Eschweiler-Bergrath: SV Falke Bergrath feiert 90-jähriges Bestehen

Eschweiler-Bergrath: SV Falke Bergrath feiert 90-jähriges Bestehen

90 Jahre SV Falke Bergrath: Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Und genau das taten die Falken am Freitag in ihrem Vereinsheim im Willi-Bertram-Stadion. Doch nicht nur ein Rückblick auf die vergangenen 90 Jahre stand an diesem Abend auf dem Programm. Auch die Einweihung des neuen Kleinspielfeldes fand statt.

Auch dieses hat bereits eine Geschichte, die voller Höhen und Tiefen ist. Ende 2012 hatten die Mitglieder des Sportausschusses der Stadt Eschweiler den Antrag der Falken abgelehnt. Diese beantragten, aufgrund der enorm gestiegen Mitgliederzahlen, für den Bau des neuen Kleinspielfeldes einen Zuschuss der Stadt Eschweiler in Höhe von 50.000 Euro. Erst in diesem Jahr hatte das Hoffen ein Ende. Im März stimmten die Mitglieder auf ihrer Jahreshauptversammlung einstimmig für den Bau des Kleinspielfeldes. Die Kosten: 100.000 Euro. Positive Rückmeldungen gab es jedoch nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch aus dem Rathaus. Die Ratsmehrheit bezuschusst das Projekt mit 40.000 Euro. Die restliche Summe brachte der Verein selbst auf.

Nicht nur der Falke-Nachwuchs findet das neue Kleinspielfeld einfach spitze. Auch der 1. Vorsitzende Matthias Schwegler (hintere Reihe, rechts) ist begeistert. Foto: Sonja Essers

Durch das 25 mal 50 Meter große Kleinspielfeld soll die Trainingsorganisation erleichtert werden. Schließlich stellte diese den Verein, dessen Jugendabteilung derzeit aus etwa 280 Mitgliedern besteht, in der Vergangenheit immer wieder vor Probleme. „Freitags trainieren fünf Jugendmannschaften gleichzeitig. Durch das neue Kleinspielfeld kann die Platzsituation entzerrt werden“, erklärt Thomas Römer, stellvertretender Jugendleiter.

Damit die vielen Gäste das Spielfeld an diesem Abend einmal genauer unter die Lupe nehmen konnten, fanden vor dem offiziellen Beginn Spiele der Junioren statt. Die Mannschaften der Jahrgänge 2005 und 2006 kickten in gemischten Teams und brachten die Besucher in beste Fußball-Stimmung.

Dann hatte Peter Gartzen das Wort, der daran erinnerte, dass sich Anfang der 90er Jahre noch eine Leichtathletik-Anlage auf dem jetzigen Kleinspielfeld befand. Diese wurde abgebaut, der Mutterboden wurde aufgetragen und Rasen gesät. Ohne die Zuschüsse der Stadt Eschweiler hätte man diese „wunderbare Anlage“ nicht bauen können. „Es hat sich gelohnt, weil es für unsere Kinder ist“, meinte Gartzen.

Diese Meinung teilte auch Jugendleiter Norbert Wergen. „Ich platze fast vor Stolz“, sagte er und fügte hinzu: „Weil wir nach vielen Jahren unser Ziel realisiert haben.“ Die vergangenen fünf Jahre habe man auf diesen Moment hingearbeitet und gespart. Zahlreiche Jugendveranstaltungen fanden statt, um genug Geld für das neue Kleinspielfeld zu sammeln. Abgeschlossen ist der Bau allerdings noch nicht. „Das Flutlicht kommt auch noch“, blickte Wergen in die Zukunft.

Im Anschluss an die Grußworte fand die offizielle Einsegnung statt, die Pfarrer Hannokarl Weishaupt vornahm. Dieser erklärte, dass auch er in Kindheitstagen Fußball gespielt habe. „Meine Trainer haben zu mir gesagt, ich soll es lieber mal mit Schwimmen versuchen“, brachte er die Besucher zum Lachen.

Im Vereinsheim ging es dann weiter. Matthias Schwegler, 1. Vorsitzender des SV Falke Bergrath, hatte sich viel Mühe gegeben und zeichnete in einer Präsentation die Geschichte des Vereins noch einmal nach. Einige Mitglieder staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass der Club bei seiner Gründung noch den Namen „Falkenlust“ trug. Auch von Fußball, der erst im Jahr 1928 angeboten wurde, war bei der Gründung noch keine Rede. Am Anfang stand Feldhandball auf dem Programm.

Während des Zweiten Weltkriegs war der Sport komplett zur Nebensache geworden. Erst Anfang der 50er Jahre ging der Spielbetrieb wieder los. Damals zahlte der Verein die Platzmiete nicht in D-Mark, sondern in Säcken voller Weizen. Sechs Säcke, die 1951 rund 250 D-Mark wert waren, kostete den Verein die Platzmiete. Besonders interessierten sich die Mitglieder für die alten Mannschaftsfotos, auf denen auch der eine oder andere Anwesende erkannt wurde.

Ein Höhepunkt in der Geschichte der Falken war der Bau der Zuschauertribüne, der Ende der 80er Jahre in Eigenleistung erfolgte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde der Verein um die Abteilungen Aerobic und Tischtennis erweitert. Derzeit bestehen die Falken, die im Jahr 2005 ihren neuen Kunstrasenplatz bekamen, aus rund 500 Mitgliedern. „Es ist mehr, als nur ein bisschen Sport machen. Es ist ein richtiger Verein“, fasste Schwegler zusammen und fügte hinzu: „Auf die nächsten zehn Jahre.“