Hohe Preise: Straßensanierung von Antoniusstraße und „Auf dem Höfchen“ erst 2021

Hohe Preise : Straßensanierung von Antoniusstraße und „Auf dem Höfchen“ erst 2021

KAG. Drei Buchstaben, die die Gemüter zahlreicher Menschen erhitzen. Am frühen Donnerstagabend schwebten diese Buchstaben, die das Kommunalabgabengesetz des Landes Nordrhein-Westfalen beschreiben, auch unsichtbar durch den Ratssaal des Rathauses.

Zahlreiche Bewohner der Antoniusstraße sowie des benachbarten Bereichs „Auf dem Höfchen“ waren der Einladung der Verwaltung zur Bürgerinformation zu den anstehenden Kanal- und Straßenbaumaßnahmen gefolgt, sicherlich nicht zuletzt, um zu erfahren, welche Kosten auf sie zukommen.

Doch in dieser Hinsicht gab Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, zunächst einmal Entwarnung auf Zeit. Denn entgegen der üblichen Praxis, Kanal- und Straßenbaumaßnahmen innerhalb einer Gesamtmaßnahme in Angriff zu nehmen, wird dies in den Bereichen Antoniusstraße sowie „Auf dem Höfchen“ anders sein:

„Der Markt ist derzeit überhitzt, und die Preise in Sachen Straßenbaukosten laufen uns davon. Dies wollen und können wir den Bürgern nicht zumuten“, begründete Hermann Gödde die Entscheidung, den Beginn der Straßenbauarbeiten auf wahrscheinlich und mindestens 2021 zu verschieben. „Zu diesem Zeitpunkt können wir womöglich Synergieeffekte erzielen, schließlich stehen auch Baumaßnahmen auf der Wilhelmstraße an“, blickte der Dezernent in die Zukunft.

Bedenken der Anwohner erwünscht

Anders sieht es bei den Kanalbaumaßnahmen aus, die im Dezember 2019 beginnen und nach etwa 180 Arbeitstagen im Oktober 2020 abgeschlossen sein sollen. Im Rahmen der Bürgerinformation stellte Michaela Flach-Kalscheuer von der Ingenieurgesellschaft Dr. Ing. Nacken mbh den Stand der Planungen in Sachen Kanal- und Straßenbau vor, in die Anregungen, Wünsche, aber auch Bedenken und Kritik der Anwohner einfließen können und sollen.

„In den zurückliegenden zwei Jahren haben Befahrungen des Kanals, der aus dem Jahr 1913 stammt und im südlichen Bereich im Jahr 1959 auch teilerneuert wurde, den schlechten Zustand untermauert“, berichtete die Ingenieurin. Risse und Abbrüche auf der gesamten Strecke machten die Erneuerung ober- und unterhalb der Oberfläche daher dringend notwendig.

Im Zuge der Maßnahme werde das teilweise noch vorhandene Trennsystem in ein Mischwassersystem umgewandelt. Dabei werde die Gefällesituation natürlich berücksichtigt. Der Startschuss gegen Ende des Jahres soll im Bereich der Zechenstraße fallen, danach werde man sich in Richtung „Auf dem Höfchen“ hocharbeiten.

Die Pläne in Sachen Straßenbau sehen vor, den großflächigen Straßenraum im Bereich Zechenstraße zu verkleinern. Auf beiden Seiten der Antoniusstraße sollen jeweils sechs Bäume das Straßenbild verschönern. Auch im Bereich der unter Denkmalschutz stehenden Antoniuskapelle soll eine höhere Aufenthaltsqualität durch eine Neuordnung entstehen.

Weiterhin vorgesehen ist, die Zufahrtsstraße „Auf dem Höfchen“ durch das Anbringen von Drempeln als verkehrsberuhigte Zone auszuweisen. Laut Michaela Flach-Kalscheuer wird die Parkbilanz im nördlichen Teil der Antoniusstraße mit weiterhin 38 Stellplätzen ausgeglichen sein, im südlichen Bereich soll die Zahl von 17 auf 20 Stellplätze steigen.

Kein Fahrradweg

Eine Aussage, die von einigen Anwohnern während der anschließenden Diskussion angezweifelt wurde. Ein Anwohner nannte die Zahl von derzeit 48 Stellplätzen im nördlichen Bereich. Weitere Bewohner äußerten den Vorschlag, auf die Anpflanzung der zwölf Bäume zugunsten von Stellplätzen zu verzichten. Die Frage nach einem möglichen Fahrradweg beantwortete Projektleiter Walter Goy: „In Tempo-30-Zonen sind diese nicht mehr vorgesehen.“

Leerrohre für Glasfaserkabel

Dagegen seien behindertengerechte Querungshilfen in den Planungen enthalten. Hermann Gödde erklärte, dass die Stadt Eschweiler sich bei allen zukünftigen Baumaßnahmen bemühen werde, Leerrohre für Glasfaserkabel zu verlegen. Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen mit den privaten Anbietern von Glasfaserkabeln nicht selten schwierig.

In die Zukunft blickend versprach Hermann Gödde den Anwohnern der Antoniusstraße sowie der Straße „Auf dem Höfchen“ eine weitere Informationsveranstaltung, wenn konkrete Zahlen zu eventuell anfallenden Kosten im Rahmen des Kommunalabgabengesetzes vorlägen. Ob eine solche Veranstaltung notwendig sein wird, liegt vor allem in den Händen der Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags.

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