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St.-Antonius-Hospital lädt zu Vortrag ein

Euregio-Gefäß-Zentrum gibt Antworten : „Apropos Amputation: Das Leben geht trotzdem weiter!“

Eine Amputation ist ein buchstäblich lebenseinschneidendes Ereignis. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten in den Kliniken daran, Amputationen zu verhindern.

Manchmal allerdings sind sie erforderlich, etwa weil das eigene Leben durch schwere Durchblutungsstörungen des Beines bedroht oder eine Heilung nicht mehr zu erwarten ist.

Wie geht dann das Leben weiter? Diese Frage stellen sich die Betroffenen ängstlich. Mit der Veranstaltung „Apropos Amputation: Das Leben geht trotzdem weiter!“ möchte das Euregio-Gefäß-Zentrum (EGZ) in Eschweiler amputierten Menschen und den Angehörigen sowie denen, die sich vor der Entscheidung einer Amputation befinden, Antworten auf diese Frage geben. Neben laienverständlichen Vorträgen gibt es im Talbahnhof ganz praktische Hilfestellungen für den Alltag und Tipps, wie man sich auf das neue Leben einlassen kann. Das Ziel: Rasch wieder mobil werden für das alltägliche Leben.

In Deutschland erfolgen jährlich knapp 50.000 Amputationen wegen Durchblutungsstörungen der Extremitäten. Für den einzelnen Patienten und seine Angehörigen stellt diese Amputation – nach zum Teil langwierigen und schmerzvollen Krankheitsgeschichten – eine Belastungssituation dar. Die Bewältigung dieser bedarf der professionellen Begleitung, ebenso wie die Rehabilitation und Wiedereingliederung in den Alltag.

Deshalb hat das Euregio-Gefäß-Zentrum im St.-Antonius-Hospital Eschweiler eine Informationsveranstaltung konzipiert, um über die neuesten Erkenntnisse dazu zu informieren. Der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Professor Dr. Michael Gawenda, wird die aktuelle Situation in Deutschland in Sachen Durchblutungsstörungen darstellen. Oftmals ist die Zuckerkrankheit ursächlich verantwortlich für Durchblutungsstörungen, daher wird Dr. Erika Rüttgers, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, die Besonderheiten des diabetischen Fußes vorstellen.

Jürgen Müller weiß, wie man sich vor der Operation fühlt und auch wie danach: Er ist ein Betroffener und wurde 2003 selbst amputiert – und das war wie er heute sagt – eigenverschuldet. Er gründete vor zehn Jahren eine Selbsthilfegruppe für Arm- und Beinamputierte und berät bei Bedarf auch Menschen, die vor der Entscheidung der Amputation sind. Zudem begleitet er Amputierte auch danach, wenn sie Hilfe und Rat benötigen.

Zum Thema Rehabilitation nach Amputation wird Dr. Eberhardt Schneider, Chefarzt für Fachübergreifende Frühreha, die aktuellen Verfahren und Möglichkeiten darstellen und zeigen, worauf zu achten ist. Der Orthopädietechnikermeister Karsten Keuchen zeigt die Vielfalt an Prothesenversorgung und erläutert den aktuellen Stand zum Prothesenbau.

Alle Interessierten sind herzlich zum kostenfreien Patienten-Seminar „Amputation und Gefäßleiden“ am Montag, 12. November, von 18 bis 20 Uhr eingeladen. Veranstaltungsort ist der Talbahnhof.