Eschweiler: SUN möchte die lokale Wirtschaft gezielt fördern

Eschweiler: SUN möchte die lokale Wirtschaft gezielt fördern

Wo fängt Integration an? Bei der Sprache? Sicherlich. Doch gesellschaftliche Teilhabe, egal ob für Zugewanderte oder Einheimische, hat für viele vor allem mit einer sinnvollen Beschäftigung, einer geregelten Arbeit zu tun.

Wer überdies seine eigenen Ziele verwirklichen will, der macht sich selbstständig. Das vor kurzem gestartete Projekt „SUN - Quartier mit Zukunft” beleuchtet in den kommenden Monaten die so genannte Ethnische Ökonomie in der Indestadt.

Wie sieht der aktuelle Bestand an Unternehmen, die von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gegründet und geführt werden, aus? Wie kann die Stadt ausländische Mitbürger fördern, sie unterstützend beraten? Wo drückt noch der Schuh? Die Fragestellungen sind vielfältig, weiß Eschweilers Integrationsbeauftragter und Projektleiter Jürgen Rombach.

„Wir machen derzeit eine Standortbestimmung”, erklärt er. „Die Idee dahinter ist ganz einfach. Wir suchen die Unternehmen von Zuwanderern auf und fragen nach: Was hilft Ihnen bei der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit? Wie kann ein gutes und integriertes Miteinander der Unternehmen in Eschweiler weiter unterstützt und gefördert werden?”

Dafür sind die Partner vom Büro B-Plan in Person von Dr. Wolfgang Joußen und von der low-tec gGmbh mit im Boot. Gemeinsam soll mit Blick auf den Arbeitsschwerpunkt nicht nur die Zuwanderungsgeschichte in Eschweiler aufgearbeitet werden, vor allem sollen konkrete Hilfsmittel entstehen, Selbstständige mit Migrationshintergrund zu fördern und zu beraten.

350.000 Euro stehen dafür aus den Töpfen des Interreg-IV-Programms zur Verfügung. „Der städtische Haushalt wird nur durch das eingesetzte städtische Personal belastet”, sagt Bürgermeister Rudi Bertram. Zahlen verdeutlichen das Potenzial, das in dem Bereich noch schlummert: Schätzungen gehen von knapp 400.000 Selbstständigen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland aus, was mindestens eine Million Beschäftigte bedeutet.

Seit Ende Juli ist Anahid Younessi bereits in Eschweiler unterwegs und befragt Unternehmen. „Bei 40 Betrieben bin ich bereits gewesen. Die Resonanz auf das Projekt ist sehr gut”, erzählt sie. Alle Straßen werde man, ergänzt Annette Groneberg von low-tec, im Gebiet Innenstadt und Eschweiler-Ost bis Oktober abgehen. „Von Hausnummer 1 bis zum Ende.”

Ein weiterer Schritt sei dann, erklärt Dr. Manfred Romich, voraussichtlich im Januar 2011 die Installation eines Informations- und Beratungsbüros im Gewerbe- und Technologie-Center (GeTeCe) an der Gartenstraße. Romich, zuständig für die Projektkoordination, wurde ebenso wie Younessi extra für „SUN - Quartier mit Zukunft eingestellt.