Stadt Eschweiler investiert 2,5 Millionen Euro in Kitaplätze

Kita-Neubau an der Wilhelmstraße : 90 weitere Betreuungsplätze für 2,5 Millionen Euro

Die Bagger stehen derzeit in Eschweiler nicht still. Grund dafür ist eine Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch niemand erwartet hat: Die Zahl der Geburten und Kinder steigt ebenso wie der Wunsch nach mehr Betreuungsmöglichkeiten für Kinder.

Um dem gerecht zu werden, entsteht aktuell eine weitere fünfgruppige Kindertagesstätte an der Wilhelmstraße. Dort feierte man in dieser Woche Richtfest. Eine weitere Kita soll unmittelbar neben dem Rathaus auf dem ehemaligen Hertie-Gelände gebaut werden.

Der Bau an der Wilhelmstraße sei mit einer eindeutigen Botschaft verknüpft, sagte Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram: „Wir investieren weiter in Kinder und Jugendliche.“ Konkret 2,5 Millionen Euro, die von der Stadtkasse gestemmt werden. Betrieben wird die Einrichtung von der BKJ (Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche der Stadt Eschweiler AöR). Mit dem neuen Kindergartenjahr sollen 90 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren in fünf Gruppen betreut werden. Die Leitung wird Elissavet Stambouli-Johnen übernehmen, ihr Stellvertreter ist Dennis Offergeld.

In den vergangenen Jahren wurde die Stadt immer wieder als Bauherr tätig, um Kindertagesstätten zu errichten. So entstanden unter anderem in Dürwiß auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule, auf dem Ringofengelände und am Grünen Weg neue Betreuungseinrichtungen. Letztere wurde erst Anfang des Jahres in Betrieb genommen. Allerdings wird es immer schwieriger, für die Kitas auch qualifiziertes Personal zu finden. Der Markt sei leergefegt, hieß es im Rahmen des Richtfests an der Wilhelmstraße. Dem wolle man mit verstärkten Werbemaßnahmen und Qualifizierungen begegnen.

Dass die Nachfrage aktuell immer noch hoch ist, bestätigte die BKJ-Vorsitzende Vera Joußen. Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor, am 1. Februar soll eine Notgruppe in der Kita am Grünen Weg eröffnet werden, die dann im Sommer endgültig an die Wilhelmstraße wechselt. „Wir werden mit diesem Thema sensibel umgehen und hoffen auf das Verständnis der Eltern“, meinte Joußen. In der Bauphase der Kita am Grünen Weg wurde ebenfalls so verfahren.

In der Anmeldephase habe sich übrigens gezeigt, dass der Standort an der Wilhelmstraße nicht nur für Eltern aus dem unmittelbaren Umfeld interessant sei, sondern auch Kinder aus Bergrath und der Innenstadt dort angemeldet würden, teilte Joußen mit. Auch der Inklusionsgedanke wird in der neuen Einrichtung berücksichtigt: Für Kinder mit besonderem Förderbedarf wird eine inklusive Gruppe eingerichtet.

Für Firmen wichtig

Für Bürgermeister Bertram ist der Weg, weitere Kitas zu bauen, „alternativlos“. Es sei eine gesellschaftliche Entwicklung, dass Frauen verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängen. Das Betreuungsangebot für Kinder spielt laut Verwaltungschef allerdings auch immer wieder eine Rolle bei Gesprächen mit Unternehmern. „Es ist den Firmen zunehmend wichtig, dass die Angestellten gute Bedingungen vorfinden, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen“, sagte Bertram. Deswegen werde man den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten fortsetzen. Aktuell wird auch über Randzeitenbetreuung diskutiert.

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