Schlussminuten mehr und mehr in Richtung des St. Jöriser Strafraums, doch der SV stemmte sich mit vereinten Kräften gegen den Ausgleich und durfte schließlich jubeln.

(ran)