Eschweiler: Susan Santos macht wieder eine gute Figur bei „Blues meets Rock“

Eschweiler : Susan Santos macht wieder eine gute Figur bei „Blues meets Rock“

Eine gute Figur machte sie schon mal bei ihrem ersten Auftritt in Eschweiler. Die attraktive Spanierin Susan Santos zeigte am Mittwoch in der Schnellengasse in der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“, dass gute gleichnamige Musik nicht zwangsläufig aus den USA oder Großbritannien stammen muss.

Der fußballbedingt geänderte Termin der Veranstaltung wirkte sich nicht negativ aus: Rund sechzig Livemusikfans aus der Region fanden erneut den Weg ins „Rio“, wo sich eine feste Fan-Gemeinde mittlerweile auch die vielleicht nicht so klangvollen Namen der Szene gerne anschaut und anhört.

Susan Santos mühte sich nicht lange mit Vorreden und Vorspielen, sondern kam ziemlich direkt auf den zunächst rockigen Punkt ihrer Show. Erst nach ein paar Stücken zum Warmspielen, ließ die Autodidaktin und Linkshänderin in einer langsameren Ballade im Dreivierteltakt aufblitzen, welche solistischen Glanzpunkte sie setzen kann. Von der einfühlsamen Seite her, mit einem zunächst schönen und klaren Stratocaster-Sound, beeindruckte sie das Publikum.

Bewusst verzichtete sie aber auf irrwitzig schnelle, notenüberladene Passagen, so wie es viele ihrer männlichen Kollegen aus der Gitarren-Helden-Abteilung demonstrieren. Sie widmete sich mehr dem gekonnten Aufbau und der Dynamik ihrer Songs. Das hatte die Spanierin wirklich gut drauf, vor allem wenn sie zwischenzeitlich mal die Luft komplett aus ihren Kompositionen herausnahm und geradezu bedächtig leise Töne produzierte, so dass man im „Rio“ eine Stecknadel fallen hören konnte. Sekunden später riss sie die Leute allerdings mit geradlinigen Poprock-Songs wieder aus der vermeintlichen Ruhe und wirbelte wild über die Bühne.

Die meisten ihrer Stücke hatten zur Freude des Publikums Mitsing-Qualität, relativ einfach arrangiert und mit wiedererkennbaren Refrains. Das kam an. Weniger gut entwickelte sich allerdings zunächst der Gesamt-Sound der Band. Zum Ende des ersten Sets, nachdem Susan Santos zur Slide-Gitarre wechselte, klang alles leider etwas arg mittenbetont und ohne ein ordentliches Bassfundament. Auch die ordentliche Stimme der jungen Frau setzte sich kaum durch. Gottseidank änderte sich das in der zweiten Konzert-Halbzeit zum Besseren.

Das Susan-Santos-Trio fand plötzlich einen ganz anderen Ansatz, mit insgesamt mehr Kreativität trotz der unvermeidlichen Griffe in die Cover-Kiste. Auf eine gekonnte Version von Stevie Ray Vaughans „Dirty Pool“ folgte der Jimi-Hendrix-Klassiker „Little Wing“. Man konnte deutlich erkennen, wie Santos im Werk ihrer großen Vorbilder aufging. Und es wurde auch in anderer Hinsicht auf einmal viel unterhaltsamer. Es benötigt schon eine gute Portion Humor, um Passagen aus Stevie Wonders „Superstition“ ansatzlos mit dem 50er Jahre Gute-Laune-Evergreen „Tequila“ von den „Champs“ zu kombinieren. Leider ist der Markt auch für europaweit agierende Blues-Trios recht übersichtlich. Mal schauen, ob sich Susan Santos da gegen die internationale Konkurrenz auch durchsetzen kann.

(psi)
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