Starkregen-Vorsorge: Eschweiler setzt auf Aufklärung

Starkregen-Vorsorge : Stadt setzt auf Aufklärung und Prävention

Starkregen hat in den letzten Jahren immer häufiger dafür gesorgt, dass Straßen überflutet wurden, Keller vollliefen und Wege unterspült wurden. Auch in Eschweiler haben diese Ereignisse zugenommen.

Deshalb bereitet sich die Stadt verstärkt auf solche Situationen vor.

„Starkregen ist oft sehr punktuell, das ist unheimlich schwer vorherzusagen“, erklärt Sascha Engels, Leiter des Ordnungsamtes. Diese Problematik stellt die Stadt vor die größte Herausforderung: Manchmal seien nur einzelne Straßen betroffen, ein anderes Mal aber vielleicht auch ganze Ortslagen. Dementsprechend ist die Vorbereitung auf solche Gefahrenlagen fast unmöglich. Engels: „Planen kann man das im Endeffekt überhaupt nicht.“

Anhand der Einsatzzahlen kann Engels definitiv bestätigen, dass sogenannte Starkregenereignisse mehr werden. Im Jahr 2017 hat die Feuerwehr 59 Einsätze hinsichtlich Wasser- und Sturmschäden abgearbeitet sowie mit ein bis zwei sogenannten Flächenlagen zu tun gehabt, Tendenz eher steigend. Von Flächenlagen spricht man, wenn viele Einsätze auf einmal wahrgenommen werden müssen, je nach Heftigkeit zwischen 20 und 200.

Auf Eschweiler Gebiet hat es eine solche in diesem Jahr zum Beispiel Ende April gegeben, als Starkregen die Feuerwehr im Bereich der Röher Hütte/Röher Straße in Atem gehalten hatte.

Da Starkregenereignisse so schwer vorhersehbar sind, muss immer dort reagiert werden, wo akut eine Menge Wasser niederschlägt. In der kurzfristigen Vorbereitung helfen auch Warndienste. „Ich habe immer schon Schweißperlen auf der Stirn, wenn eine Unwetterwarnung vom Deutschen Wetterdienst kommt“, gibt Martin Wettig zu, der bei der Stadt für die Notfallplanung zuständig ist.

Konkret könne man oft erst im Nachhinein reagieren, zum Beispiel mit dem Bau von Regenrückhaltebecken. Solche gibt es zum Beispiel in St. Jöris oder an der Eifelstraße. Die Verwaltung setzt aber auch auf Prävention und Aufklärung, denn viele Maßnahmen können Hausbesitzer vor allem selbst ergreifen. „Es gibt Rückschlagklappen für den Keller, auch sollten abschüssige Auffahrten vermieden und natürliche Barrieren geschaffen werden“, nennt Wettig nur einige Beispiele.

Dass nicht das gesamte Wasser aufgefangen werden kann, ist für Sascha Engels völlig klar: „Wir werden nie eine Kanalisation bauen können, die Starkregen gänzlich abfangen kann.“ In Eschweiler sei dagegen die Inde in solchen Fällen von großem Vorteil. „Gerade im Sommer, wenn der Pegel niedrig ist, können wir dort viel Wasser ableiten“, erklärt Wettig.

Denn selbst sogenannte Versickerungsflächen wie Felder oder Wiesen helfen in den Sommermonaten, in denen tendenziell die meisten Starkregenereignisse auftreten, kaum weiter. „Wenn Felder abgeerntet und die Böden knochentrocken sind, ist das auch eher Problem als Hilfe“, sagt Wettich.

Hochwasserlagen seien dagegen differenziert zu betrachten. Anhand von Kartenmaterialien lässt sich vorhersagen, wo die Inde über die Ufer tritt. „Das ist besser planbar, dann kann präventiv reagiert werden, zum Beispiel mit Sandsäcken“, berichtet Sascha Engels.

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