1. Lokales
  2. Eschweiler

SkF in Eschweiler sucht Ehrenamtler für Betreuungen

SkF sucht Ehrenamtler für Betreuungen : Wichtige Stütze bei der Bewältigung des Alltags

Eine Krankheit oder ein Unfall können schnell dazu führen, dass man das eigene Leben nicht mehr selbst regeln kann. In solchen Fällen ordnet das Gericht eine Betreuung an. Diese kann auch von Ehrenamtlern übernommen werden. In der Städteregion sind verschiedene Institutionen damit betraut, Ehrenamtler auszubilden und zu unterstützen.

In Eschweiler ist dies der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Dort schlägt man allerdings Alarm: Die Zahl der zu Betreuenden wächst, aber es fehlen Menschen, die gegen eine kleine Aufwandsentschädigung die Begleitung Betroffener übernehmen.

Aktuell bringen sich 21 Betreuer beim SkF ehrenamtlich ein, die insgesamt 37 Personen im Alltag unterstützen. Diese Hilfe reicht vom Ausfüllen von Anträgen über die Geldverwaltung bis hin zur Erledigung von Schriftwechseln. Beim SkF in Eschweiler beobachtet man seit Jahren, dass die Zahl der Betroffenen steigt. „Dies hängt auch damit zusammen, dass die Menschen immer älter werden und die Wahrscheinlichkeit einer Demenz mit zunehmenden Alter wächst“, berichtet Carmen Rosendahl-Küpper. Darüber hinaus stelle sie fest, dass immer mehr jüngere Menschen überfordert seien und an psychischen Erkrankungen leiden würden.

Nicht jede Betreuung kann von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden. Allerdings stoßen auch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen beim SkF an ihre Grenzen. Die bisherige Vergütung stellt die Verbände nach eigener Aussage vor finanzielle Probleme. „Als Reaktion darauf schnellen die Fallzahlen pro Stelle in die Höhe, was nicht dazu führt, das auch die Qualität steigt“, meint Rosendahl-Küpper. Dies führe in ihren Augen dazu, dass man nicht mehr betreue, sondern nur noch verwalte. Um die Vergütung zu erhöhen, müssen politische Entscheidungen getroffen werden, denn die Stundensätze sind per Gesetz verankert.

Der Eschweiler SkF hofft kurzfristig auf Ehrenamtler, die Betreuungen übernehmen können, zumal ein langjähriger Helfer wegen Krankheit nun kürzer treten muss: Rolf Idel. „Das spüren wir deutlich“, sagt die Vorsitzende Liesel Effenberg. Idel habe nicht nur sechs Menschen im Alltag geholfen, sondern sei auch bei den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ein kompetenter Ansprechpartner gewesen. Den monatlichen Aufwand beziffert sie mit etwa sechs bis acht Stunden monatlich. „Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt“, sagt Effenberg.

Wer sich für dieses Ehrenamt entscheidet, erhält neben einer kleinen Aufwandsentschädigung vor allem eins: Dankbarkeit. „Es bereitet auch viel Freude, mit Menschen zu arbeiten und dabei auch zu helfen“, meint Carmen Rosendahl-Küpper. Bevor man loslegen kann, muss man jedoch an zwei Veranstaltungen von jeweils maximal zwei Stunden zur Einführung teilnehmen. Darüber hinaus kann man Fortbildungen nutzen – gratis, versteht sich. Wer sich für das Ehrenamt als Betreuer interessiert, kann sich beim Sozialdienst katholischer Frauen unter Tel 02403/609180 oder p.kogel@skf-eschweiler.de melden.

(pan)