St.-Donatus-Schützen renovieren Haus Transvaal

Langerwehe-Hamich/Eschweiler: Haus Transvaal: Ein neuer Anziehungspunkt für die Einwohner in Hamich

Ganz auf dem neuesten Stand war die Hinweistafel vor dem Haus Transvaal noch nicht, als die zahlreichen Neugierigen am Freitagabend in Richtung der Gaststätte pilgerten. Mit Stand 2005 wird für das Restaurant Transvaal geworben — das bereits vor Jahren seine Pforten schloss. Damit starb auch die letzte Gaststätte in Hamich. Wer es gesellig haben wollte, musste erst ein paar Kilometer zurücklegen. Ein totes Dorfleben? Kein tragbarer Zustand für die St.-Donatus-Schützen Hamich.

Alle Beteiligten einig

„Der Wunsch nach einem Treffpunkt für den Ort hat schon lange bestanden“, erzählte Joachim Fust, Vorsitzender der St.-Donatus-Schützen. Seit zwei Jahren standen die heimatlosen Schützen in Kontakt mit der Gemeinde Langerwehe. Das Haus Transvaal sollte wieder ein Anziehungspunkt für das ganze Dorf werden, da waren sich alle Beteiligten einig. Die Bruderschaft mietete das Haus Transvaal an und machte es in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden wieder partytauglich.

Umso stolzer waren die Schützen jetzt, dass sie zur großen Wiedereröffnungsfeier einladen konnten. Bereits vor 20 Uhr platzten die Räume der Traditionsgaststätte aus allen Nähten. Jung und alt waren der Einladung der Schützen gefolgt. „Wir haben das Haus Transvaal nicht als Schützenheim, sondern als Bürgerhaus gemietet“, so Fust, der das Konzept dahinter erklärt. Die Räume sollen nicht nur von den Schützen genutzt werden, sondern für Jedermann und -frau anmietbar sein. Egal ob Vereinsfest, Geburtstagsfeier oder Kinderkommunion, im Haus Transvaal soll der beschauliche Ort im Dreieck zwischen Stolberg, Eschweiler und Langerwehe wieder näher zusammenrücken.

Zwischen 1900 und 1902 wurde die Gaststätte von Peter und Christine Meisenberg erbaut, schon damals sollte sie mit einem Tanzsaal ein Ort der feierlichen Stunden werden — benannt nach der Region in Südafrika, in der ein von ihnen verehrter „Ohm Krüger“, ein Mitkämpfer im Burenkrieg, stationiert war. Als Wartestation an der später erbauten Straßenbahnlinie wurde der Ort zum Treffpunkt im frühen 20. Jahrhundert, nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg folgte der Wiederaufbau mit dazugehörigem Bauernhof.

Gewisses Risiko

Für den neuerlichen Wiederaufbau arbeiten die Schützen weiterhin hart, denn „das Bürgerhaus ist noch lange nicht fertig“, so Fust. Jeden Dienstag treffe man sich zum Verschönern, eine feste Theke stehe beispielsweise noch auf der Agenda.

Mit der Eigenleistung gehe man durchaus ein gewisses Risiko ein, trotzdem müsse man sich der Verantwortung für den Heimatort bewusst sein. Zehn Jahre soll der Mietvertrag nun laufen und Stück für Stück soll das Haus saniert und verschönert werden. Ganz individuell und mit Wiedererkennungswert.

Fust bedankte sich auch bei Bürgermeister Heinrich Göbbels und dem Rat der Gemeinde, der das Projekt tatkräftig unterstützte. Gemeinsam feierte man einen schönen Einweihungsabend, der an beste Zeiten des Ortes erinnerte. Die befreundeten Bruderschaften aus Hücheln und Heistern sorgten ebenso für Unterhaltung, wie die Gressenicher Blasmusikanten.

In den nächsten Wochen und Monaten wird dann wieder gearbeitet. Mit den Mieten für den Raum soll die Verschönerung des Hauses unterstützt werden. Und die Tafel vor dem neuen Bürgerhaus bekommt dann sicher auch ihr verdientes Update zum neuen Kapitel der Hamicher Ortsgeschichte.

(cheb)
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