Eschweiler: Stadt Eschweiler verabschiedet Beigeordneten Wilfried Schulze

Eschweiler: Stadt Eschweiler verabschiedet Beigeordneten Wilfried Schulze

Umtriebig, couragiert, vielen vielleicht zu vorschnell - das sind Attribute, die Wilfried Schulze anhaften. Doch diesmal ruht der 62-Jährige einen Augenblick und auch das ist typisch für ihn: Er sortiert seine Gedanken, bringt Struktur hinein.

„Strukturelle Veränderungen” wollte er erreichen, ein neues Projektmanagement durchsetzen. Am Ende des Monats endet seine Amtszeit. Nach acht Jahren. Vieles ist ihm gelungen, doch nicht alles.

Pläne, Gedankenspiele, Visionen für die Stadt haben ihn immer umsponnen. Und so wundert es nicht, das er seinen Rückblick, sein „Vermächtnis”, wie er es nennt, in einen dicken Wälzer packt, der voller Zeichnungen steckt. Dieses Buch ließ er beim jüngsten Planungs-, Bau- und Umweltausschuss verteilen.

Wer eine Abrechnung erwartet hat, sieht sich getäuscht. Schulze listet nicht nur die Projekte auf, die unter seiner Regie umgesetzt wurden, er blickt auch nach vorne: „Eschweiler Juli 2030 - alles rosarot”. Etwas provokant vielleicht, aber dennoch fundiert: „Für neue Lebensbedingungen brauchen wir neue Konzepte”, sagt er.

Was ihm Kritiker als Starrhalsigkeit vorwerfen, nennt er schlichtweg „Charakter”. „Wenn man unbestechlich und unbeirrbar als stur und rechthaberisch bezeichnet, dann bin ich das gerne”, betont er und ergänzt: „Man kann über vieles diskutieren, aber irgendwann muss es losgehen und dann darf man sich auf dem Weg nicht mehr beirren lassen. ” Und dieser Weg gehe weiter, denn wer nun glaube, man habe viel erreicht, der irre: „Wir haben in meiner Zeit gerade einmal den Rückstand aufgeholt”, meint er.

Er verlässt eine „Stadt mit 1000 Chancen”, die es zu nutzen gelte. Seinen über 100 Seiten umfassender Rück- und Ausblick nennt er auch seine „Fibel”.

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