Eschweiler: Steiniger Weg für die zahllosen Pilger in Medjurgorje

Eschweiler : Steiniger Weg für die zahllosen Pilger in Medjurgorje

„Dieser Sanitätsdienst war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich“, erzählt Heike Fox. Ein Sanitätsdienst, der alles andere als alltäglich war: Im Juli war die Malteserin in Bosnien und Herzegowina für den Hilfsdienst im Einsatz.

Der kleine Ort Medjurgorje im Südwesten von Bosnien und Herzegowina war für zwei Wochen ihre Einsatzstelle. Medjugorje, das so viel wie „zwischen den Bergen“ heißt, wurde im Juni 1981 international bekannt, als sechs Personen eine Marienerscheinung erlebt haben sollen. Seitdem pilgern jährlich ein bis zwei Millionen Besucher aus bis zu hundert verschiedenen Nationen in das kleine Dorf, um gemeinsam zu beten und den Erscheinungsberg und den Kreuzberg zu besteigen.

Kümmerte sich zwei Wochen lang um Pilger in Bosnien und Herzegowina: Heike Fox. Foto: Heike Fox

Um die medizinische Notfallversorgung der Pilger kümmern sich viele Ehrenamtliche aus der ganzen Welt — wie Heike Fox vom Malteser Hilfsdienst. „Ich war mit sechs weiteren Helfern in der Ambulanz neben der Ortskirche tätig“, berichtet sie. Die Ambulanz, die von einem eigenen Verein betrieben und von den Maltesern mit ehrenamtlichen Helfern unterstützt wird, wird von einem Arzt und einer Krankenschwester geleitet und hat durch die regelmäßigen Helfer aus dem Ausland genug Unterstützung, um sich um die medizinischen Probleme der vielen Pilger zu kümmern, die jährlich nach Medjugorje kommen.

Blessuren auf dem Pilgerweg

„Jeden Tag wurden verschiedene Gottesdienste in mehreren Sprachen gehalten und die beiden Berge erklommen“, beschreibt die Malteserin ihre Erfahrungen vor Ort. Neben kleineren Wehwehchen und Blessuren, die sich die Pilgernden bei ihrer Wanderung auf dem 100 Höhenmeter hohen und steinigen Erscheinungsberg oder auf dem höheren Kreuzberg zugezogen haben, musste Heike Fox keine größeren Notfälle behandeln. An der Ambulanz gab es auch einen Rollstuhlverleih, der fußlahmen oder gebrechlichen Pilgern die Möglichkeit bot, auf den Berg zu kommen.

„Neben meinem Dienst in der Ambulanz habe ich auch die Prozession auf den Berg begleitet. Unser Team war die ganzen zwei Wochen für die Pilgernden da“, erklärt Fox, die an ihrem einzigen freien Tag die circa 30 Kilometer entfernte Stadt Mostar besuchte und ansonsten jeden Tag in dem kleinen Dorf Medjugorje im Einsatz war.

Internationales Flair

Als besonders beeindruckend empfand sie die Spiritualität während der vielen Gebete. Darüber hinaus lag der große Unterschied bei ihrem ersten Auslandseinsatz für die Malteserin aus Eschweiler im internationalen Flair. „Zum ersten Mal habe ich während eines Sanitätsdienstes nur auf Englisch kommunizieren müssen, um die Patienten aus der ganzen Welt in dem kleinen bosnischen Dorf verstehen zu können.“

Der Stadtbeauftragte der Malteser, Lukas Ritgens, findet die Teilnahme seiner Helferin ebenfalls sehr bereichernd: „Es ist toll, dass Heike Fox unsere Gliederung bei einem Auslandseinsatz vertreten hat. Gerade durch die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung wie einer Pilgerfahrt wird durch den Sanitätsdienst unser Leitgedanke ,Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen‘ auch für die Helfer spürbar.“

Die anderen Helferinnen und Helfer der Malteser in Eschweiler werden demnächst auch einiges mehr von der spannenden Reise ihrer Kollegin nach Medjurgorje erfahren, denn Heike Fox hat bereits einen Informationsabend über ihren Aufenthalt in Bosnien und Herzegowina geplant.

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