Eschweiler: Stadtmeisterschaft im Kegeln: Entscheidung fällt mit letzten Kugeln

Eschweiler: Stadtmeisterschaft im Kegeln: Entscheidung fällt mit letzten Kugeln

„Es war eine der spannendsten Kegelstadtmeisterschaften und eine voller Überraschungen“, so lautete das Fazit von Wolfgang Kaltenbach, Vorsitzender des Vereins zur Durchführung der Kegelstadtmeisterschaft, zur 42. Edition dieses Wettbewerbs.

Aber nicht nur die Keglerinnen und Kegler hatten beim Spielen für so manche Überraschung gesorgt, auch Kaltenbach selbst überraschte am Samstagabend auf der Abschlussparty in der Weisweiler Festhalle mit einer unerwarteten Nachricht.

Rund 120 Keglerinnen und Kegler haben an der 42. Kegelstadtmeisterschaft von November 2013 bis Januar 2014 teilgenommen. Das bedeutete für das Turnier erstmals steigende Teilnehmerzahlen, worüber sich Kaltenbach sehr freute. Insgesamt spielten vier neue Herrenklubs („Die vollen Elf“, „Jood Jonge“, „KC Pegelclub“ und mit „BitBit Hurra“ sogar die erste Mannschaft aus Stolberg) sowie zwei neue Mixed-Teams — eine Mannschaft des Klubs „Gut Schuß“ sowie erstmalig auch ein Team unserer Eschweiler Lokalredaktion als „Die kleine Hausnummer“ — mit.

Bevor es zur Ehrung der Platzierten und der Stadtmeister kam, bedankte sich Kaltenbach bei Bürgermeister Rudi Bertram, der wieder die Schirmherrschaft der Stadtmeisterschaft übernommen hatte, sowie bei dem Sponsor, der Sparkasse Aachen, und den Gastwirten, die ihre Kegelbahnen unentgeltlich zur Verfügung stellten. Dann allerdings schockte Kaltenbach alle Anwesenden, als er verkündete, er würde „zum letzten Mal an dieser Stelle stehen“.

Er als Vorsitzender sowie der gesamte Vorstand des Vereins zur Durchführung der Kegelstadtmeisterschaft würden auf der kommenden Mitgliederversammlung im Mai oder Juni die Ämter niederlegen, kündigte er an. „Es wird Zeit, dass ein neuer Vorstand mit neuem Elan und frischen Ideen die Arbeit fortführt. Die Eschweiler Kegelstadtmeisterschaft darf nicht sterben“, versuchte Kaltenbach seine Entscheidung zu begründen. Gerne werde er dem neuen Vorstand auch ein paar Monate zur Seite stehen, wenn dies gewünscht sei. Nun sei es an der Keglerfamilie, einen neuen Vorstand zu wählen. Kaltenbach hat sich insgesamt 14 Jahre im Vorstand der Kegelstadtmeisterschaft engagiert, davon zehn Jahre als Vorsitzender.

In ihren anschließenden Grußworten würdigten auch Schirmherr Bürgermeister Rudi Bertram und Klaus Wohnaut vom Sponsor Sparkasse Aachen die Leistung von Kaltenbach und seinem Vorstandsteam. Beide waren sichtlich überrascht von Kaltenbachs Entscheidung, zurückzutreten. „Ich weiß, dass ihr schwierige Zeiten hattet, und ich weiß, was Ehrenamtler sich aufbürden“, zeigte Rudi Bertram jedoch auch Verständnis. Er dankte Kaltenbach und dem gesamten Vorstand des Vereins zur Durchführung der Kegelstadtmeisterschaft und bot dem neuen Vorstand bereits jetzt seine Hilfe an.

Klaus Wohnaut von der Sparkasse Aachen sagte, dass man als Sponsor natürlich nun genau darauf achten werde, wer zukünftig das Turnier organisiert. Aber, so betonte er auch, „Kegler haben es verdient, unterstützt zu werden“. So hofft er jetzt, dass sich eine gute Nachfolge für das Vorstandsteam findet. Auch Michael Stasczak, 2. Geschäftsführer des Vereins zur Durchführung der Kegelstadtmeisterschaft, richtete stellvertretend für den ganzen Vorstand einige Worte des Dankes an Kaltenbach. „Die Arbeit mit dir hat immer Spaß gemacht, die Kegelstadtmeisterschaft war dein Leben“, sagte Stasczak. Es folgten ein lauter Applaus, stehende Ovationen und sogar eine La-Ola-Welle für Kaltenbach.

Bei den Siegerehrungen wurde deutlich, was Vorsitzender Wolfgang Kaltenbach zu Beginn des Abends mit „vielen Überraschungen“ meinte. So gab es nun drei komplett neue Stadtmeister zu ehren. Der letzte Durchgang hatte es in sich gehabt und quasi mit den letzten Kugeln entschied sich die Stadtmeisterschaft bei der Herrenmannschaftswertung. Schließlich hängte der junge Klub „Nackter Wahnsinn“ mit insgesamt 1635 Holz bereits etablierte Klubs ab. Der zweite Platz bei den Herren ging an „BBK“ mit 1633 Holz und Dritter wurde „Bunte Acht“ mit 1626 Holz. Auch bei der Damenmannschaftswertung gibt es nun einen neuen Titelträger. Allerdings ging es bei den Damen weniger spannend zu, denn der Klub „Dürwisser Mädche“ führte von Anfang an und gewann schließlich mit 1688 Holz. Auf dem zweiten Platz landete „Ohne Daddy“ mit 1631 Holz vor „Bunte Acht“ auf Rang drei mit 1618 Holz.

In der Mixedmannschaftswertung hatte auch dieses Jahr das Team des Klubs „Bunte Acht“ die Nase vorn — Sieg mit 1795 Holz und somit der achte Titel in dieser Wertung. Auf dem zweiten Platz setzte sich der Klub „Freitagsleber“ mit 1754 Holz vor „Puddelkönige“ mit 1752 Holz durch. Als Mixedmannschaft „Die kleine Hausnummer“ trat bei der diesjährigen Kegelstadtmeisterschaft auch ein Team der Eschweiler Lokalredaktion an — leider mit eher mäßigem Erfolg. So reichte es am Ende nur für Platz Zehn und die „rote Laterne“. Wir hatten jedoch großen Spaß und haben uns sehr über die Einladung gefreut, an diesem Turnier teilnehmen zu dürfen.

Zum ersten Mal Stadtmeister

Auch die Einzelleistungen der Keglerinnen und Kegler wurden wieder honoriert. So wurde Dieter Düppengießer vom Klub „Bunte Acht“ zum ersten Mal Stadtmeister im Herreneinzel mit 424 Holz. Denis Werth von „Nackter Wahnsinn“ schaffte es mit 415 Holz auf Rang zwei und Maurice Hoven von „BitBit Hurra“, der erstmalig am Kegelwettbewerb teilgenommen hatte, wurde mit 414 Holz Dritter. Bei den Damen setzte sich Margret Leifgen vom Klub „Ohne Daddy“ durch und errang mit 472 Holz ihren fünften Stadtmeister-Titel. Gefolgt wurde sie von Inge Hecker von den „Dürwisser Mädche“ mit 468 Holz und Gertrude Minkischak, ebenfalls von „Ohne Daddy“, mit 424 Holz.

Im Städtevergleichskegeln zwischen Eschweiler und Stolberg, das zum dritten Mal stattfand, unterlagen die Indestädter ihren Nachbarn aus Stolberg. Auch die Unterstützung durch Rudi Bertram und Klaus Wohnaut half dem Eschweiler Team nicht. Sowohl in der Hinrunde als auch im Rückkampf waren die Kupferstädter überlegen und siegten letztendlich mit 241 zu 186 Punkten. Die Mannschaften wurden von den beiden 1. Vorsitzenden der Kegelstadtmeisterschaften Eschweiler und Stolberg, Kaltenbach und Dominik Loogen, geführt.

Neben den Siegerehrungen ist das bunte Rahmenprogramm das Highlight der Abschlussfeier der Kegelstadtmeisterschaft. Moderiert wurde der Abend wie immer vom Eschweiler Original René Külzer. Den Auftakt im Rahmenprogramm machte die Stimmungsband „Echte Fründe“ aus Düren, die bereits letztes Jahr auf der Abschlussparty der Kegelstadtmeisterschaft gut angekommen war. Mit Hits wie „Piraten“, „Halleluja“ und „An Tagen wie diesen“ begeisterten die fünf Musiker die Keglerfamilie in der Weisweiler Festhalle auch dieses Mal wieder. Christian Machalski alias „Hastenrath’s Will“ philosophierte anschließend über Probleme in der Landwirtschaft, Liebe und Sex. Zum Thema Reizwäsche stelle er beispielsweise klar: „Meine Frau würde nie einen String-Tanga kaufen, weil man da keinen Putzlappen draus machen kann“. Die Keglerinnen und Kegler hatten viel zu Lachen.

Viel zu Tanzen gab es anschließend. Denn die Coverband „Heartbeat“ sorgte für beste Tanzmusik. Von „Westerland“ über „Rolling in the deep“ bis zu einem Wolfgang-Petry-Medley hatte die achtköpfige Formation viele stimmungsvolle Titel im Programm. So dauerte es keine zwei Minuten und bereits beim ersten Titel schwangen die Keglerinnen und Kegler das Tanzbein. Gemeinsam mit „Heartbeat“ feierte die Keglerfamilie bis in die Nacht.

(zsa)
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